{"meta":{"project":"Sprache als Waffe — Ein Bildungsprojekt","url":"https://www.nazisprech.com","license":"CC BY-SA 4.0","generatedAt":"2026-04-05T15:31:50.247Z","termCount":68},"terms":[{"id":"bombenholocaust","term":"Bombenholocaust","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Holger Apfel** (NPD), **Udo Voigt** (NPD)","date_of_quote":"21. Januar 2005","context":"Der Begriff \"Bombenholocaust\" wird vor allem im Kontext des Gedenkens an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 verwendet. Rechtsextreme Gruppierungen wie die NPD instrumentalisieren diesen Tag, um eine vermeintliche deutsche Opferrolle zu konstruieren und die NS-Verbrechen zu relativieren. So trugen Akteure der Partei \"Die Rechte\" am 13. Februar 2022 ein Banner mit der Aufschrift \"Bombenholocaust\". Die Staatsanwaltschaft Dresden stellte ein Verfahren ein, was zu Kritik führte. Der Begriff wird genutzt, um die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust gleichzusetzen und somit die Einzigartigkeit des Holocaust zu verharmlosen.","description":"Der Begriff \"Bombenholocaust\" entstand in den 2000er Jahren im rechtsextremen Milieu, insbesondere durch die NPD, um die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust an den Juden gleichzusetzen. \nDie NS-Propaganda unter **Joseph Goebbels** versuchte bereits 1945, die Zerstörung Dresdens für ihre Zwecke zu nutzen, indem sie falsche Opferzahlen verbreitete und die Stadt als unschuldig darstellte. \nNach 1945 wurde die Erinnerung an Dresden in der DDR politisch instrumentalisiert, um ein Bild von deutschen Opfern zu zeichnen. \nIn den 1990er Jahren griffen Neonazis diese Propaganda auf und inszenierten Aufmärsche. Heute wird der Begriff vor allem von rechtsextremen Akteuren verwendet, um eine geschichtsrevisionistische Erzählung zu verbreiten und die deutsche Opferrolle zu betonen.","nsProof":"Der Begriff \"Bombenholocaust\" ist zwar nicht direkt im Nationalsozialismus entstanden, wird aber durch die Gleichsetzung der Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust in den Kontext der NS-Ideologie gestellt. Die bewusste Verwendung des Wortes \"Holocaust\" dient dazu, die Singularität des NS-Völkermords zu relativieren und zu verharmlosen. Diese Strategie der Geschichtsrevision wird in der Forschung als Versuch der Täter-Opfer-Umkehr analysiert. Die Instrumentalisierung von Leid zur Verharmlosung des Holocaust ist ein bekanntes Muster rechtsextremer Ideologie.","strategicPurpose":"1. OPFERMYTHOS: Der Begriff dient dazu, einen deutschen Opfermythos zu konstruieren, indem die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust gleichgesetzt wird. Dies soll von der deutschen Schuld am Zweiten Weltkrieg und den NS-Verbrechen ablenken.\n2. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Durch die Relativierung des Holocaust wird eine geschichtsrevisionistische Erzählung verbreitet, die darauf abzielt, die deutsche Geschichte umzudeuten und die NS-Zeit zu verharmlosen.\n3. EMOTIONALE MOBILISIERUNG: Der Begriff appelliert an Emotionen wie Trauer und Wut, um Anhänger zu mobilisieren und eine vermeintliche Solidarität mit den Opfern von Dresden zu erzeugen. Dies dient dazu, rechtsextreme Ideologien zu verbreiten und zu verankern.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.raa-sachsen.de/buendnis-gegen-antisemitismus/neuigkeiten/fragwuerdige-einstellung-6784","sourceName":"RAA Sachsen — Fragwürdige Einstellung"},{"sourceUrl":"https://www.geschichte-statt-mythen.de/Blog/klassische-mythen/bomben-holocaust","sourceName":"Geschichte statt Mythen — Bomben-Holocaust"},{"sourceUrl":"https://www.geschichte-statt-mythen.de/Blog/klassische-mythen/Dresden-einfache-Sprache","sourceName":"Geschichte statt Mythen — Dresden einfache Sprache"},{"sourceUrl":"http://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/bombenholocaust.pdf","sourceName":"Kritiknetz — Bombenholocaust.pdf"},{"sourceUrl":"https://steady.page/de/wie-rechte-reden/posts/5c0229af-80a3-4cbf-b479-415dbdb7d9b6","sourceName":"Steady — Der “Bombenholocaust”"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":21},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":29},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":26},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1943,"popularity":17},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":7},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":37},{"year":2016,"popularity":71},{"year":2017,"popularity":41},{"year":2018,"popularity":42},{"year":2019,"popularity":39},{"year":2020,"popularity":43},{"year":2023,"popularity":44},{"year":2024,"popularity":100},{"year":2025,"popularity":80},{"year":2026,"popularity":28}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bombenholocaust","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Bundesarchiv_Bild_146-1994-041-07%2C_Dresden%2C_zerst%C3%B6rtes_Stadtzentrum.jpg","caption":"For documentary purposes the German Federal Archive often retained the original image captions, which may be erroneous, biased, obsolete or politically extreme. Dresden, Teilansicht des zerstörten Stadtzentrums über die Elbe nach der Neustadt. In der Bildmitte der Neumarkt und die Ruine der Frauenki","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 146-1994-041-07 / Unknown author<span style=\"display: none;\">Unknown author</span> / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Bundesarchiv_Bild_146-1994-041-07%2C_Dresden%2C_zerst%C3%B6rtes_Stadtzentrum.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust_%28Begriff%29","title":"Holocaust (Begriff)"}],"imageUrl":"/images/illus_bombenholocaust.png"},{"id":"denkmal-der-schande","term":"Denkmal der Schande","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Björn Höcke** (AfD), **Rudolf Augstein**","date_of_quote":"2016","context":"Der Begriff erlangte besondere Aufmerksamkeit durch **Björn Höcke**, den Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden, der ihn in einer Rede am 17. Januar 2016 in Dresden verwendete. **Höcke** sagte: „Wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Diese Aussage zielte auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin und löste breite Kritik aus.  **Höcke** rechtfertigte seine Wortwahl später und behauptete, er habe den Holocaust als Schande für das deutsche Volk bezeichnet und dass das Mahnmal dieser Schande ein Denkmal setze.  Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, **Josef Schuster**, bezeichnete **Höckes** Aussage als zutiefst empörend und völlig inakzeptabel.  Auch **Rudolf Augstein**, Gründer des Spiegel, verwendete den Begriff „Schandmal“ im Kontext des Holocaust-Mahnmals, was die Kontroverse zusätzlich befeuerte.","description":"Der Begriff „Denkmal der Schande“ ist nicht genuin nationalsozialistisch, wurde aber im Kontext der Auseinandersetzung mit der deutschen Erinnerungskultur nach 1945 von verschiedenen Akteuren verwendet, um Kritik oder Ablehnung gegenüber bestimmten Formen des Gedenkens an die NS-Verbrechen auszudrücken. \nIn den 1990er Jahren, während der Debatte um die Errichtung des Holocaust-Mahnmals in Berlin, wurde der Begriff von einigen Kritikern verwendet, um ihre Bedenken hinsichtlich der Monumentalisierung der deutschen Schuld zu äußern. \nNach 2000 erlebte der Begriff eine Wiederbelebung in rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen, die ihn nutzten, um das Holocaust-Mahnmal zu diffamieren und eine vermeintliche „deutsche Opferrolle“ zu betonen. \nDie Verwendung des Begriffs dient oft dazu, die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit zu delegitimieren und eine nationalistische Geschichtspolitik zu fördern.","nsProof":"Der Begriff selbst ist nicht originär NS-Vokabular, jedoch wird er durch seine Verwendung im Kontext der Relativierung und Ablehnung der Erinnerung an die NS-Verbrechen NS-kontaminiert. \nDie Instrumentalisierung des Begriffs durch Rechtsextreme und Geschichtsrevisionisten zeigt eine klare Verbindung zu NS-ideologischen Denkmustern (Butterwegge, Rechtspopulismus, S. 150ff.). \nDie Verwendung des Begriffs zielt darauf ab, die deutsche Schuld am Holocaust zu minimieren und eine positive nationale Identität auf Kosten der Opfer zu konstruieren (Zick, Vorurteile und Feindseligkeiten, S. 200ff.). \nDie Verbreitung solcher Begriffe trägt zur Erosion einer kritischen Erinnerungskultur bei (Welzer, Täter, S. 80ff.).","strategicPurpose":"1.  DIFFAMIERUNG DER ERINNERUNGSKULTUR: Der Begriff dient dazu, das Holocaust-Mahnmal und die deutsche Erinnerungskultur insgesamt zu diffamieren und als „Schande“ darzustellen. Dies soll die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit delegitimieren und eine positive nationale Identität ermöglichen.\n2.  REVISIONISTISCHE GESCHICHTSDARSTELLUNG: Durch die Verwendung des Begriffs wird eine revisionistische Geschichtsdarstellung gefördert, die die deutsche Schuld am Holocaust relativiert und eine vermeintliche „deutsche Opferrolle“ betont. Dies dient dazu, ein nationalistisches Geschichtsbild zu etablieren.\n3.  POLARISIERUNG UND AUSGRENZUNG: Der Begriff wird eingesetzt, um die Gesellschaft zu polarisieren und eine klare Trennlinie zwischen „Patrioten“ und denjenigen zu ziehen, die sich kritisch mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Dies dient dazu, eine homogene „Volksgemeinschaft“ zu konstruieren und Andersdenkende auszugrenzen.","sources":[{"sourceUrl":"https://uebermedien.de/11997/hoecke-augstein-und-das-denkmal-der-schande/","sourceName":"Übermedien — Höcke, Augstein und das Denkmal der Schande"},{"sourceUrl":"https://www.treffpunkteuropa.de/denkmal-der-schande","sourceName":"Treffpunkteuropa — Denkmal der Schande"},{"sourceUrl":"https://afd-thueringen.de/thuringen-2/2017/01/persoenliche-erklaerung-von-bjoern-hoecke-zu-seiner-dresdner-rede/","sourceName":"AfD Thüringen — Persönliche Erklärung von Björn Höcke zu seiner Dresdner Rede"},{"sourceUrl":"https://www.kulturrat.de/themen/erinnerungskultur/denkmalkultur/die-erinnerung-wachhalten/","sourceName":"Deutscher Kulturrat — Die Erinnerung wachhalten"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunkkultur.de/denkmal-der-schande-gauland-distanziert-sich-nicht-von-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk Kultur — Denkmal der Schande: Gauland distanziert sich nicht von Höcke"},{"sourceUrl":"https://www.zentralratderjuden.de/presseerklaerungen/das-andenken-an-die-ermordeten-wird-mit-fuessen-getreten/","sourceName":"Zentralrat der Juden in Deutschland — Das Andenken an die Ermordeten wird mit Füßen getreten"},{"sourceUrl":"https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/zentrum-fuer-politische-schoenheit-bjoern-hoecke-und-das-denkmal-der-schande-a-1179515.html","sourceName":"Der Spiegel — Zentrum für Politische Schönheit: Björn Höcke und das Denkmal der Schande"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":21},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":28},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":25},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1943,"popularity":17},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":7},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":8},{"year":2016,"popularity":0},{"year":2018,"popularity":92},{"year":2019,"popularity":53},{"year":2020,"popularity":53},{"year":2021,"popularity":26},{"year":2022,"popularity":31},{"year":2024,"popularity":98},{"year":2025,"popularity":100},{"year":2026,"popularity":50}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_denkmal_der_schande.png"},{"id":"der-grosse-austausch","term":"Der Große Austausch","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Martin Sellner** (Identitäre Bewegung), **Thilo Sarrazin** (SPD)","date_of_quote":"2016","context":"Der Begriff erlangte in den letzten Jahren wachsende Bedeutung in der extremen Rechten. **Martin Sellner**, ein führendes Gesicht der Identitären Bewegung in Österreich, erklärte bereits 2016, dass der \"große Austausch\" als übergreifender Begriff alle wichtigen Themen des Milieus vereint. Die Verschwörungserzählung wurde auch im Kontext rechtsterroristischer Anschläge relevant, so gab der Täter von Christchurch seinem Hasspamphlet den Titel „The Great Replacement“. Auch **Thilo Sarrazin**, ehemaliger SPD-Politiker, trug mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ zur Verbreitung der Angst vor einem Bevölkerungsaustausch bei, indem er das Aussterben der \"Deutschen\" durch muslimische Einwanderung prognostizierte. Diese Entwicklungen zeigen, wie die Erzählung in verschiedenen Kontexten genutzt wird, um rassistische und fremdenfeindliche Ideologien zu verbreiten und zu legitimieren.\nDie Mär vom sogenannten „großen Austausch“ hat sich in den vergangenen Jahren zum wohl wichtigsten Narrativ der extremen Rechten entwickelt. Und schon vor Buffalo und Essen bezogen sich Terroristen darauf – der Täter von Christchurch etwa, der im Jahr 2019 insgesamt 51 Menschen muslimischen Glaubens ermordete, gab seinem Hasspamphlet gar den Titel „The Great Replacement“.","description":"Die Verschwörungserzählung vom \"Großen Austausch\" geht davon aus, dass die \"weißen\" Bevölkerungen Europas gezielt durch nicht-\"weiße\" Menschen ausgetauscht werden. Ursprünglich aus Frankreich stammend, wird diese Erzählung von geheimen Eliten gesteuert, wobei oft antisemitische Codes verwendet werden. \nDas Konzept weist ideologische Parallelen zum Begriff des \"Volkstods\" auf, der bereits in den 1910er Jahren aufkam. \nNach 1945 geriet der Begriff zunächst in den Hintergrund, erlebte jedoch in den letzten Jahren eine Wiederbelebung durch rechtsextreme Akteure wie die Identitäre Bewegung und die AfD. \nAuch Akteure außerhalb des rechtsextremen Spektrums, wie **Thilo Sarrazin**, trugen zur Verbreitung der Angst vor einem Bevölkerungsaustausch bei, indem sie das Aussterben der \"Deutschen\" durch muslimische Einwanderung prognostizierten.","nsProof":"Die Vorstellung eines \"Volkstods\" hat eine lange Tradition im völkischen Denken, das im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte. Obwohl der Begriff \"Großer Austausch\" selbst nicht direkt im NS-Vokabular vorkommt, knüpft er an ähnliche Denkmuster an, die auf die Reinheit und den Erhalt des \"eigenen Volkes\" abzielen. Die Konstruktion einer Bedrohung durch \"fremde Elemente\" diente im Nationalsozialismus zur Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten. \nAnalysen zeigen, wie die heutige Verwendung des Begriffs an diese historischen Muster anknüpft und eine Kontinuität rechtsextremen Denkens darstellt. Die Betonung der \"weißen\" Identität und die Angst vor \"Überfremdung\" sind zentrale Elemente, die eine Verbindung zum NS-Gedankengut herstellen.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Schaffung eines Feindbildes: Der Begriff dient dazu, Migranten und Minderheiten als Bedrohung für die \"eigene\" Bevölkerung darzustellen und somit ein Feindbild zu konstruieren, gegen das mobilisiert werden kann.\n2. FUNKTION: Mobilisierung und Radikalisierung: Die Angst vor dem \"Großen Austausch\" wird genutzt, um Menschen zu radikalisieren und zur Teilnahme an rechtsextremen Aktivitäten zu bewegen. Die Erzählung suggeriert eine existenzielle Bedrohung, die nur durch extreme Maßnahmen abgewendet werden kann.\n3. FUNKTION: Legitimierung von Gewalt: Indem die Erzählung einen bevorstehenden \"Volkstod\" heraufbeschwört, kann sie als Rechtfertigung für Gewalt gegen Migranten und politische Gegner dienen. Der Täter von Christchurch beispielsweise berief sich in seinem Manifest auf die Theorie des \"Großen Austauschs\", um seine Taten zu rechtfertigen.","sources":[{"sourceUrl":"https://taz.de/Rechtsextreme-Verschwoerungserzaehlung/!5853428/","sourceName":"taz.de — Rechtsextreme Verschwörungserzählung"},{"sourceUrl":"https://www.blogs.uni-mainz.de/fb07-ifeas-eng/files/2022/10/AP199.pdf","sourceName":"blogs.uni-mainz.de — AP199.pdf"},{"sourceUrl":"https://www.idz-jena.de/im-dialog/weitere-publikationen/der-grosse-austausch","sourceName":"IDZ Jena — Der große Austausch"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/549525/die-erzaehlung-vom-grossen-austausch/","sourceName":"bpb.de — Die Erzählung vom ‘großen Austausch’"},{"sourceUrl":"https://www.bs-anne-frank.de/mediathek/blog/der-grosse-austausch-verschwoerungserzaehlungen-und-rassismus","sourceName":"bs-anne-frank.de — „Der Große Austausch“ – Verschwörungserzählungen und Rassismus"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Austausch","sourceName":"Wikipedia — Großer Austausch"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":24},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":32},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":29},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1943,"popularity":19},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":8},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2014,"popularity":64},{"year":2015,"popularity":69},{"year":2016,"popularity":37},{"year":2018,"popularity":57},{"year":2019,"popularity":100},{"year":2020,"popularity":64},{"year":2022,"popularity":85},{"year":2023,"popularity":72},{"year":2024,"popularity":69},{"year":2025,"popularity":60},{"year":2026,"popularity":68}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gro%C3%9Fe_Austausch","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/Plan_%C3%BCber_die_Rohrbacher_Gemeinds-Weide_und_den_zum_Austausch_vorgeschlagenen_District_-_LABW_-_Generallandesarchiv_Karlsruhe_H_Rohrbach_%28Heidelberg%29_HD_1.jpg","caption":"Plan über die Rohrbacher Gemeinds-Weide und den zum Austausch vorgeschlagenen District","license":"CC BY 4.0","attribution":"Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe <a rel=\"nofollow\" class=\"external text\" href=\"https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1740254-1\">H Rohrbach (Heidelberg) HD 1</a> / Fotograf: J. G. 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Sie diente dazu, eine vermeintliche ethnische Reinheit Deutschlands zu propagieren und Minderheiten auszugrenzen. In der Nachkriegszeit tauchte der Slogan immer wieder im rechtsextremen Kontext auf, beispielsweise bei Demonstrationen und in der Propaganda.\nIn jüngerer Zeit wurde die Parole unter anderem von Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen verwendet, um gegen Einwanderung und die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes zu hetzen. Die Verwendung des Slogans zielt darauf ab, ein Feindbild zu konstruieren und die Bevölkerung gegen Minderheiten aufzuhetzen. Die rassistischen Gesänge „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ im „Pony-Club“ auf Sylt im Jahr 2024 sorgten für bundesweite Diskussionen.","description":"Der Ausruf \"Deutschland den Deutschen\" ist eine nationalistische und rassistische Parole, die eine vermeintliche ethnische und kulturelle Homogenität Deutschlands propagiert und Minderheiten ausgrenzt. \nIhren Ursprung hat die Parole im völkischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts, der eine exklusive Identität des deutschen Volkes konstruierte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Slogan zu einem zentralen Element der NS-Propaganda und diente dazu, die Bevölkerung auf die Verfolgung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma sowie anderen Minderheiten einzustimmen. \nIn jüngerer Zeit wird der Slogan vor allem von rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppierungen verwendet, um gegen Einwanderung und die vermeintliche Überfremdung Deutschlands zu hetzen.","nsProof":"Die Parole \"Deutschland den Deutschen\" ist eng mit der Ideologie des Nationalsozialismus verbunden. Sie diente dazu, die Bevölkerung auf die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten einzustimmen und eine vermeintliche ethnische Reinheit Deutschlands zu propagieren. Historiker wie Ernst Piper (Deutschlandfunk Kultur) sehen in der Verwendung des Slogans eine Kontinuität völkischen Denkens, das Deutschland bereits im 20. Jahrhundert in eine Katastrophe geführt hat. Die Parole impliziert einen rassistischen Volksbegriff, der auf ethnische Reinheit zielt und keine Vielfalt duldet.","strategicPurpose":"1. AUSGRENZUNG: Die Parole dient dazu, eine klare Trennlinie zwischen \"Deutschen\" und \"Nicht-Deutschen\" zu ziehen und somit eine \"Wir-gegen-Die\"-Mentalität zu erzeugen. Dies schürt Ressentiments und Feindseligkeiten gegenüber Minderheiten.\n2. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Durch die Betonung einer vermeintlichen gemeinsamen Identität der \"Deutschen\" soll ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt werden, das jedoch auf Ausgrenzung basiert und somit spaltend wirkt.\n3. 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Das Urteil begründete die fragwürdige Gehilfenrechtsprechung, die die eigenhändig Tötenden und die Befehlsgeber nicht als Täter, sondern als Gehilfen qualifizierte. Jürgen Baumann kritisierte diese Rechtsprechung sarkastisch mit den Worten: „Ein Täter und 60 Millionen Gehilfen.“ Die Auseinandersetzung mit dem Begriff und den damit verbundenen Verbrechen ist bis heute relevant, um die Gräueltaten des NS-Regimes aufzuarbeiten und zu verhindern, dass solche Verbrechen jemals wieder geschehen. Die Verwendung des Begriffs in der heutigen Zeit ist daher stets mit der Erinnerung an die NS-Verbrechen verbunden.","description":"Der Begriff \"Einsatzgruppe\" bezeichnete mobile Terror- und Tötungseinheiten der Sicherheitspolizei (SiPo) und des Sicherheitsdienstes (SD) der SS. Sie wurden ab 1938 bei deutschen territorialen Expansionen eingesetzt, zunächst in Österreich und der Tschechoslowakei. Während des Krieges gegen Polen 1939 ermordeten sie Tausende von Angehörigen der polnischen Intelligenz und terrorisierten die jüdische Bevölkerung. Ihre umfangreichste und verbrecherischste Tätigkeit entfalteten die Einsatzgruppen im Krieg gegen die Sowjetunion ab 1941, wo sie im Rahmen des \"Unternehmens Barbarossa\" Massenmorde an Juden, Kommunisten, Roma und anderen vermeintlichen Feinden des Reiches verübten. Nach dem Krieg wurden einige Mitglieder der Einsatzgruppen in den Nürnberger Prozessen und im Ulmer Einsatzgruppen-Prozess zur Rechenschaft gezogen, jedoch kehrten viele Täter unbescholten ins bürgerliche Leben zurück. Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Einsatzgruppen und dem Begriff selbst ist bis heute wichtig, um die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten und Lehren daraus zu ziehen.","nsProof":"Der Begriff \"Einsatzgruppe\" ist untrennbar mit den nationalsozialistischen Verbrechen verbunden. Die Einsatzgruppen waren ein zentrales Instrument der \"Endlösung der Judenfrage\" und des Vernichtungskrieges im Osten. Ihre Taten sind durch zahlreiche Dokumente, Zeugenaussagen und Gerichtsurteile belegt. Die Forschung zu den Einsatzgruppen ist umfangreich, darunter Werke wie Christopher Brownings \"Ganz normale Männer\", die die Beteiligung \"ganz normaler\" Bürger an den Massenmorden analysiert. Das United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) dokumentiert die Verbrechen der Einsatzgruppen umfassend. Die Einsatzberichte der Einsatzgruppen, die an das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) gesendet wurden, sind ein zentrales Dokument der NS-Vernichtungspolitik.","strategicPurpose":"1. DEHUMANISIERUNG: Durch die Verwendung des Begriffs \"Einsatzgruppe\" wird die systematische Ermordung von Menschen in einen bürokratischen und militärischen Kontext gestellt, was die Gräueltaten verschleiert und die Täter entmenschlicht.\n2. VERHARMLOSUNG: Die Bezeichnung \"Einsatzgruppe\" suggeriert eine operative Einheit mit einem legitimen Auftrag, während es sich tatsächlich um mobile Mordkommandos handelte, die Massenmorde verübten. Dies kann dazu dienen, die Verbrechen zu verharmlosen und die Verantwortung der Täter zu relativieren.\n3. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Die Verwendung des Begriffs \"Einsatzgruppe\" ohne Kontextualisierung und ohne Bezugnahme auf die damit verbundenen Verbrechen kann dazu beitragen, die NS-Vergangenheit zu relativieren und zu verfälschen. Dies kann insbesondere dann geschehen, wenn der Begriff in einem positiven oder neutralen Kontext verwendet wird.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.gedenkorte-europa.eu/de_de/article-einsatzgruppen-einsatzkommandos.html","sourceName":"Gedenkorte Europa — Einsatzgruppen / Einsatzkommandos"},{"sourceUrl":"https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/einsatzgruppen-180","sourceName":"NS-Dokumentationszentrum München — Einsatzgruppen"},{"sourceUrl":"https://encyclopedia.ushmm.org/content/de/article/einsatzgruppen","sourceName":"United States Holocaust Memorial Museum — Einsatzgruppen"},{"sourceUrl":"https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schutzstaffel_(SS),_1925-1945","sourceName":"Historisches Lexikon Bayerns — Schutzstaffel (SS), 1925-1945"},{"sourceUrl":"https://www.gra.ch/bildung/glossar/einsatzgruppen/","sourceName":"GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus — Einsatzgruppen"},{"sourceUrl":"https://fritz-bauer-ausstellung.de/ulm-1958-der-einsatzgruppen-prozess/","sourceName":"Fritz Bauer Institut — Ulm 1958 – Der Einsatzgruppen-Prozess"},{"sourceUrl":"https://www.spiegel.de/geschichte/nazi-eltern-vater-als-arzt-bei-den-ss-einsatzgruppen-a-964795.html","sourceName":"Der Spiegel — Nazi-Eltern: Vater als Arzt bei den SS-Einsatzgruppen"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42744/zehn-stigmavokabeln/","sourceName":"bpb: Zehn Stigmavokabeln"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1942,"popularity":24},{"year":1943,"popularity":94},{"year":1945,"popularity":99},{"year":1949,"popularity":77},{"year":1950,"popularity":7},{"year":1956,"popularity":2},{"year":1957,"popularity":4},{"year":1971,"popularity":6},{"year":1999,"popularity":6},{"year":2011,"popularity":14},{"year":2014,"popularity":14},{"year":2015,"popularity":15},{"year":2018,"popularity":17},{"year":2020,"popularity":18},{"year":2022,"popularity":20},{"year":2023,"popularity":19},{"year":2024,"popularity":17},{"year":2025,"popularity":17},{"year":2026,"popularity":5}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Einsatzgruppe","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Einsatzgruppen_murder_Jews_in_Ivanhorod%2C_Ukraine%2C_1942.jpg","caption":"Executions of Jews by German army mobile killing units (Einsatzgruppen) near Ivangorod Ukraine. The photo was mailed from the Eastern Front to Germany and intercepted at a Warsaw post office by a member of the Polish resistance collecting documentation on Nazi war crimes. The original print was owne","license":"Public domain","attribution":"Unknown authorUnknown author (Sometimes mistakenly attributed to Jerzy Tomaszewski who discovered it.)","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6c/Einsatzgruppen_murder_Jews_in_Ivanhorod%2C_Ukraine%2C_1942.jpg/960px-Einsatzgruppen_murder_Jews_in_Ivanhorod%2C_Ukraine%2C_1942.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Einsatzgruppen_der_Sicherheitspolizei_und_des_SD","title":"Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schnelleinsatzgruppe","title":"Schnelleinsatzgruppe"}],"imageUrl":"/images/illus_einsatzgruppe.png"},{"id":"ethnopluralismus","term":"Ethnopluralismus","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Henning Eichberg** (Neue Rechte), **Björn Höcke** (AfD)","date_of_quote":"1970er Jahre (Eichberg), 2010er Jahre (AfD)","context":"Der Begriff 'Ethnopluralismus' wird von der Neuen Rechten und der AfD verwendet, um eine vermeintliche 'Völkervielfalt' zu propagieren, die jedoch auf Ausgrenzung und Ablehnung von Migration abzielt. **Henning Eichberg** entwickelte das Konzept in den 1970er Jahren.  Die Identitäre Bewegung fordert die Aufnahme des Prinzips des Ethnopluralismus ins Grundgesetz. Rechtspopulisten, Neonazis und andere Rechtsradikale sprechen heute häufig vom „Großen Austausch“ der Völker in Europa, der aufgehalten und durch „Remigration“ umgekehrt werden müsste. \n\n**Björn Höcke** und andere AfD-Politiker nutzen den Begriff indirekt, indem sie vor einer 'Vermischung der Kulturen' warnen und eine 'deutsche Leitkultur' betonen.  Obwohl der Begriff selbst nicht strafbar ist, dient er als ideologische Grundlage für fremdenfeindliche und rassistische Positionen. Die Verwendung des Begriffs zielt darauf ab, eine vermeintliche wissenschaftliche Grundlage für die Ablehnung von Vielfalt und die Forderung nach kultureller Homogenität zu schaffen.","description":"Der Begriff 'Ethnopluralismus' entstand in den 1970er Jahren im Umfeld der Neuen Rechten als Ablösung des biologistischen Rassebegriffs durch einen kulturalistischen.  Er geht auf den deutschen Theoretiker **Henning Eichberg** zurück.  \n\nNach 1945 wurde der Begriff zunächst kaum verwendet, erlebte aber in den 1990er Jahren eine Renaissance im Kontext der Neuen Rechten.  Diese nutzt ihn, um eine vermeintliche Gleichwertigkeit verschiedener 'Kulturen' zu propagieren, die jedoch nicht vermischt werden sollten.  Die Betonung der 'Eigenart' jeder Kultur dient als Vorwand für Ausgrenzung und Rassismus.  Heute wird der Begriff vor allem von rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien wie der AfD verwendet, um ihre Ablehnung von Migration und Vielfalt zu legitimieren.","nsProof":"Obwohl der Begriff 'Ethnopluralismus' nicht direkt aus der NS-Zeit stammt, transportiert er völkische Vorstellungen, die im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielten.  Die NS-Ideologie basierte auf der Vorstellung einer 'Volksgemeinschaft', die durch rassische Reinheit und kulturelle Homogenität definiert war.  \n\nDer Ethnopluralismus knüpft an diese Vorstellung an, indem er die 'Reinheit' der Kulturen betont und vor 'Vermischung' warnt.  Diese Argumentation dient dazu, rassistische und fremdenfeindliche Positionen zu legitimieren, ohne offen biologistische Rassebegriffe zu verwenden.  Akademische Auseinandersetzungen, beispielsweise von Alexander Häusler, zeigen die ideologischen Parallelen und Kontinuitäten zwischen Ethnopluralismus und NS-Gedankengut (Häusler, A. (2012). Rechtsextremismus. transcript Verlag).","strategicPurpose":"1. LEGITIMIERUNG VON AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, rassistische und fremdenfeindliche Positionen zu legitimieren, indem er den Eindruck erweckt, es gehe lediglich um den Schutz kultureller Vielfalt. Dies verschleiert die eigentliche Absicht, Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Kultur auszugrenzen.\n2. VERHARMLOSUNG VON RASSISMUS: Durch die Vermeidung offener Rassebegriffe wird der Eindruck erweckt, es handle sich nicht um Rassismus, sondern um eine legitime politische Position. Dies erschwert die Auseinandersetzung mit den eigentlichen rassistischen Motiven.\n3. MOBILISIERUNG VON ANHÄNGERN: Der Begriff dient als Identifikationsangebot für Menschen, die sich von der vermeintlichen 'Überfremdung' ihrer Kultur bedroht fühlen. Er bietet eine scheinbar rationale Begründung für ihre Ängste und Ressentiments und mobilisiert sie für rechtspopulistische und rechtsextreme Ziele.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/ethnopluralismus","sourceName":"Politische Bildung Brandenburg — Lexikon: Ethnopluralismus"},{"sourceUrl":"https://www.leuchtlinie.de/glossar/ethnopluralismus/","sourceName":"Leuchtlinie.de — Glossar: Ethnopluralismus"},{"sourceUrl":"https://wir-selbst.com/2022/06/01/ethnopluralismus-eine-antikoloniale-begriffsgeschichte/","sourceName":"Wir selbst — Ethnopluralismus – eine antikoloniale Begriffsgeschichte"},{"sourceUrl":"https://www.grin.com/document/106082","sourceName":"GRIN — Das Konzept des Ethnopluralismus in der 'Neuen Rechten'"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500773/ethnopluralismus/","sourceName":"Bundeszentrale für politische Bildung — Ethnopluralismus"},{"sourceUrl":"https://gegneranalyse.de/erklaervideo-2-4-ethnopluralismus-das-rassistische-maerchen-vom-grossen-austausch/","sourceName":"Gegneranalyse — [Erklärvideo 2/4] Ethnopluralismus – Das rassistische Märchen vom „Großen Austausch“"},{"sourceUrl":"https://www.momentum-kongress.org/system/files/congress_files/2020/3_p_bruns-strobl_0.pdf","sourceName":"Momentum Kongress — Vortrag P. Bruns-Strobl"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":16},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":21},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":19},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":5},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":23},{"year":2019,"popularity":51},{"year":2020,"popularity":60},{"year":2021,"popularity":42},{"year":2022,"popularity":52},{"year":2024,"popularity":100},{"year":2025,"popularity":75},{"year":2026,"popularity":31}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnopluralismus","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung","title":"Identitäre Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NPD","title":"NPD"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte","title":"Neue Rechte"}],"imageUrl":"/images/illus_ethnopluralismus.png"},{"id":"festung-europa","term":"Festung Europa","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Helmut Kohl** (CDU), **Johanna Mikl-Leitner** (ÖVP)","date_of_quote":"2013","context":"Der Begriff \"Festung Europa\" wird in der Gegenwart vor allem im Kontext der Migrationspolitik verwendet. So forderte die Identitäre Bewegung Österreich bereits im September 2013 bei einer Aktion vor der Europäischen Agentur für Menschenrechte die Errichtung einer \"Festung Europa zum Schutz unserer Heimat\". Die damalige österreichische Innenministerin **Johanna Mikl-Leitner** (ÖVP) verwendete den Begriff ebenfalls positiv, indem sie meinte, man müsse „an der Festung Europa bauen“. In den 1990er Jahren wurde der Begriff von **Helmut Kohl** (CDU) verwendet, um eine Anti-Freihandels-Haltung zu kritisieren, indem er sagte, das Gegenteil des neoliberalen Freihandels sei eine \"Festung Europa\". Die Verwendung des Begriffs ist oft mit der Vorstellung einer Abschottung Europas gegenüber Migranten und Flüchtlingen verbunden, was zu Kontroversen und Kritik führt.","description":"Der Begriff \"Festung Europa\" entstand im Kontext des Zweiten Weltkriegs. Erstmals wurde er von den Nationalsozialisten verwendet, um die von ihnen besetzten Gebiete Europas als uneinnehmbare Bastion gegen die Alliierten darzustellen. Nach dem Krieg geriet der Begriff zunächst in Vergessenheit, erlebte aber in den 1990er Jahren eine Wiederbelebung im Kontext der europäischen Integration und der zunehmenden Migration. Seitdem wird er sowohl von Kritikern als auch von Befürwortern einer restriktiven Migrationspolitik verwendet, wobei er oft eine negative Konnotation der Abschottung und Ausgrenzung trägt. Die Verwendung des Begriffs ist umstritten, da er an die NS-Zeit erinnert und eine dehumanisierende Wirkung haben kann.","nsProof":"Der Begriff \"Festung Europa\" ist NS-kontaminiert, da er maßgeblich von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs geprägt wurde, um die besetzten Gebiete als unüberwindliche Verteidigungsanlage zu stilisieren (siehe z.B. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung 1933-1945. München: Oldenbourg, 1991). Obwohl der Begriff heute in unterschiedlichen Kontexten verwendet wird, bleibt die historische Belastung bestehen und kann als Verharmlosung der NS-Ideologie wahrgenommen werden. Kritische Auseinandersetzungen mit dem Begriff, wie sie beispielsweise in der politischen Bildung stattfinden (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung), thematisieren diese Problematik.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Abschreckung und Ausgrenzung: Der Begriff suggeriert, dass Europa sich gegen äußere Einflüsse verteidigen muss, was zur Stigmatisierung von Migranten und Flüchtlingen beiträgt und eine ablehnende Haltung gegenüber ihnen fördert.\n2. FUNKTION: Mobilisierung von Ängsten: Die Metapher der Festung erzeugt ein Bedrohungsszenario, das dazu dient, Ängste vor Überfremdung und dem Verlust der nationalen Identität zu schüren, um politische Unterstützung für restriktive Maßnahmen zu gewinnen.\n3. FUNKTION: Legitimation von Gewalt: Indem der Begriff eine militärische Verteidigung impliziert, kann er dazu dienen, den Einsatz von Gewalt gegen Migranten und Flüchtlinge zu rechtfertigen, beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von Grenzkontrollen und Abschiebungen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/festung-europa-2022/514213/festung-europa/","sourceName":"bpb.de — Festung Europa?"},{"sourceUrl":"https://www.dhi-paris.fr/de/forschung/abteilungen/europa-magnet-oder-festung-vorstellungen-debatten-und-politische-entscheidungen-ueber-das-europaeische-migrationsregime-1985-2004.html","sourceName":"dhi-paris.fr — Europa – Magnet oder Festung?"},{"sourceUrl":"https://geschichtedergegenwart.ch/festung-europa-es-wird-zeit-fuer-ein-anderes-bild/","sourceName":"geschichtedergegenwart.ch — Festung Europa: Es wird Zeit für ein anderes Bild"},{"sourceUrl":"https://jacobin.de/artikel/die-festung-europa-hat-einen-neuen-todlichen-schutzwall-eu-aussengrenzen-belarus-polen-litauen-lukaschenko-grenzkrise-gefluchtete","sourceName":"jacobin.de — Die Festung Europa hat einen neuen tödlichen Schutzwall"},{"sourceUrl":"https://www.wiko-berlin.de/fileadmin/Jahrbuchberichte/2000/2000_01_Bade_Klaus_Vortrag_Jahrbuchbericht.pdf","sourceName":"wiko-berlin.de — Migration, Nationalstaat, Staatsbürgerschaft"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunkkultur.de/aus-den-feuilletons-kritik-an-der-festung-europa-100.html","sourceName":"deutschlandfunkkultur.de — Kritik an der Festung Europa"},{"sourceUrl":"https://mosaik-online.at/festung-europa-ein-begriff-und-seine-bedeutung/","sourceName":"mosaik-online.at — Festung Europa – Ein Begriff und seine Bedeutung"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":70},{"year":1941,"popularity":100},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1947,"popularity":30},{"year":1948,"popularity":7},{"year":1954,"popularity":0},{"year":1967,"popularity":3},{"year":1969,"popularity":3},{"year":2001,"popularity":14},{"year":2002,"popularity":12},{"year":2007,"popularity":12},{"year":2008,"popularity":11},{"year":2010,"popularity":14},{"year":2015,"popularity":29},{"year":2016,"popularity":30},{"year":2017,"popularity":28},{"year":2018,"popularity":29},{"year":2019,"popularity":21},{"year":2020,"popularity":19},{"year":2023,"popularity":17},{"year":2024,"popularity":16},{"year":2025,"popularity":15},{"year":2026,"popularity":6}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Festung_Europa","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/38/Wien_-_Demo_Lasst_die_Grenzen_offen_-_Nein_zu_Z%C3%A4unen_Mauern_und_Festung_Europa_-_03.jpg","caption":"Die Demonstration \"Lasst die Grenzen offen! Nein zu Zäunen, Mauern und Festung Europa!\" am 14. November 2015 vor dem Innenministerium am Wiener Minoritenplatz wurde trotz und gerade wegen der am Tag davor stattgefundenen Terroranschläge in Paris abgehalten. Angst zu schüren sei ein Ziel der Terroris","license":"CC BY-SA 3.0","attribution":"Haeferl","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/38/Wien_-_Demo_Lasst_die_Grenzen_offen_-_Nein_zu_Z%C3%A4unen_Mauern_und_Festung_Europa_-_03.jpg/960px-Wien_-_Demo_Lasst_die_Grenzen_offen_-_Nein_zu_Z%C3%A4unen_Mauern_und_Festung_Europa_-_03.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Festung_Europa_%28Film%29","title":"Festung Europa (Film)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCchtlingskrise_in_Europa_2015","title":"Flüchtlingskrise in Europa 2015"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler","title":"Heinrich Himmler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels","title":"Joseph Goebbels"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus","title":"Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Pegida","title":"Pegida"}],"imageUrl":"/images/illus_festung_europa.png"},{"id":"grosser-austausch-v1","term":"Großer Austausch","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"Götz Kubitschek, Martin Sellner, Renaud Camus","date_of_quote":"2010","context":"Der Begriff wird von rechtsextremen Akteuren verwendet, um eine angebliche Ersetzung der europäischen Bevölkerung durch nicht-europäische Migranten zu beschreiben. Er dient als zentrale Erzählung zur Mobilisierung gegen Migration und zur Verbreitung von Verschwörungstheorien.","description":"Description: Der Begriff 'Großer Austausch' beschreibt eine rechtsextreme Verschwörungstheorie, die besagt, dass eine gezielte Ersetzung der europäischen Bevölkerung durch nicht-europäische Migranten stattfindet. Obwohl der Begriff in seiner heutigen Form relativ neu ist, wurzelt die dahinterliegende Idee in rassistischen und antisemitischen Vorstellungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Im Nationalsozialismus wurden ähnliche Narrative verwendet, um die angebliche 'jüdische Weltverschwörung' und die 'rassische Verunreinigung' des deutschen Volkes zu propagieren. Nach 1945 wurde die Idee des 'Großen Austauschs' von rechtsextremen Denkern wie Renaud Camus wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. Heute dient sie als zentrale Erzählung der Identitären Bewegung und anderer rechtsextremer Gruppierungen, um gegen Migration zu hetzen und rassistische Ressentiments zu schüren. Die Theorie wird oft mit dem 'Kalergi-Plan' in Verbindung gebracht, einer weiteren Verschwörungstheorie, die behauptet, dass eine europäische Elite die Nationalstaaten abschaffen und eine 'eurasisch-negroide' Rasse schaffen wolle.\nNS Proof: Die Idee einer 'rassischen Reinheit' und die Angst vor 'Überfremdung' waren zentrale Elemente der NS-Ideologie. Der 'Große Austausch' knüpft direkt an diese Vorstellungen an, indem er eine angebliche Bedrohung der europäischen Identität durch 'fremde' Einflüsse konstruiert. Die NS-Propaganda nutzte ähnliche Narrative, um Juden und andere Minderheiten zu dämonisieren und die 'Volksgemeinschaft' zu mobilisieren. Die Kontinuität dieser Denkmuster zeigt die ideologische Verwandtschaft zwischen dem 'Großen Austausch' und dem Nationalsozialismus. (Siehe: Longerich, Peter. *Politik der Vernichtung: Eine ideologiegeschichtliche Studie zum Nationalsozialismus*. Piper, 1998. DOI: Nicht verfügbar, aber Standardwerk)","nsProof":"Die Idee einer 'rassischen Reinheit' und die Angst vor 'Überfremdung' waren zentrale Elemente der NS-Ideologie. Der 'Große Austausch' knüpft direkt an diese Vorstellungen an, indem er eine angebliche Bedrohung der europäischen Identität durch 'fremde' Einflüsse konstruiert. Die NS-Propaganda nutzte ähnliche Narrative, um Juden und andere Minderheiten zu dämonisieren und die 'Volksgemeinschaft' zu mobilisieren. Die Kontinuität dieser Denkmuster zeigt die ideologische Verwandtschaft zwischen dem 'Großen Austausch' und dem Nationalsozialismus. (Siehe: Longerich, Peter. *Politik der Vernichtung: Eine ideologiegeschichtliche Studie zum Nationalsozialismus*. Piper, 1998. DOI: Nicht verfügbar, aber Standardwerk)","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Die Theorie delegitimiert demokratische Institutionen und politische Entscheidungsträger, indem sie ihnen vorwirft, Teil einer Verschwörung zur 'Ersetzung' der Bevölkerung zu sein. Dies untergräbt das Vertrauen in die Politik und fördert antidemokratische Einstellungen.\n2. MOBILISIERUNG: Der 'Große Austausch' dient als Mobilisierungsnarrativ für rechtsextreme Gruppierungen. Er erzeugt ein Gefühl der Bedrohung und des Verlusts, das Menschen dazu bringt, sich gegen Migration und 'die Eliten' zu engagieren.\n3. RADIKALISIERUNG: Die Verschwörungstheorie radikalisiert Menschen, indem sie ihnen ein vereinfachtes Weltbild präsentiert, in dem 'Gut' (die europäische Bevölkerung) gegen 'Böse' (Migranten und 'die Eliten') kämpft. 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Militärwaisen des Potsdamer Grossen Waisenhauses werden zur Erholung im Austausch nach Ungarn geschickt!\nLetzter Appell auf dem Hof des Pot","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 102-11920 / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/Bundesarchiv_Bild_102-11920%2C_Potsdam%2C_Gro%C3%9Fes_Milit%C3%A4rwaisenhaus%2C_Appell.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus","title":"Antisemitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke","title":"Björn Höcke"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation","title":"Deportation"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerloser_Widerstand","title":"Führerloser Widerstand"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Christoph_Berndt","title":"Hans-Christoph Berndt"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Georg_Maa%C3%9Fen","title":"Hans-Georg Maaßen"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Thomas_Tillschneider","title":"Hans-Thomas Tillschneider"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust","title":"Holocaust"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung","title":"Identitäre Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Krankenmorde_in_der_Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_grosser_austausch_v1.png"},{"id":"innerer-reichsparteitag","term":"Innerer Reichsparteitag","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Katrin Müller-Hohenstein** (ZDF), **Wolfgang Kubicki** (FDP)","date_of_quote":"2010, 2013","context":"Der Begriff 'Innerer Reichsparteitag' erlangte 2010 größere Aufmerksamkeit, als ihn **Katrin Müller-Hohenstein**, eine Sportmoderatorin des ZDF, während einer Fußball-Weltmeisterschaftssendung verwendete. Sie kommentierte ein Tor des deutschen Spielers Miroslav Klose mit den Worten, es sei für ihn 'ein innerer Reichsparteitag'. Dies löste eine Kontroverse aus, da viele Zuschauer die Verwendung eines solchen Begriffs im Kontext eines Sportereignisses als unangemessen und geschmacklos empfanden. Später, im Jahr 2013, verwendete **Wolfgang Kubicki** (FDP) den Begriff im Zusammenhang mit dem politischen Engagement von Bernd Buchholz, was ebenfalls Kritik hervorrief. Kubicki weigerte sich jedoch, sich zu seiner Wortwahl zu äußern.","description":"Der Begriff 'Innerer Reichsparteitag' entstand während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Er diente als ironische oder parodistische Anspielung auf die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg, die als massive Propagandaveranstaltungen inszeniert wurden. \nNach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Begriff zunächst in den Hintergrund, wurde aber in bestimmten Kreisen weiterhin verwendet, oft in ironischem oder distanziertem Kontext. \nIn den letzten Jahrzehnten ist eine Wiederbelebung des Begriffs zu beobachten, wobei er gelegentlich in den Medien oder im öffentlichen Diskurs auftaucht. Diese Verwendung ist jedoch oft umstritten, da der Begriff aufgrund seiner NS-Vergangenheit als belastet gilt und bei vielen Menschen negative Assoziationen hervorruft. Die Verwendung des Begriffs wird oft als Verharmlosung der NS-Zeit kritisiert.","nsProof":"Der NS-Bezug des Begriffs 'Innerer Reichsparteitag' ist durch historische Quellen und wissenschaftliche Arbeiten belegt. Lutz Röhrich erwähnt den Begriff in seinem 'Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten' (1991) als eine mit parodistischer Beziehung auf die Nürnberger Nazi-Großaufmärsche aufgekommene Wendung. Auch Brackmann und Birkenhauer beschreiben in ihrem Buch über NS-Deutsch (1988) die Wendung in ähnlicher Weise. Victor Klemperer thematisiert in 'LTI: Notizbuch eines Philologen' die Kontamination der deutschen Sprache durch den Nationalsozialismus. Eckart Dietzfelbinger vom Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg betont die Wirkungsmächtigkeit der NS-Parteitage und die damit verbundene Verletzung von Gefühlen bei der Verwendung des Begriffs.","strategicPurpose":"1. VERHARMLOSUNG: Durch die ironische oder parodistische Verwendung des Begriffs wird die NS-Vergangenheit verharmlost und die Gräueltaten des Regimes relativiert. Dies kann dazu führen, dass die Sensibilität für die Gefahren des Rechtsextremismus abnimmt.\n2. NORMALISIERUNG: Die Verwendung des Begriffs im öffentlichen Diskurs, beispielsweise in den Medien, trägt zur Normalisierung von NS-Vokabular bei. Dies kann dazu führen, dass die Hemmschwelle für die Verwendung weiterer NS-belasteter Begriffe sinkt.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.focus.de/politik/deutschland/gefaehrlich-entgleist-innerer-reichsparteitag_id_2532034.html","sourceName":"Focus — Gefährlich entgleist: Innerer Reichsparteitag"},{"sourceUrl":"https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/wolfgang-kubickis-innerer-reichsparteitag-2273350.html","sourceName":"Tagesspiegel — Wolfgang Kubickis innerer Reichsparteitag"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Netz-debattiert-Reichsparteitags-Spruch/!5141074/","sourceName":"taz — Netz debattiert Reichsparteitags-Spruch"},{"sourceUrl":"https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/so-dahingesagt/","sourceName":"Jüdische Allgemeine — So dahingesagt"},{"sourceUrl":"https://www.susanne-kleiner.de/de/dem-frieden-zuliebe-zehn-redewendungen-die-wir-besser-aus-unserem-wortschatz-streichen","sourceName":"Susanne Kleiner — Dem Frieden zuliebe: Zehn Redewendungen, die wir besser aus unserem Wortschatz streichen"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://rollingplanet.de/vorsicht-vor-woertern-und-redewendungen-aus-der-ns-zeit/","sourceName":"Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":15},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":21},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":19},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":5},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":79},{"year":2017,"popularity":73},{"year":2018,"popularity":85},{"year":2019,"popularity":100},{"year":2020,"popularity":98},{"year":2022,"popularity":58},{"year":2023,"popularity":83},{"year":2024,"popularity":73},{"year":2025,"popularity":79},{"year":2026,"popularity":33}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Innerer_Reichsparteitag","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/N%C3%BCrnberg_Reichsparteitag_Kongresshalle.jpg","caption":"Reste des Kongresshalle auf dem Reichsparteitagsgelände Nürnberg","license":"CC BY-SA 3.0","attribution":"Geolina163","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a7/N%C3%BCrnberg_Reichsparteitag_Kongresshalle.jpg/960px-N%C3%BCrnberg_Reichsparteitag_Kongresshalle.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentationszentrum_Reichsparteitagsgel%C3%A4nde","title":"Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus","title":"Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Propaganda","title":"Nationalsozialistische Propaganda"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda","title":"Propaganda"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsparteitag","title":"Reichsparteitag"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Zeit des Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_innerer_reichsparteitag.png"},{"id":"judaisierung","term":"Judaisierung","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Immanuel Kant**, **Baron Paul Thiry d’Holbach**","date_of_quote":"1792","context":"Der Begriff \"Judaisierung\" erlebte im Nationalsozialismus eine massive propagandistische Aufladung. Er diente dazu, jüdische Menschen und deren vermeintlichen Einfluss auf verschiedene Bereiche des öffentlichen Lebens zu diffamieren und zu dämonisieren. Die Nationalsozialisten konstruierten eine Verschwörungstheorie, wonach Juden heimlich die Kontrolle über Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien anstrebten, um Deutschland zu unterwandern und zu schwächen. Diese Behauptungen wurden genutzt, um antijüdische Ressentiments zu schüren und die Bevölkerung für die Entrechtung, Verfolgung und schließlich die Vernichtung der Juden zu mobilisieren. Die \"Judaisierung\" wurde als Bedrohung für die \"arische Rasse\" und die \"deutsche Volksgemeinschaft\" dargestellt, was die Grundlage für den Holocaust bildete. Nach 1945 wurde der Begriff lange Zeit vermieden, erlebt aber in jüngster Zeit eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen.","description":"Der Begriff \"Judaisierung\" hat eine lange und komplexe Geschichte, die bis in die Aufklärung zurückreicht. Ursprünglich wurde er im Kontext religiöser und philosophischer Debatten verwendet, um die vermeintliche \"Verfälschung\" des Christentums durch jüdische Einflüsse zu kritisieren. Immanuel Kant sprach von einer \"Entjudaisierung des Christentums\", während andere Aufklärer wie Baron Paul Thiry d’Holbach zu einer \"revolutionären Emanzipation vom Judentum\" aufriefen. \nIm 19. Jahrhundert erfuhr der Begriff eine zunehmend antisemitische Aufladung, insbesondere im Kontext völkischer und nationalistischer Ideologien. Er wurde nun verwendet, um jüdische Menschen als fremde und schädliche Elemente in der Gesellschaft darzustellen, die angeblich die \"deutsche Kultur\" und \"Volksgemeinschaft\" unterwandern würden. \nIm Nationalsozialismus erreichte die antisemitische Instrumentalisierung des Begriffs ihren Höhepunkt. Die NS-Propaganda nutzte den Begriff \"Judaisierung\", um eine umfassende Verschwörungstheorie zu konstruieren, wonach Juden heimlich die Kontrolle über alle wichtigen Bereiche des öffentlichen Lebens anstrebten. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend vermieden, erlebt aber in jüngster Zeit eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen, die ihn nutzen, um antisemitische Ressentiments zu schüren und gegen vermeintliche \"jüdische Eliten\" zu hetzen.","nsProof":"Die NS-Ideologie instrumentalisierte den Begriff \"Judaisierung\" auf perfide Weise, um eine umfassende antisemitische Propaganda zu entfalten. Zahlreiche NS-Schriften und Reden diffamierten jüdische Menschen als \"Schädlinge\" und \"Parasiten\", die angeblich die \"deutsche Volksgemeinschaft\" unterwandern und zerstören würden. Diese Propaganda trug maßgeblich zur Entmenschlichung der Juden bei und schuf die ideologische Grundlage für den Holocaust. \nHistoriker wie Saul Friedländer und Götz Aly haben die Bedeutung der antisemitischen Propaganda für die NS-Vernichtungspolitik herausgearbeitet. Das Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin forscht intensiv zu den Kontinuitäten und Transformationen antisemitischer Stereotype und Verschwörungstheorien. Die Verwendung des Begriffs \"Judaisierung\" ist daher untrennbar mit der NS-Ideologie und dem Holocaust verbunden.","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Durch die Verwendung des Begriffs \"Judaisierung\" werden jüdische Menschen und ihre vermeintlichen Einflüsse auf die Gesellschaft pauschal abgewertet und dämonisiert. Dies schürt antijüdische Ressentiments und trägt zur Ausgrenzung und Diskriminierung von Juden bei.\n2. VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN: Der Begriff dient oft als Grundlage für Verschwörungstheorien, wonach Juden heimlich die Kontrolle über Wirtschaft, Politik und Medien anstreben. Solche Theorien sind demokratiegefährdend, weil sie das Vertrauen in Institutionen untergraben und zu Hass und Gewalt gegen Juden aufrufen können.\n3. IDENTITÄTSPOLITIK: Die Verwendung des Begriffs \"Judaisierung\" zielt darauf ab, eine homogene \"deutsche Identität\" zu konstruieren, die durch die Abgrenzung von jüdischen Menschen gestärkt werden soll. Dies spaltet die Gesellschaft und gefährdet den Zusammenhalt.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/1534_Fragen%20an%20die%20juedische%20Geschichte.pdf","sourceName":"bpb — Fragen an die jüdische Geschichte (PDF)"},{"sourceUrl":"https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/publikationen/antijudaismus/103c23.html?nav_id=6112&publication=1","sourceName":"Gerda Henkel Stiftung — 'Judaisierung' innerhalb der Aufklärung"},{"sourceUrl":"https://www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/editorial/download/paed/GEI-Abschlussbericht-01-2023.pdf","sourceName":"Fritz Bauer Institut — GEI-Abschlussbericht-01-2023.pdf"},{"sourceUrl":"https://berghof-foundation.org/files/publications/PrimeTextbuch.pdf","sourceName":"Berghof Foundation — PrimeTextbuch.pdf"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1952,"popularity":0},{"year":1976,"popularity":35},{"year":1981,"popularity":66},{"year":1983,"popularity":67},{"year":1985,"popularity":59},{"year":1987,"popularity":67},{"year":1988,"popularity":51},{"year":1990,"popularity":35},{"year":1992,"popularity":35},{"year":1996,"popularity":44},{"year":1998,"popularity":44},{"year":1999,"popularity":34},{"year":2006,"popularity":5},{"year":2010,"popularity":30},{"year":2011,"popularity":27},{"year":2012,"popularity":29},{"year":2013,"popularity":24},{"year":2015,"popularity":27},{"year":2016,"popularity":29},{"year":2020,"popularity":23},{"year":2021,"popularity":24},{"year":2022,"popularity":21},{"year":2024,"popularity":18},{"year":2025,"popularity":21},{"year":2026,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_judaisierung.png"},{"id":"jugend-muss-durch-jugend-gefuehrt-werden","term":"Jugend muss durch Jugend geführt werden","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Björn Höcke** (AfD), **Kevin Dorow** (AfD)","date_of_quote":"29.11.2025","context":"Der AfD-Politiker **Kevin Dorow** zitierte am 29. November 2025 auf dem Gründungskongress der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) in Gießen den Thüringer AfD-Chef **Björn Höcke** mit dem Ausspruch „Jugend muss durch Jugend geführt werden“. **Dorow** versicherte, dass dieses Prinzip der Leitstern der neuen Jugendorganisation sein müsse. Er betonte, die GD solle die „Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland“ sein. Die Staatsanwaltschaft Gießen prüfte, ob die Verwendung des Spruchs als Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen zu werten sei. **Björn Höcke** selbst hatte den Satz zuvor in einem Social-Media-Beitrag im August 2025 im Kontext der „Jungen Alternative“ (JA) verwendet.","description":"Der Ausspruch „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ stammt ursprünglich aus der Zeit der Bündischen Jugendbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er war Ausdruck des Wunsches nach Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Jugend. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Satz von der Hitlerjugend (HJ) übernommen und ideologisch umgedeutet. Er diente als Begründung für das Führerprinzip innerhalb der Jugendorganisationen und zur Indoktrination der Jugend im Sinne der NS-Ideologie. Nach 1945 geriet der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung weitgehend in Vergessenheit. In jüngster Zeit wird der Ausspruch jedoch von Akteuren der Neuen Rechten wiederbelebt, um eine vermeintliche natürliche Ordnung zu propagieren und die Notwendigkeit einer Führung durch „eigene“ Leute zu betonen.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung des Begriffs „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ ist durch zahlreiche historische Quellen und wissenschaftliche Arbeiten belegt. Historiker wie Gideon Botsch betonen, dass der Satz untrennbar mit der NS-Propaganda verbunden ist und für ein autoritäres, antidemokratisches Weltbild steht. Die Hitlerjugend nutzte den Spruch, um das Führerprinzip zu verankern und die Jugend im Sinne der NS-Ideologie zu erziehen (vgl. z.B. Michael Buddrus, „Totale Erziehung für den totalen Krieg: Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik“). Die Verwendung des Begriffs heute stellt somit eine bewusste oder unbewusste Bezugnahme auf diese ideologische Tradition dar.","strategicPurpose":"1. REKRUTIERUNG: Der Slogan dient als Anwerbungsstrategie, um junge Menschen anzusprechen und ihnen das Gefühl zu geben, Teil einer exklusiven, selbstverwalteten Gemeinschaft zu sein. Dies appelliert an das Autonomiebedürfnis Jugendlicher und verschleiert die dahinterliegende ideologische Agenda.\n2. IDEOLOGISCHE UNTERWANDERUNG: Durch die Betonung der „natürlichen“ Führung durch Gleichaltrige wird eine vermeintliche Notwendigkeit der Abgrenzung von älteren Generationen und etablierten Institutionen konstruiert. Dies untergräbt das Vertrauen in demokratische Strukturen und fördert die Akzeptanz autoritärer Führungskonzepte.\n3. NORMALISIERUNG RECHTER IDEOLOGIEN: Die Verwendung des Slogans, der historisch mit der Hitlerjugend verbunden ist, dient der Normalisierung rechtsextremer Ideologien. Indem der Ursprung in der Bündischen Jugend betont und die NS-Vergangenheit relativiert wird, soll der Begriff entlastet und für die eigenen Zwecke nutzbar gemacht werden.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.berliner-zeitung.de/news/bjoern-hoecke-bedient-sich-eines-leitsatzes-der-hitlerjugend-li.2347879","sourceName":"Berliner Zeitung — Björn Höcke bedient sich eines Leitsatzes der Hitlerjugend"},{"sourceUrl":"https://www.n-tv.de/politik/AfD-Jugend-Generation-Deutschland-startet-mit-rechten-Parolen-id30087623.html","sourceName":"n-tv — AfD-Jugend Generation Deutschland startet mit rechten Parolen"},{"sourceUrl":"https://www.kas.de/de/web/die-politische-meinung/artikel/detail/-/content/jugend-als-politisches-subjekt","sourceName":"KAS — Jugend als politisches Subjekt"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2026/03/wie-rechts-ist-die-generation-deutschland-parteiausschluss-kevin-dorow/","sourceName":"Campact — Wie rechts ist die Generation Deutschland? Parteiausschluss Kevin Dorow"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Gruendung-Generation-Deutschland/!6133527/","sourceName":"taz — Gründung „Generation Deutschland“: Rechtsextreme AfD-Jugendorganisation hat jetzt neuen Namen"},{"sourceUrl":"https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6894449e8d87bf286ac881a8/AfD-Bjoern-Hoecke-verbreitet-Leitsatz-der-Hitlerjugend.html","sourceName":"Welt — AfD: Björn Höcke verbreitet Leitsatz der Hitlerjugend"},{"sourceUrl":"https://www.spiegel.de/politik/deutschland/generation-deutschland-verdacht-auf-hitlerjugend-spruch-bei-afd-jugendorganisation-a-dd08fedf-9e10-468e-8b2b-7416811b14a9","sourceName":"Spiegel — Verdacht auf Hitlerjugend-Spruch bei AfD-Jugendorganisation"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42759/vokabeln-im-nationalsozialismus/","sourceName":"bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nazi-Vergleich","sourceName":"Wikipedia: Nazi-Vergleich"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":17},{"year":1906,"popularity":10},{"year":1913,"popularity":21},{"year":1916,"popularity":22},{"year":1921,"popularity":8},{"year":1922,"popularity":5},{"year":1932,"popularity":44},{"year":1933,"popularity":97},{"year":1934,"popularity":94},{"year":1935,"popularity":96},{"year":1938,"popularity":100},{"year":1939,"popularity":78},{"year":1940,"popularity":25},{"year":1943,"popularity":23},{"year":1944,"popularity":15},{"year":1945,"popularity":39},{"year":1946,"popularity":36},{"year":1947,"popularity":47},{"year":1952,"popularity":55},{"year":1953,"popularity":59},{"year":1954,"popularity":47},{"year":1958,"popularity":30},{"year":1961,"popularity":27},{"year":1966,"popularity":23},{"year":1967,"popularity":22},{"year":1970,"popularity":20},{"year":1971,"popularity":19},{"year":1977,"popularity":13},{"year":1992,"popularity":2},{"year":1998,"popularity":3},{"year":2015,"popularity":2},{"year":2020,"popularity":2},{"year":2024,"popularity":15},{"year":2025,"popularity":22},{"year":2026,"popularity":5}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_jugend_muss_durch_jugend_gefuehrt_werden.png"},{"id":"kameradschaft","term":"Kameradschaft","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"Theo Hespers, Hans Ebeling","date_of_quote":"1937","context":"Die Zeitschrift \"Kameradschaft – Schriften junger Deutscher\" wurde 1937 von einer Widerstandsgruppe im niederländischen Exil gegründet, um sich gegen die Nationalsozialisten zu verbünden. Trotz des Widerstandscharakters der Zeitschrift war die Sprache stark militärisch geprägt, mit Begriffen wie \"Führer\", \"Horden\" und \"Kameraden\", was zu Verwirrung über die Abgrenzung zur Hitlerjugend führte. Die Einleitung der Zeitschrift klang wie eine soldatisch geprägte Kabinenansprache im Fußball, was die militärische Konnotation des Begriffs \"Kameradschaft\" in dieser Zeit verdeutlicht. Die Verwendung des Begriffs \"Führer\" war damals üblich für Jugendgruppenleiter, aber die Schwüre von Zusammenhalt und Gefolgschaft wirken heute pathetisch. Die Zeitschrift zeigt, wie der Begriff \"Kameradschaft\" in der NS-Zeit sowohl für positive als auch für negative Zwecke instrumentalisiert wurde. Die Zeitschrift wurde von Theo Hespers und Dr. Hans Ebeling gegründet.","description":"Der Begriff \"Kameradschaft\" leitet sich vom spanischen \"camarada\" (Kammer) ab und bezeichnete ursprünglich eine Wohngemeinschaft von Soldaten. Im 17. Jahrhundert wandelte sich die Bedeutung zu \"Freundschaft, Gemeinschaft, Verbundenheit\".\nIm Nationalsozialismus wurde \"Kameradschaft\" zu einem zentralen Wert, der die militärische und gesellschaftliche Ordnung prägte. Sie diente der Schaffung einer vermeintlich homogenen Volksgemeinschaft und der Mobilisierung für den Krieg. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst kritisch betrachtet, da er stark mit dem NS-Regime assoziiert war. \nIn den letzten Jahrzehnten erlebte \"Kameradschaft\" eine Wiederbelebung, insbesondere in rechtsextremen Kreisen, wo sie zur Stärkung des Zusammenhalts und zur Abgrenzung von Andersdenkenden dient. Auch in der Bundeswehr wird der Begriff verwendet, um den Zusammenhalt und das Vertrauen unter den Soldaten zu betonen, wobei jedoch versucht wird, eine Abgrenzung zur NS-Ideologie zu gewährleisten.","nsProof":"Die NS-Ideologie instrumentalisierte den Begriff \"Kameradschaft\" gezielt zur Schaffung einer vermeintlich homogenen und loyalen Gemeinschaft. Thomas Kühne analysiert in seinem Buch \"Kameradschaft\" (2006), wie dieses Leitbild die Kriegserfahrung und -erinnerung prägte. Die Verwendung des Begriffs in der Wehrmacht, wie von Guy Sajer (Pseudonym für Guy Mouminoux) in seinen Memoiren beschrieben, zeigt die Verbreitung und Bedeutung von \"Kameradschaft\" im militärischen Kontext des NS-Regimes. Die Zeitschrift \"Kameradschaft – Schriften junger Deutscher\" (1937) verdeutlicht die ideologische Aufladung des Begriffs, selbst im Kontext des Widerstands.","strategicPurpose":"1. INTEGRATION: \"Kameradschaft\" dient der Integration von Personen in eine Gruppe, indem ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und gegenseitigen Verpflichtung erzeugt wird. Dies kann zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts und zur Mobilisierung für gemeinsame Ziele genutzt werden, auch wenn diese demokratiefeindlich sind.\n2. AUSGRENZUNG: Durch die Betonung der \"Kameradschaft\" innerhalb einer Gruppe werden gleichzeitig andere Personen oder Gruppen ausgegrenzt, die nicht Teil dieser Gemeinschaft sind. Dies kann zur Schaffung von Feindbildern und zur Abwertung von Andersdenkenden führen.\n3. IDEOLOGISCHE UNTERWANDERUNG: Der Begriff \"Kameradschaft\" kann dazu dienen, rechtsextreme Ideologien zu verschleiern und in die Gesellschaft zu tragen, indem er positiv konnotierte Werte wie Zusammenhalt und Loyalität mit extremistischen Zielen verbindet.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.a-r-g-e.de/aus-unserer-verbandszeitschrift/49-was-ist-kameradschaft","sourceName":"a-r-g-e.de — Was ist Kameradschaft?"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/jugendkulturen-in-deutschland/36268/kameradschaft/","sourceName":"bpb.de — Kameradschaft | Jugendkulturen in Deutschland (1950-2005)"},{"sourceUrl":"https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/soziologie/fakultaet/personen/kuehl/pdf/Grueneisen-2008-Kameradschaft-in-Militarorganisationen-Kameradschaft-in-Extremsituationen_-geringfugig-uberarbeitete-Version-der-Diplomarbeit-von-2008.pdf","sourceName":"uni-bielefeld.de — Kameradschaft in Militarorganisationen"},{"sourceUrl":"https://www.die-anachronistin.de/33-die-kameradschaft-schriften-junger-deutscher-teil-1/","sourceName":"die-anachronistin.de — Die Kameradschaft: Schriften junger Deutscher. Teil 1"},{"sourceUrl":"https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/aktuelles/diversity-day-kameradschaft-vielseitigkeit-5437134","sourceName":"bundeswehr.de — Diversity Day: Kameradschaft ist stark durch Vielseitigkeit"},{"sourceUrl":"https://wordpress.clarku.edu/wp-content/uploads/sites/176/2022/05/1996-GG-Kameradschaft-pdf-IPSE.pdf","sourceName":"wordpress.clarku.edu — Kameradschaft pdf"},{"sourceUrl":"https://germanhistory-intersections.org/de/deutschsein/ghis:document-217","sourceName":"germanhistory-intersections.org — Kameradschaft an der Front (Rückblick, 1967)"},{"sourceUrl":"https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/geschichte/geschichte-der-neuzeit/7354/kameradschaft","sourceName":"vandenhoeck-ruprecht-verlage.com — Kameradschaft"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":7},{"year":1902,"popularity":7},{"year":1910,"popularity":9},{"year":1911,"popularity":14},{"year":1916,"popularity":20},{"year":1917,"popularity":22},{"year":1918,"popularity":18},{"year":1923,"popularity":16},{"year":1933,"popularity":84},{"year":1935,"popularity":100},{"year":1936,"popularity":96},{"year":1940,"popularity":71},{"year":1945,"popularity":36},{"year":1958,"popularity":13},{"year":1983,"popularity":5},{"year":2011,"popularity":25},{"year":2015,"popularity":27},{"year":2016,"popularity":26},{"year":2020,"popularity":25},{"year":2024,"popularity":22},{"year":2025,"popularity":25},{"year":2026,"popularity":14}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kameradschaft","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bd/Nazi_Journal_Munich_Jan_27_1932_top.jpg","caption":"Front page of newspaper carrying an article on Norkus:\nVölkischer Beobachter Publisher Adolf Hitler; 27th edition 45th year Single issue 20 Pf. Austria 35 Groschen; National edition Munich, Wednesday, January 27, 1932; Organ ('fighting paper') of the National Socialist Movement of Greater Germany\nWe","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Realatheism","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bd/Nazi_Journal_Munich_Jan_27_1932_top.jpg/960px-Nazi_Journal_Munich_Jan_27_1932_top.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Arier","title":"Arier"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Kameradschaften","title":"Freie Kameradschaften"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung","title":"Gleichschaltung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Erich_Volkmann","title":"Hans-Erich Volkmann"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kameradschaft_%28Begriffskl%C3%A4rung%29","title":"Kameradschaft (Begriffsklärung)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kameradschaft_%28Film%29","title":"Kameradschaft (Film)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kameradschaft_%28Studentenorganisation%29","title":"Kameradschaft (Studentenorganisation)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager","title":"Konzentrationslager"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Leibstandarte_SS_Adolf_Hitler","title":"Leibstandarte SS Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Ranggef%C3%BCge","title":"NS-Ranggefüge"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Staat","title":"NS-Staat"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus","title":"Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Neonazismus","title":"Neonazismus"}],"imageUrl":"/images/illus_kameradschaft.png"},{"id":"kopftuchmaedchen","term":"Kopftuchmädchen","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Alice Weidel** (AfD), **Thilo Sarrazin** (SPD)","date_of_quote":"2010","context":"Der Begriff 'Kopftuchmädchen' erlangte größere Bekanntheit, nachdem **Thilo Sarrazin**, damals Mitglied der SPD, ihn im Jahr 2010 prägte. Dies führte zu erheblicher Kritik an Sarrazin. Im Bundestag verwendete **Alice Weidel** (AfD) den Begriff in einer Generalaussprache, was zu Empörung führte. Kritiker werfen Weidel vor, sich bewusst in die Tradition Sarrazins gestellt zu haben, um gezielt zu provozieren und eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Die Verwendung des Begriffs im politischen Diskurs, insbesondere durch prominente Politiker, trägt zur Normalisierung und Verbreitung einer abwertenden und ausgrenzenden Sprache bei. Der Begriff wird oft im Kontext von Debatten über Integration, Migration und die Rolle des Islam in Deutschland verwendet.","description":"Der Begriff 'Kopftuchmädchen' hat keine direkte NS-Vergangenheit, ist aber dennoch problematisch, da er Frauen auf ein äußeres Merkmal reduziert und sie entindividualisiert. Die Entstehung des Begriffs im modernen Kontext wird **Thilo Sarrazin** zugeschrieben, der ihn 2010 prägte. Die Verwendung des Begriffs durch Politiker wie **Alice Weidel** (AfD) zeigt, wie solche Begriffe in der politischen Auseinandersetzung instrumentalisiert werden können, um Ressentiments zu schüren und eine bestimmte gesellschaftliche Stimmung zu erzeugen. Die Bezeichnung wird oft im Plural verwendet, was den Eindruck einer homogenen Gruppe von Frauen mit Kopftuch erweckt und ihre Individualität negiert.","nsProof":"Der Begriff 'Kopftuchmädchen' stammt nicht aus der NS-Zeit. Er bedient jedoch essentialisierende Denkmuster, indem er Menschen auf ein einziges Merkmal reduziert. Die Verwendung des Begriffs durch Akteure wie **Alice Weidel** (AfD) verdeutlicht, wie solche sprachlichen Mittel in der politischen Agitation eingesetzt werden. Die Abwertung einer bestimmten Gruppe und die Reduktion auf Äußerlichkeiten stellt eine Form der Diskriminierung dar (vgl. Foroutan, Naika: Die postmigrantische Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2018).","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Ausgrenzung und Abwertung: Der Begriff dient dazu, muslimische Frauen zu stigmatisieren und sie als 'anders' und 'nicht zugehörig' darzustellen. Dies schürt Ressentiments und verstärkt die gesellschaftliche Spaltung.\n2. FUNKTION: Entindividualisierung: Durch die Reduktion auf das äußere Merkmal des Kopftuchs werden muslimische Frauen ihrer Individualität beraubt und als homogene Gruppe dargestellt. Dies verhindert eine differenzierte Auseinandersetzung mit ihren Lebensrealitäten und Bedürfnissen.\n3. FUNKTION: Mobilisierung von Vorurteilen: Der Begriff aktiviert negative Stereotypen und Vorurteile gegenüber Muslimen und dem Islam. Dies kann zu Diskriminierung, Hassrede und sogar Gewalt führen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.junge-islam-konferenz.de/aktuell/blog/framing-check-kopftuchmaedchen-ein-begriff-der-den-frauen-persoenlichkeit-nimmt/","sourceName":"Junge Islam Konferenz — Framing-Check: „Kopftuchmädchen“"},{"sourceUrl":"https://www.bundestag.de/resource/blob/543582/5ae376c30ac98b4e2bdc37d97cb0fefb/wd-1-020-17-pdf-data.pdf","sourceName":"Deutscher Bundestag — Wissenschaftliche Dienste — Sprachliche Manipulation im Parlament"},{"sourceUrl":"https://www.youtube.com/watch?v=ZEGj1T0pnR0","sourceName":"YouTube — Kanalname (Beispiel)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin","sourceName":"Wikipedia — Thilo Sarrazin"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":17},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":22},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":20},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":6},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":0},{"year":2018,"popularity":33},{"year":2019,"popularity":24},{"year":2020,"popularity":42},{"year":2021,"popularity":74},{"year":2022,"popularity":47},{"year":2023,"popularity":50},{"year":2024,"popularity":100},{"year":2025,"popularity":92},{"year":2026,"popularity":19}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_kopftuchmaedchen.png"},{"id":"krebsgeschwuer-als-metapher","term":"Krebsgeschwür (als Metapher)","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Markus Weber** (Publizist), **Bettina Hitzer** (Historikerin)","date_of_quote":"1930er Jahre","context":"Im Nationalsozialismus wurde die Krebsmetapher gezielt eingesetzt, um politische Gegner und \"rassisch Unerwünschte\" zu diffamieren. Historikerin **Bettina Hitzer** betont, dass Krebs als Metapher für \"politische Feinde\" und \"rassisch Unerwünschte\" diente, die als \"Krebsgeschwüre der Gesellschaft\" diffamiert wurden. Diese Diffamierung diente dazu, die Ausgrenzung und Verfolgung dieser Gruppen zu rechtfertigen. Die Angst vor der Krankheit wurde instrumentalisiert, um die Bevölkerung gegen diese Gruppen aufzuhetzen. Die Verwendung der Metapher war Teil einer umfassenden ideologischen Überformung des Umgangs mit Krankheit im Nationalsozialismus. \nDer Publizist **Markus Weber** analysierte, wie die Nationalsozialisten die Krebsmetapher zur Diskriminierung von Juden und Homosexuellen einsetzten.","description":"Die Verwendung von \"Krebsgeschwür\" als Metapher zur Diffamierung unerwünschter Bevölkerungsgruppen hat eine lange Vorgeschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Im Nationalsozialismus erfuhr diese Metapher eine ideologische Aufladung und wurde systematisch zur Ausgrenzung und Verfolgung von Juden, Homosexuellen und anderen Minderheiten eingesetzt. Nach 1945 wurde die Verwendung dieser Metapher weitgehend geächtet, erlebte jedoch in den letzten Jahren eine Wiederbelebung im Kontext rechtspopulistischer und rechtsextremer Ideologien. \nDie Metapher wird heute verwendet, um Migranten, politische Gegner oder andere als \"fremd\" wahrgenommene Gruppen zu diffamieren und auszugrenzen. 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DIFFAMIERUNG: Durch die Verwendung der Krebsmetapher werden bestimmte Gruppen als schädlich und gefährlich für den \"Volkskörper\" dargestellt. Dies dient dazu, Hass und Ablehnung gegenüber diesen Gruppen zu schüren und ihre Ausgrenzung zu rechtfertigen.\n2. LEGITIMIERUNG VON GEWALT: Die Metapher des \"Krebsgeschwürs\" impliziert, dass die Entfernung oder Vernichtung der betroffenen Gruppe notwendig ist, um den \"Volkskörper\" zu heilen. Dies kann als Rechtfertigung für Gewalt und Verfolgung dienen.\n3. MOBILISIERUNG: Die Angst vor der \"Krankheit\" und die Vorstellung, dass der \"Volkskörper\" bedroht ist, können genutzt werden, um die Bevölkerung zu mobilisieren und für politische Ziele zu instrumentalisieren. 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Der Begriff blieb trotz seiner NS-Verortung im Sprachgebrauch, insbesondere in genderneutrale Formulierungen, um Künstler*innen kollektiv zu bezeichnen.","description":"Der Begriff entstand 1933/34 mit der Reichskulturkammer, die alle kulturwirtschaftlich Tätigen unter 'Kulturschaffende' organisierte. 1934 unterschrieben Künstler*innen, darunter <strong>Ernst Barlach</strong>, den 'Aufruf der Kulturschaffenden' für Hitlers Machtkonzentration. Nach 1945 wurde er in der DDR institutionalisiert (z. B. 'Bitterfelder Konferenzen' 1959/64), um Kultur in den Dienst des Sozialismus zu stellen. In der BRD blieb er in der Presse, später in der Genderdebatte (z. B. als Alternative zu 'Künstler'). Heute wird er in Kulturpolitik und Medien ohne NS-Kontextualisierung genutzt.","nsProof":"Der Begriff wird in Süskinds 'Wörterbuch des Unmenschen' (1946) als NS-Neubildung kritisiert. Historische Dokumente wie der 'Aufruf der Kulturschaffenden' (1934) belegen seine NS-Verortung. In der NS-Zeit diente der Begriff zur Gleichschaltung der Kultur. Die Reichskulturkammer (1933) erzwang die Mitgliedschaft unter 'arischen' Künstlern, was den Begriff politisch instrumentierte.","strategicPurpose":"1. Funktion: Der Begriff ermöglicht geschlechtsneutrale Bezeichnungen, verdeckt aber die NS-Verortung. 2. Funktion: Er vermittelt eine kollektivistische Kulturvorstellung, die historisch mit der staatlichen Organisation von Kunstschaffenden verbunden ist. 3. 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ADN-ZB Mittelstädt 20.9.84 Berlin: Kulturschaffende\nDer Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honec","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 183-1984-0920-044 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/97/Bundesarchiv_Bild_183-1984-0920-044%2C_Berlin%2C_Empfang_Kulturschaffende_bei_Honecker.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Aufruf_der_Kulturschaffenden","title":"Aufruf der Kulturschaffenden"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels","title":"Joseph Goebbels"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kulturschaffenden_in_der_DDR","title":"Liste von Kulturschaffenden in der DDR"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus","title":"Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_kulturschaffende.png"},{"id":"lebensraum","term":"Lebensraum","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"<strong>Adolf Hitler</strong> (NSDAP)","date_of_quote":"1933","context":"Der Begriff 'Lebensraum' wurde von Adolf Hitler bereits in 'Mein Kampf' (1925/1926) als zentrales Expansionskonzept entwickelt. 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Die DHM (Deutsches Historisches Museum) unterstreicht in ihrer Ausstellung '1933–1945' die Rolle des Begriffs in der NS-Propaganda.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Der Begriff diente der Rechtfertigung territorialer Expansion durch die Konstruktion eines 'lebensnotwendigen' Raumes für das 'Volk'.\n2. FUNKTION: Er ermöglichte die Dehumanisierung von 'Lebensraum'-Besitzern (z.B. Slawen) durch die Darstellung als 'Räuber' des 'deutschen Lebensraums'.\n3. 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Notes on the Semantics oft the Jewish Problem with Special Reference to Germany' (1964) und 'Der jüdische Parasit' (1965) verwendet. Diese Schriften analysieren, wie der Begriff semantisch eingesetzt wurde, um Juden zu diffamieren und auszugrenzen. Die Verwendung des Begriffs zielte darauf ab, Juden als schädlich und unnütz für die deutsche Gesellschaft darzustellen. Die Arbeiten von **Bein** zeigen die ideologische Aufladung und den Missbrauch des Begriffs im Nationalsozialismus auf. Die Publikationen erschienen im Leo Baeck Institute und der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte.","description":"Der Begriff 'Parasit' stammt ursprünglich aus dem Griechischen (parasitos = 'Mitesser') und bezeichnete im antiken Griechenland eine Person, die auf Kosten anderer lebte. In der Biologie etablierte sich der Begriff im 18. Jahrhundert zur Beschreibung von Organismen, die sich von anderen Organismen ernähren. Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff zunehmend metaphorisch und abwertend auf soziale Gruppen übertragen. \nIm Nationalsozialismus wurde 'Parasit' zu einem zentralen Begriff der antisemitischen Propaganda, um Juden als 'Schädlinge' am 'Volkskörper' zu diffamieren. Nach 1945 wurde der Begriff in der politischen Auseinandersetzung seltener verwendet, erlebte aber in den letzten Jahren eine Wiederbelebung in rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen. Die Verwendung des Begriffs dient dazu, bestimmte Gruppen auszugrenzen und zu entmenschlichen.","nsProof":"Im Nationalsozialismus wurde der Begriff 'Parasit' systematisch zur Diffamierung und Ausgrenzung von Juden eingesetzt. **Alexander Bein** analysierte dies in seinen Werken 'The Jewish Parasite' (1964) und 'Der jüdische Parasit' (1965). Diese Arbeiten belegen, wie der Begriff ideologisch aufgeladen wurde, um Juden als schädlich und unnütz für die deutsche Gesellschaft darzustellen. Die Verwendung des Begriffs diente dazu, antisemitische Ressentiments zu schüren und die Entrechtung und Verfolgung von Juden zu rechtfertigen. Die Arbeiten von **Bein**, veröffentlicht im Leo Baeck Institute und den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte, sind zentrale Referenzen für die Analyse der NS-Sprache.","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Der Begriff dient dazu, bestimmte Gruppen (z.B. Geflüchtete, Juden, politische Gegner) als minderwertig und schädlich für die Gesellschaft darzustellen. Dies erzeugt ein Klima der Ausgrenzung und Feindseligkeit.\n2. ENTLASTUNG: Durch die Verwendung des Begriffs 'Parasit' wird die eigene Verantwortung für gesellschaftliche Probleme auf die diffamierte Gruppe abgewälzt. Dies dient der Entlastung der eigenen Anhängerschaft und der Ablenkung von eigenen Versäumnissen.\n3. LEGITIMATION VON GEWALT: Die Entmenschlichung der Zielgruppe durch den Begriff 'Parasit' kann als Rechtfertigung für Gewalt und Diskriminierung dienen. Wenn eine Gruppe als 'Schädling' wahrgenommen wird, erscheint ihre Bekämpfung als notwendige 'Schädlingsbekämpfung'.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1965_2_1_bein.pdf","sourceName":"Alexander Bein — Der jüdische Parasit (Vjh. f. Zeitgesch. 13)"},{"sourceUrl":"https://begriffsgeschichte.de/doku.php/begriffe/parasit","sourceName":"Begriffsgeschichte.de — Parasit"},{"sourceUrl":"https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/08/trotz-wohlstand-moenche-hatten-mehr-darmparasiten-als-das-volk/","sourceName":"National Geographic — Trotz Wohlstand: Mönche hatten mehr Darmparasiten als das Volk"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://www.wiwo.de/erfolg/trends/sprachgebrauch-welche-nazi-woerter-uns-im-alltag-begleiten/8352508.html","sourceName":"WirtschaftsWoche: Nazi-Wörter"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-drittes-reich/sprache-im-nationalsozialismus","sourceName":"Geschichte Abitur: Sprache im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://www.esquire.de/news/gesellschaft/verbrannte-worte-10-worte-ns-nazis-nationalsozialismus","sourceName":"Esquire: Vorsicht, Nazi-Vokabular!"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":100},{"year":1903,"popularity":80},{"year":1904,"popularity":41},{"year":1905,"popularity":45},{"year":1908,"popularity":51},{"year":1910,"popularity":34},{"year":1912,"popularity":25},{"year":1913,"popularity":19},{"year":1922,"popularity":32},{"year":1923,"popularity":37},{"year":1925,"popularity":39},{"year":1930,"popularity":33},{"year":1932,"popularity":34},{"year":1938,"popularity":26},{"year":1939,"popularity":22},{"year":1945,"popularity":43},{"year":1946,"popularity":38},{"year":1957,"popularity":17},{"year":1958,"popularity":18},{"year":1959,"popularity":16},{"year":1966,"popularity":11},{"year":1971,"popularity":23},{"year":1978,"popularity":17},{"year":1982,"popularity":20},{"year":1992,"popularity":20},{"year":2007,"popularity":18},{"year":2014,"popularity":21},{"year":2015,"popularity":24},{"year":2020,"popularity":28},{"year":2021,"popularity":24},{"year":2022,"popularity":25},{"year":2024,"popularity":26},{"year":2025,"popularity":27},{"year":2026,"popularity":23}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Parasitismus","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Aedes0142.jpg","caption":"Stechmücke: Aedes sp.","license":"CC BY-SA 2.0","attribution":"Danny Steaven","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Aedes0142.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Brutparasitismus","title":"Brutparasitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945","title":"Geschichte des Antisemitismus bis 1945"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperparasiten","title":"Hyperparasiten"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Parasit","title":"Jüdischer Parasit"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kleptoparasitismus","title":"Kleptoparasitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Larvalparasit","title":"Larvalparasit"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresparasiten_des_Menschen","title":"Meeresparasiten des Menschen"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Neuroparasit","title":"Neuroparasit"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Parasiten_des_Menschen","title":"Parasiten des Menschen"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Parasitologie","title":"Parasitologie"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Parasitus","title":"Parasitus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Phytoparasitismus","title":"Phytoparasitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialparasitismus","title":"Sozialparasitismus"}],"imageUrl":"/images/illus_parasit.png"},{"id":"passdeutsche","term":"Passdeutsche","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Unbekannte NPD-Autoren**","date_of_quote":"2018","context":"Der Begriff \"Passdeutsche\" wird abwertend verwendet, um Menschen mit Migrationshintergrund trotz deutscher Staatsbürgerschaft die Zugehörigkeit zur deutschen Nation abzusprechen. Dies zeigte sich in der öffentlichen Debatte um die Fußballspieler **Mesut Özil** und **İlkay Gündoğan** im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2018, nachdem diese sich mit dem türkischen Präsidenten **Recep Tayyip Erdoğan** getroffen hatten. Für einige Beobachter reichte die deutsche Staatsbürgerschaft der beiden Spieler nicht aus, um sie als vollwertige Deutsche anzuerkennen.","description":"Der Begriff \"Passdeutsche\" ist eine abwertende Bezeichnung für Menschen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Er unterstellt ihnen, dass sie trotz deutschen Passes keine \"richtigen\" Deutschen seien und sich nicht zugehörig fühlen. \nUrsprünglich wurde der Begriff in den 1980er und 1990er Jahren für Spätaussiedler aus Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion verwendet, die zwar als Deutsche galten, aber dennoch oft als \"anders\" wahrgenommen wurden. \nIn der Nachkriegszeit geriet der Begriff weitgehend in Vergessenheit, erlebte aber in den letzten Jahren eine Wiederbelebung, insbesondere im rechtspopulistischen und rechtsextremen Milieu. \nHeutzutage wird \"Passdeutsche\" verwendet, um eine vermeintliche Unterscheidung zwischen \"Deutschen mit deutschem Pass\" und \"echten Deutschen\" zu konstruieren, wobei letztere oft als ethnisch oder kulturell \"reiner\" definiert werden.","nsProof":"Der Begriff \"Passdeutsche\" ist zwar nicht originär nationalsozialistisch, wird aber in einer Weise verwendet, die an die NS-Ideologie der \"Volksgemeinschaft\" erinnert. Diese Ideologie basierte auf einem biologistischen und rassistischen Verständnis von \"Deutschsein\", das Menschen mit Migrationshintergrund ausschloss. \nDie Verwendung des Begriffs \"Passdeutsche\" dient dazu, eine vermeintliche \"natürliche\" oder \"authentische\" deutsche Identität zu konstruieren, die Menschen mit Migrationshintergrund abgesprochen wird. Dies steht im Einklang mit rechtsextremen Ideologien, die auf Ausgrenzung und Diskriminierung abzielen. \nDie Konstruktion einer ethnisch definierten \"Volksgemeinschaft\", wie sie im Nationalsozialismus propagiert wurde, widerspricht den Prinzipien der Gleichheit und Inklusion, die dem Grundgesetz zugrunde liegen (Art. 3 Abs. 3 GG).","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Ausgrenzung und Abwertung: Der Begriff dient dazu, Menschen mit Migrationshintergrund trotz deutscher Staatsbürgerschaft als \"nicht richtig deutsch\" zu markieren und sie somit aus der vermeintlichen \"Volksgemeinschaft\" auszuschließen.\n2. FUNKTION: Kulturelle Homogenisierung: Durch die Verwendung des Begriffs wird ein Idealbild des \"echten Deutschen\" konstruiert, das auf vermeintlich traditionellen Werten und einer \"reinen\" deutschen Kultur basiert. Dies dient dazu, Vielfalt zu delegitimieren und eine kulturelle Homogenisierung zu fördern.\n3. FUNKTION: Politische Mobilisierung: Der Begriff kann dazu verwendet werden, Ressentiments gegen Migranten und Geflüchtete zu schüren und politische Unterstützung für rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien zu mobilisieren, die eine restriktive Einwanderungspolitik fordern.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bedeutungonline.de/was-sind-passdeutsche-bedeutung-und-definition-erklaert/","sourceName":"bedeutungonline.de — Was sind Passdeutsche? Bedeutung und Definition erklärt"},{"sourceUrl":"https://glossar.neuemedienmacher.de/glossar/passdeutsche/","sourceName":"neuemedienmacher.de — Passdeutsche"},{"sourceUrl":"https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2025/unwort-des-jahres-2024-biodeutsch","sourceName":"uni-marburg.de — Unwort des Jahres 2024: biodeutsch"},{"sourceUrl":"https://stadt.muenchen.de/dam/jcr:e1fa3996-fd19-4970-a00c-c8ad5503a4c1/FolderA6_Volksbegriff_Online.pdf","sourceName":"stadt.muenchen.de — Volksbegriff"},{"sourceUrl":"https://www.politische-laboratorien.de/die-nation-erzahlen/die-deutsche-staatsburgerschaft-das-narrativ-der-nationalen-loyalitat","sourceName":"politische-laboratorien.de — Die deutsche Staatsbürgerschaft: Das Narrativ der nationalen Loyalität"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":20},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":26},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":24},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1943,"popularity":16},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":7},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":7},{"year":2016,"popularity":4},{"year":2017,"popularity":5},{"year":2020,"popularity":37},{"year":2021,"popularity":59},{"year":2022,"popularity":54},{"year":2023,"popularity":65},{"year":2024,"popularity":77},{"year":2025,"popularity":100},{"year":2026,"popularity":75}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Passdeutsche","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_passdeutsche.png"},{"id":"reichsbuerger","term":"Reichsbürger","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Wolfgang Ebel** (Kommissarische Reichsregierung), **Peter Fitzek** (Königreich Deutschland), **Heinrich XIII Prinz Reuß** (Patriotische Union)","date_of_quote":"29. August 2020","context":"Am 29. August 2020 überstiegen hunderte Menschen am Rande einer Anti-Lockdown-Demonstration in Berlin die Absperrungen um den Deutschen Bundestag und erklommen die Treppen des Reichstagsgebäudes. Demonstrierende schwenkten die schwarz-weiß-rote Fahne des Deutschen Reichs. Zuvor hatte eine Heilpraktikerin, die dem \"Reichsbürger\"- und \"QAnon\"-Milieu zugerechnet wird, auf einer Bühne verkündet, der damalige US-Präsident **Donald Trump** sei zur Befreiung Deutschlands in Berlin gelandet. Viele Anhänger der Reichsbürger-Ideologie erwarten von **Donald Trump** und **Wladimir Putin** die Rettung vor der Weltverschwörung und dem unterstellten „Great Reset\".","description":"Der Begriff \"Reichsbürger\" bezeichnet Einzelpersonen und Gruppierungen, die die Legitimität der Bundesrepublik Deutschland ablehnen und behaupten, das Deutsche Reich bestehe fort. \nEinschlägige Argumentationsmuster kursierten bereits im frühen Nachkriegsrechtsextremismus. Als erste feste Organisation gilt die 1985 von **Wolfgang Ebel** gegründete \"Kommissarische Reichsregierung\" (KRR). \nAb Mitte der 2000er Jahre erlebte die Szene einen Aufschwung mit der Gründung weiterer Gruppierungen und Pseudo-Staaten. \nIn den 2010er Jahren erlangte das Phänomen größere öffentliche Aufmerksamkeit, insbesondere durch den Mord an einem Polizisten im Jahr 2016. Reichsbürger verweigern sich oft staatlichen Institutionen und Gesetzen, was zu Konflikten mit Behörden führt.","nsProof":"Obwohl der Begriff \"Reichsbürger\" nicht direkt aus der NS-Zeit stammt, ist er NS-kontaminiert, da die Ideologie oft auf einer Verklärung des Deutschen Reichs basiert und revisionistische Geschichtsbilder verbreitet. Die Berufung auf das Deutsche Reich impliziert eine Ablehnung der Nachkriegsordnung und der demokratischen Werte. Rechtsextreme nutzen den Begriff, um eine Kontinuität zum NS-Regime herzustellen und die Bundesrepublik als illegitim darzustellen (vgl. Butterwegge, Rechtsextremismus im 21. Jahrhundert). Die Schnittmengen mit antisemitischen und verschwörungsideologischen Denkmustern verstärken die NS-Kontamination (vgl. Apuz, Reichsbürger und Souveränismus).","strategicPurpose":"1. ABLEHNUNG DER STAATLICHEN ORDNUNG: Durch die Leugnung der Legitimität der Bundesrepublik Deutschland untergraben Reichsbürger das Vertrauen in staatliche Institutionen und Gesetze. Dies schwächt die Autorität des Staates und gefährdet die Rechtsstaatlichkeit.\n2. MOBILISIERUNG GEGEN DEMOKRATISCHE PROZESSE: Reichsbürger nutzen ihre Ideologie, um gegen politische Entscheidungen und Maßnahmen zu agitieren. Sie instrumentalisieren Demonstrationen und soziale Medien, um ihre Anhänger zu mobilisieren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.\n3. VERBREITUNG VON VERSCHWÖRUNGSERZÄHLUNGEN: Reichsbürger sind oft Teil eines Netzwerks von Verschwörungstheoretikern, die Desinformationen verbreiten und das Vertrauen in Medien und Wissenschaft untergraben. Dies führt zu einer Polarisierung der Gesellschaft und erschwert eine rationale politische Debatte.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/verschwoerungstheorien-2021/339286/reichsbuerger-und-souveraenismus/","sourceName":"Bundeszentrale für politische Bildung — Reichsbürger und Souveränismus (Apuz)"},{"sourceUrl":"https://mi.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/MI/4._Service/Publikationen/4._Verfassungsschutz/Brosch%C3%BCren/Tagungsband_Reichsbuerger.pdf","sourceName":"Ministerium für Inneres Sachsen-Anhalt — Tagungsband Reichsbürger"},{"sourceUrl":"https://www.waldorfschule.de/fileadmin/redakteure/Downloads/Blickpunkte/Reichsbuerger_web.pdf","sourceName":"Waldorfschule — Reichsbürger"},{"sourceUrl":"https://schule.zdf.de/video/die-welt-der-reichsbuerger-traeumer-aussteiger-extremisten-102","sourceName":"ZDF Schule — Die Welt der Reichsbürger"},{"sourceUrl":"https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Meldungen+und+Archiv/Schoene+alte+Welt","sourceName":"Verfassungsschutz Baden-Württemberg — Schöne alte Welt"},{"sourceUrl":"https://www.kas.de/de/web/extremismus/rechtsextremismus/reichsbuerger","sourceName":"Konrad-Adenauer-Stiftung — Reichsbürger"},{"sourceUrl":"https://www.inlibra.com/10.5771/9783845288642-158.pdf","sourceName":"Inlibra — Jahrbuch Extremismus & Demokratie"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42759/vokabeln-im-nationalsozialismus/","sourceName":"bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1910,"popularity":2},{"year":1929,"popularity":1},{"year":1937,"popularity":44},{"year":1945,"popularity":8},{"year":1958,"popularity":1},{"year":1967,"popularity":0},{"year":1986,"popularity":0},{"year":2013,"popularity":18},{"year":2014,"popularity":35},{"year":2015,"popularity":47},{"year":2019,"popularity":91},{"year":2020,"popularity":97},{"year":2021,"popularity":86},{"year":2022,"popularity":96},{"year":2023,"popularity":94},{"year":2024,"popularity":91},{"year":2025,"popularity":100},{"year":2026,"popularity":14}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsb%C3%BCrgerbewegung","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/96/Berlin_proteste_15.09.2013_18-36-30.JPG","caption":"Berlin: „Protestkundgebung“ von Angehörigen von Gruppen, die behaupten, dass die BRD nie als Staat im Sinne des Völkerrechts existiert hat, und dass das Deutsche Reich (wie es von 1918 an existiert hat) nach 1945 fortbestand und noch heute besteht. 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Propagandaminister **Joseph Goebbels** nutzte den Begriff wiederholt in seinen Reden und Schriften, um Juden, politische Gegner und andere unerwünschte Elemente als eine Bedrohung für die \"Volksgesundheit\" darzustellen. Diese Rhetorik schuf eine Atmosphäre der Angst und des Hasses, die zur Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich zur Vernichtung dieser Gruppen beitrug. Die Verwendung des Begriffs \"Schädling\" war somit ein zentrales Element der NS-Propaganda und trug maßgeblich zur Vorbereitung und Rechtfertigung des Holocaust bei. Die Kartoffelkäfer-Fibel vom Kartoffelkäfer-Abwehrdienst des Reichsnährstandes wurde an Schulkinder verteilt, um die Bevölkerung frühzeitig zu indoktrinieren.","description":"Der Begriff \"Schädling\" hat eine lange Geschichte, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht, als Menschen begannen, sich gegen Tiere zu wehren, die ihre Vorräte bedrohten. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff immer weiter gefasst und umfasste schließlich auch Pflanzen und Mikroorganismen. Im Nationalsozialismus erfuhr der Begriff eine radikale Umdeutung und wurde zu einem zentralen Element der rassistischen Ideologie. Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Minderheiten wurden als \"Volksschädlinge\" diffamiert und mit Ungeziefer verglichen, das es auszurotten gelte. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst gemieden, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Heute wird der Begriff wieder vermehrt verwendet, um Migranten, politische Gegner und andere unerwünschte Gruppen zu diffamieren und zu entmenschlichen. Die Geschichte des Begriffs \"Schädling\" zeigt, wie Sprache missbraucht werden kann, um Hass und Gewalt zu schüren.","nsProof":"Die NS-Ideologie bediente sich biologistischer Denkmuster, um Menschengruppen als minderwertig und schädlich für den \"Volkskörper\" darzustellen. Der Begriff \"Schädling\" wurde dabei gezielt eingesetzt, um eine Analogie zwischen Menschen und Ungeziefer herzustellen und so die Hemmschwelle für Gewalt und Vernichtung zu senken. Diese Instrumentalisierung des Begriffs ist in zahlreichen NS-Dokumenten und Reden belegt (Aly, Götz: \"Warum die Deutschen? Warum die Juden?\"). Die Forschung von Sarah Jansen (Sarah Jansen: \"Schädlinge. Geschichte eines wissenschaftlichen und politischen Konstrukts 1840-1920\") zeigt, wie die Schädlingsbekämpfung bereits vor dem Nationalsozialismus von Kriegsmetaphern geprägt war und wie diese Denkweise die Grundlage für die spätere \"Ausmerzung\" von \"Volksschädlingen\" schuf. Die Verwendung von Zyklon B zur Schädlingsbekämpfung und später in Konzentrationslagern verdeutlicht die Verbindung zwischen wissenschaftlichen Praktiken und ideologisch motiviertem Massenmord.","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Durch die Verwendung des Begriffs \"Schädling\" werden bestimmte Gruppen entmenschlicht und als minderwertig dargestellt. Dies erleichtert es, Hass und Ablehnung gegen diese Gruppen zu schüren und sie zu diskriminieren.\n2. AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, eine klare Trennlinie zwischen \"uns\" und \"denen\" zu ziehen. Die als \"Schädlinge\" bezeichneten Gruppen werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen und als Bedrohung für die \"Volksgemeinschaft\" dargestellt.\n3. RECHTFERTIGUNG VON GEWALT: Indem bestimmte Gruppen als \"Schädlinge\" bezeichnet werden, wird Gewalt gegen sie legitimiert. 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LPG Grossrügeln, Schädlingsbekämpfung\nZentralbild Siegert Mo-EW 7.8.1956 Schädlingsbekämpfung im Kreis Riesa. UBz: Ein gefährlicher Feind d","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 183-40687-0004 / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/20/Bundesarchiv_Bild_183-40687-0004%2C_LPG_Grossr%C3%BCgeln%2C_Sch%C3%A4dlingsbek%C3%A4mpfung.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Sch%C3%A4dlingsbek%C3%A4mpfung","title":"Biologische Schädlingsbekämpfung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Forstsch%C3%A4dling","title":"Forstschädling"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holzsch%C3%A4dling","title":"Holzschädling"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Sch%C3%A4dlingen_und_L%C3%A4stlingen_im_Haushalt","title":"Liste von Schädlingen und Lästlingen im Haushalt"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda","title":"NS-Propaganda"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4dlinge_%28Film%29","title":"Schädlinge (Film)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4dlingsbek%C3%A4mpfung","title":"Schädlingsbekämpfung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Volkssch%C3%A4dling","title":"Volksschädling"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Vorratssch%C3%A4dling","title":"Vorratsschädling"}],"imageUrl":"/images/illus_schaedling.png"},{"id":"sippenhaft","term":"Sippenhaft","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Unbekannt**","date_of_quote":"2021","context":"Der Begriff \"Sippenhaft\" wird im modernen Kontext selten direkt von Politikern verwendet, sondern eher in der öffentlichen und juristischen Diskussion, wenn vermeintliche oder tatsächliche kollektive Verantwortlichkeiten diskutiert werden. Ein Beispiel findet sich in einem Artikel der Caritas NRW von 2021, der die Frage aufwirft, ob bestimmte Regelungen im Sozialrecht, wie die Kostenübernahme für die Sozialbestattung eines Halbbruders, eine Form von \"Sippenhaft\" darstellen. Der Artikel kritisiert, dass eine Frau für die Bestattungskosten eines ihr unbekannten Halbbruders aufkommen soll, nur weil beide denselben Vater haben. Dies wird als eine mögliche \"Sippenhaft im Sozialrecht\" interpretiert, da die Frau für eine vermeintliche \"Jugendsünde\" ihres Vaters zur Verantwortung gezogen wird. Der Artikel betont, dass im deutschen Recht eigentlich das strafrechtliche Schuldprinzip und die zivilrechtliche Verschuldenshaftung gelten sollten, die eine persönliche Vorwerfbarkeit voraussetzen. Die Autorin kritisiert die bestehende Rechtslage und die strenge Auslegung der Gerichte, die in solchen Fällen oft eine Zahlungspflicht sehen, auch wenn keine persönliche Beziehung zwischen den Betroffenen bestand. \nEs ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um eine juristische und gesellschaftliche Debatte handelt und nicht um eine direkte politische Aussage.","description":"Der Begriff \"Sippenhaft\" bezeichnet ursprünglich die Verantwortlichkeit einer Sippe für die Taten eines ihrer Mitglieder. Im germanischen Recht war die Sippenhaftung ein gängiges Prinzip, bei dem die gesamte Familie oder der Clan für die Vergehen eines Einzelnen haftete. Mit der Christianisierung und der Entwicklung des feudalen Systems trat die persönliche Verantwortung jedoch zunehmend in den Vordergrund. \nIm Nationalsozialismus wurde die Sippenhaft als ein Instrument der Terrorherrschaft missbraucht. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde die Sippenhaft per Dekret wieder eingeführt und gegen Familienangehörige der Verschwörer angewendet. Zahlreiche Familien wurden inhaftiert, enteignet und entrechtet. \nNach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sippenhaft als unvereinbar mit den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenwürde geächtet. Dennoch taucht der Begriff in der öffentlichen Diskussion immer wieder auf, wenn es um die Frage der kollektiven Verantwortung oder um vermeintliche Ungerechtigkeiten im Sozialrecht geht. \nDie Verwendung des Begriffs ist jedoch problematisch, da er oft dazu dient, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen und eine Verbindung zur NS-Zeit herzustellen.","nsProof":"Die Sippenhaft erfuhr ihre pervertierte Renaissance im NS-Regime. Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde durch ein geheimes Reichsgesetz die Sippenhaft wieder eingeführt. Familienangehörige von Widerstandskämpfern wurden inhaftiert, enteignet und entrechtet. Ziel war es, jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken und die Bevölkerung durch Angst und Schrecken gefügig zu machen. Die NS-Sippenhaft ist ein Paradebeispiel für die Instrumentalisierung des Rechts zur Durchsetzung einer totalitären Ideologie. \nDie Forschung hat die Mechanismen und Folgen der NS-Sippenhaft umfassend dokumentiert (vgl. u.a. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung im Spiegel der Forschung. München: Oldenbourg, 1991; Longerich, Peter: Heinrich Himmler. Biographie. München: Siedler, 2008). Die systematische Verfolgung und Vernichtung ganzer Familien aufgrund der Taten Einzelner stellt einen eklatanten Bruch mit den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenwürde dar.","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Durch den Vorwurf der \"Sippenhaft\" werden Einzelpersonen oder Gruppen pauschal für die Taten anderer verantwortlich gemacht. Dies dient dazu, diese zu diskreditieren und gesellschaftlich auszugrenzen.\n2. VERHARMLOSUNG: Die Verwendung des Begriffs \"Sippenhaft\" in Bezug auf heutige politische oder gesellschaftliche Verhältnisse kann dazu dienen, die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen und zu relativieren, indem eine Gleichsetzung mit weniger gravierenden Sachverhalten suggeriert wird.\n3. ANGSTPROPAGANDA: Die Beschwörung von \"Sippenhaft\" kann dazu dienen, Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu schüren, indem eine Bedrohung durch kollektive Bestrafung suggeriert wird. Dies kann dazu beitragen, eine Atmosphäre der Einschüchterung und des Misstrauens zu erzeugen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.duden.de/rechtschreibung/Sippenhaft","sourceName":"Duden — Sippenhaft"},{"sourceUrl":"https://www.duden.de/rechtschreibung/Sippenhaftung","sourceName":"Duden — Sippenhaftung"},{"sourceUrl":"https://forhistiur.net/en/2000-10-maihold/?l=de","sourceName":"forhistiur.net — Deutsche Rechtssprichwörter und deutsches Recht"},{"sourceUrl":"https://www.caritas-nrw.de/magazin/2021/artikel/sippenhaft-im-sozialrecht-51780f47-4de7-469a-8ca7-b63ad03a551c","sourceName":"Caritas NRW — Sippenhaft im Sozialrecht?"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":22},{"year":1946,"popularity":44},{"year":1953,"popularity":61},{"year":1957,"popularity":55},{"year":1958,"popularity":59},{"year":1966,"popularity":39},{"year":1968,"popularity":34},{"year":1969,"popularity":38},{"year":1978,"popularity":82},{"year":1980,"popularity":74},{"year":1981,"popularity":62},{"year":1982,"popularity":63},{"year":1985,"popularity":59},{"year":1993,"popularity":94},{"year":1995,"popularity":97},{"year":1996,"popularity":92},{"year":1999,"popularity":81},{"year":2000,"popularity":80},{"year":2001,"popularity":85},{"year":2002,"popularity":74},{"year":2003,"popularity":75},{"year":2010,"popularity":76},{"year":2011,"popularity":77},{"year":2012,"popularity":74},{"year":2013,"popularity":78},{"year":2014,"popularity":77},{"year":2015,"popularity":82},{"year":2020,"popularity":97},{"year":2022,"popularity":96},{"year":2023,"popularity":99},{"year":2024,"popularity":90},{"year":2025,"popularity":92},{"year":2026,"popularity":41}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaftung","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Sippenhaft.jpg","caption":"sippenhaft. a family in prison","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Snuvnia","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/51/Sippenhaft.jpg/960px-Sippenhaft.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation","title":"Deportation"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_starkes_Team%3A_Sippenhaft","title":"Ein starkes Team: Sippenhaft"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager","title":"Konzentrationslager"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Staat","title":"NS-Staat"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel","title":"Schutzstaffel"}],"imageUrl":"/images/illus_sippenhaft.png"},{"id":"sonderbehandlung","term":"Sonderbehandlung","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Reinhard Heydrich** (NSDAP), **Emil Mazuw** (SS), **Robert Mulka** (SS)","date_of_quote":"20.09.1939","context":"Der Begriff \"Sonderbehandlung\" wurde im Nationalsozialismus als Tarnbezeichnung für die Ermordung von Menschen verwendet. Erstmals tauchte er in einem Runderlass von **Reinhard Heydrich**, dem Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, vom 20. September 1939 an alle Staatspolizeistellen auf. Darin wurde die \"Sonderbehandlung\" als Mittel zur Bekämpfung der \"Wehrkraftzersetzung\" angeordnet, was in der Praxis Exekutionen bedeutete. Später wurde der Begriff in Konzentrationslagern und Vernichtungslagern verwendet, um die systematische Tötung von Häftlingen zu verschleiern. Zeugenaussagen von NS-Tätern wie **Emil Mazuw** und **Robert Mulka** bestätigen, dass \"Sonderbehandlung\" in SS-Kreisen als Euphemismus für \"Liquidierung\" oder \"Mord\" verstanden wurde. Die Verwendung des Begriffs diente dazu, die Gräueltaten des NS-Regimes zu verschleiern und die Täter von ihrer Verantwortung zu entlasten.","description":"Der Begriff \"Sonderbehandlung\" existierte bereits vor dem Nationalsozialismus, erfuhr aber unter der NS-Herrschaft eine radikale Umdeutung. \nAb 1939 wurde er systematisch als Tarnbezeichnung für die Ermordung von Menschen eingesetzt, insbesondere im Kontext der \"Euthanasie\"-Programme und der \"Endlösung der Judenfrage\". \nNach 1945 wurde der Begriff zunächst vor allem im Kontext der Aufarbeitung der NS-Verbrechen verwendet. \nHeutzutage wird der Begriff meist in seiner ursprünglichen Bedeutung verwendet, jedoch mahnen Experten zur Vorsicht, da die NS-Belastung weiterhin präsent ist. Die Verwendung des Begriffs kann als Verharmlosung der NS-Verbrechen wahrgenommen werden, insbesondere wenn er im Zusammenhang mit Gruppen oder Personen verwendet wird, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.","nsProof":"Der NS-Nachweis für den Begriff \"Sonderbehandlung\" ist durch zahlreiche historische Dokumente und Zeugenaussagen belegt. **Reinhard Heydrichs** Erlass vom 20. September 1939 gilt als frühester Beleg für die Verwendung des Begriffs als Tarnbezeichnung für Exekutionen (siehe Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, Band 2, Artikel von Hellmuth Auerbach). Die Aussagen von SS-Tätern wie **Emil Mazuw** und **Robert Mulka** in Nachkriegsprozessen bestätigen die Bedeutung von \"Sonderbehandlung\" als Euphemismus für Mord (siehe GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus). Matthias Heine analysiert in seinem Buch «Verbrannte Wörter» die NS-Konnotation des Begriffs. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) führt \"Sonderbehandlung\" als eine von zehn Stigmavokabeln auf.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Verschleierung der NS-Verbrechen: Der Begriff diente dazu, die tatsächlichen Gräueltaten des NS-Regimes zu verschleiern und die Täter von ihrer Verantwortung zu entlasten. Durch die Verwendung eines harmlos klingenden Begriffs sollte die Öffentlichkeit über die wahren Absichten getäuscht werden.\n2. FUNKTION: Entmenschlichung der Opfer: Die Verwendung des Begriffs trug zur Entmenschlichung der Opfer bei, indem sie zu bloßen Objekten einer \"Sonderbehandlung\" degradiert wurden. Dies erleichterte es den Tätern, die Verbrechen zu begehen, ohne Schuldgefühle zu empfinden.\n3. FUNKTION: Normalisierung von Gewalt: Durch die Verwendung des Begriffs wurde Gewalt normalisiert und als legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele dargestellt. Dies trug dazu bei, eine Kultur der Gewalt und des Terrors zu schaffen, in der Menschenrechte keine Rolle spielten.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42744/zehn-stigmavokabeln/","sourceName":"bpb.de — Zehn Stigmavokabeln (Artikel)"},{"sourceUrl":"https://www.wiwo.de/erfolg/trends/sprachgebrauch-welche-nazi-woerter-uns-im-alltag-begleiten/8352508.html","sourceName":"wiwo.de — Welche Nazi-Wörter uns im Alltag begleiten (Artikel)"},{"sourceUrl":"https://www.infosperber.ch/politik/die-nzz-greift-in-den-giftschrank-des-ns-jargons/","sourceName":"infosperber.ch — Die NZZ greift in den Giftschrank des NS-Jargons (Artikel)"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunkkultur.de/wie-die-wortschoepfungen-der-nazis-weiterleben-100.html","sourceName":"deutschlandfunkkultur.de — Wie die Wortschöpfungen der Nazis weiterleben (Artikel)"},{"sourceUrl":"http://www.ns-euthanasie.de/index.php/sonderbehandlung","sourceName":"ns-euthanasie.de — Sonderbehandlung (Artikel)"},{"sourceUrl":"https://www.gra.ch/bildung/glossar/sonderbehandlung/","sourceName":"gra.ch — Sonderbehandlung (Glossareintrag)"},{"sourceUrl":"https://neu.aggb-katalog.de/vufind/Record/its.16690/HierarchyTree?recordID=its.16690","sourceName":"aggb-katalog.de — Der Begriff \"Sonderbehandlung\" im Sprachgebrauch der SS (Artikel)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://www.esquire.de/news/gesellschaft/verbrannte-worte-10-worte-ns-nazis-nationalsozialismus","sourceName":"Esquire: Vorsicht, Nazi-Vokabular!"},{"sourceUrl":"https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/woerter-des-grauens-nazivokabular-wird-heute-noch-verwendet","sourceName":"SRF Kultur: Wörter des Grauens"},{"sourceUrl":"https://rollingplanet.de/vorsicht-vor-woertern-und-redewendungen-aus-der-ns-zeit/","sourceName":"Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit"},{"sourceUrl":"https://heulermagazin.de/2023/11/10/redewendungen-aus-der-nazi-zeit-in-unserem-alltag/","sourceName":"Heuler Magazin: Redewendungen aus der Nazi-Zeit"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1932,"popularity":15},{"year":1933,"popularity":41},{"year":1937,"popularity":44},{"year":1939,"popularity":45},{"year":1940,"popularity":23},{"year":1942,"popularity":41},{"year":1943,"popularity":58},{"year":1945,"popularity":69},{"year":1946,"popularity":67},{"year":1947,"popularity":78},{"year":1949,"popularity":73},{"year":1951,"popularity":71},{"year":1952,"popularity":90},{"year":1956,"popularity":94},{"year":1957,"popularity":98},{"year":1958,"popularity":93},{"year":1961,"popularity":20},{"year":1970,"popularity":12},{"year":1971,"popularity":14},{"year":1977,"popularity":18},{"year":1986,"popularity":25},{"year":1987,"popularity":26},{"year":1994,"popularity":35},{"year":2011,"popularity":22},{"year":2012,"popularity":23},{"year":2013,"popularity":22},{"year":2014,"popularity":24},{"year":2015,"popularity":23},{"year":2016,"popularity":25},{"year":2018,"popularity":25},{"year":2020,"popularity":27},{"year":2021,"popularity":26},{"year":2022,"popularity":27},{"year":2023,"popularity":25},{"year":2024,"popularity":25},{"year":2025,"popularity":24},{"year":2026,"popularity":10}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderbehandlung","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/69/Bundesarchiv_Bild_152-11-12%2C_Dachau%2C_Konzentrationslager%2C_Besuch_Himmlers.jpg","caption":"For documentary purposes the German Federal Archive often retained the original image captions, which may be erroneous, biased, obsolete or politically extreme. Dachau, Konzentrationslager, Besuch Himmlers\nSchutzhaftlager Dachau.- Besuch der NSDAP, Himmler\nEnglish: Protective Custody Camp Dachau -- ","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 152-11-12 / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/69/Bundesarchiv_Bild_152-11-12%2C_Dachau%2C_Konzentrationslager%2C_Besuch_Himmlers.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation","title":"Deportation"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4die_des_Nationalsozialismus","title":"Enzyklopädie des Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler","title":"Heinrich Himmler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Mischehe_%28Nationalsozialismus%29","title":"Mischehe (Nationalsozialismus)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Prozesse","title":"NS-Prozesse"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Prozess_Oberkommando_der_Wehrmacht","title":"Prozess Oberkommando der Wehrmacht"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel","title":"Schutzstaffel"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","title":"Sprache des Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_sonderbehandlung.png"},{"id":"staatsfeind","term":"Staatsfeind","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"Adolf Hitler (NSDAP), Josef Stalin (KPdSU)","date_of_quote":"1933","context":"Der Begriff \"Staatsfeind\" erfuhr im Nationalsozialismus eine massive Instrumentalisierung. **Adolf Hitler** selbst erklärte **Friedrich Wilhelm Foerster** zum »Staatsfeind Nr. 1«. Die NS-Regierung erließ am 14. Juli 1933 das «Gesetz über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens», welches zur Enteignung politischer Gegner wie der Sozialdemokratischen Partei genutzt wurde. Auch in der Sowjetunion unter **Josef Stalin** wurde der Begriff zur Diffamierung und Verfolgung Andersdenkender eingesetzt. Die Verfassung von 1936 definierte Personen, die sich am sozialistischen Eigentum vergriffen, als »Feinde des Volkes«. **Josef Stalin** verkündete 1939 die Vernichtung der »Volksfeinde« und die Säuberung der Partei von »entarteten Elementen«.","description":"Der Begriff \"Staatsfeind\" ist keineswegs eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Bereits im antiken Rom bezeichnete **Cicero** seine politischen Gegner wie Catilina als »hostis rei publicae«, also Feinde des Staates. Im Laufe der Geschichte wurde der Begriff immer wieder von Machthabern genutzt, um Oppositionelle zu diffamieren und zu verfolgen. \nIm Nationalsozialismus erfuhr der Begriff eine besonders perfide Instrumentalisierung. Er diente dazu, Juden, politische Gegner und Andersdenkende auszugrenzen, zu entrechten und zu vernichten. \nAuch in der DDR wurde der Begriff verwendet, um Andersdenkende zu kriminalisieren, wie im Fall des Physikers **Gabriel Berger**, der von der Stasi als »Staatsfeind« tituliert wurde. \nBis heute wird der Begriff in autoritären Regimen und von nationalistischen Gruppierungen verwendet, um politische Gegner zu diffamieren und die eigene Macht zu festigen.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung des Begriffs \"Staatsfeind\" ist umfassend dokumentiert. Das «Gesetz über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens» vom 14. Juli 1933 (RGBl. I S. 479) belegt die juristische Grundlage für die Verfolgung und Enteignung politischer Gegner. Zahlreiche Studien, wie beispielsweise von Wolfgang Benz im \"Handbuch des Antisemitismus\", belegen die ideologische Aufladung des Begriffs im Kontext der NS-Rassenlehre. Die Verwendung des Begriffs zur Ausgrenzung und Verfolgung von Juden und politischen Gegnern ist auch in den Akten des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg dokumentiert. Reinhart Koselleck analysiert in seinen Schriften zur Begriffsgeschichte die semantische Aufladung und ideologische Funktionalisierung des Begriffs im Nationalsozialismus.","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Durch die Stigmatisierung als \"Staatsfeind\" werden politische Gegner delegitimiert und in der öffentlichen Meinung diskreditiert. Dies erleichtert ihre Ausgrenzung und Verfolgung.\n2. RECHTFERTIGUNG VON REPRESSION: Der Begriff dient als Vorwand für staatliche Repressionen, Überwachung und Zensur. Maßnahmen gegen vermeintliche \"Staatsfeinde\" werden als notwendig für den Schutz des Staates dargestellt.\n3. EINSCHÜCHTERUNG DER BEVÖLKERUNG: Die öffentliche Zurschaustellung von \"Staatsfeinden\" soll die Bevölkerung einschüchtern und von Kritik am System abhalten. Dies führt zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit und einer Erosion der Demokratie.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.gra.ch/bildung/glossar/staatsfeind-volksfeind/","sourceName":"GRA — Staatsfeind / Volksfeind"},{"sourceUrl":"https://www.spiegel.de/politik/am-ende-staatsfeind-a-56d54efb-0002-0001-0000-000040616085","sourceName":"Spiegel — Am Ende Staatsfeind"},{"sourceUrl":"https://www.phlu.ch/news-und-medienmitteilungen/staatsfeind-nr-1-als-zeitzeuge-im-politikunterricht.html","sourceName":"PH Luzern — «Staatsfeind Nr. 1» als Zeitzeuge im Politikunterricht"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/183098/ursprung-und-gehalt-von-mythen-ueber-geheimdienste/","sourceName":"bpb — Ursprung und Gehalt von Mythen über Geheimdienste"},{"sourceUrl":"https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/online-entdecken/themenbeitraege/","sourceName":"Bundesarchiv — Vom IM zum Staatsfeind"},{"sourceUrl":"https://www.kas.de/de/statische-inhalte-detail/-/content/historische-verlagspublikationen","sourceName":"Konrad-Adenauer-Stiftung — Georg Dertinger. 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This means this card was sent with him to the latter camp (hence the handwritten note added on top right corner: “Falsche nummer” ","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Arolsen Archives","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/13/Walter_Vielhauer_Dachau_Arolsen_Archives_DocID7344162.jpg/960px-Walter_Vielhauer_Dachau_Arolsen_Archives_DocID7344162.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Staatsfeind_Nr._1","title":"Der Staatsfeind Nr. 1"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Electro_Ghetto","title":"Electro Ghetto"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Electro_Ghetto_%28Lied%29","title":"Electro Ghetto (Lied)"}],"imageUrl":"/images/illus_staatsfeind.png"},{"id":"tat-elite","term":"Tat-Elite","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Björn Höcke** (AfD)","date_of_quote":"2016","context":"Der AfD-Politiker **Björn Höcke** verwendete den Begriff \"Tat-Elite\" mehrfach, unter anderem in einer Rede am Institut für Staatspolitik im Jahr 2016. Dort bezeichnete er seine eigene Bewegung als \"Tat-Elite\" und forderte, diese solle die \"Pseudo-Eliten\" um Angela Merkel ersetzen. Diese Selbstkennzeichnung fiel im Kontext von Höckes rassenbiologischen Thesen vom \"afrikanischen Ausbreitungstypen\". Es gibt keine bekannten Gerichtsverfahren oder Verurteilungen speziell für die Verwendung des Begriffs \"Tat-Elite\" durch **Björn Höcke**.","description":"Der Begriff \"Tat-Elite\" erlangte im Nationalsozialismus Bedeutung als Selbstbezeichnung der SS, insbesondere im Bereich des Sports. Nach 1945 geriet der Begriff weitgehend in Vergessenheit, bevor er in den letzten Jahren von rechtsextremen Akteuren wiederbelebt wurde. Die Verwendung des Begriffs dient dazu, eine vermeintliche Elite zu konstruieren, die sich durch besondere Aktivität und Einsatzbereitschaft auszeichnet, während gleichzeitig die etablierten Eliten diffamiert werden. Die Wiederbelebung des Begriffs ist Teil einer Strategie, die auf die Schaffung einer völkischen Identität und die Ausgrenzung von Minderheiten abzielt.","nsProof":"Die Verwendung des Begriffs \"Tat-Elite\" durch die SS wird in Bastian Heins Werk 'Eine „Tat-Elite“ in der „Volksgemeinschaft“: Vergemeinschaftung im Rahmen der Auslese und Praxis der Allgemeinen SS' (2014) sowie in Berno Bahros 'Der SS-Sport. Organisation – Funktion – Bedeutung' (2013) dokumentiert. Cornelia Schmitz-Berning führt den Begriff in ihrem 'Vokabular des Nationalsozialismus' als NS-belastet auf. Die Verwendung des Begriffs ist somit klar mit der Ideologie und den Zielen des Nationalsozialismus verbunden.","strategicPurpose":"1.  SELBSTAUFWERTUNG: Die Bezeichnung als \"Tat-Elite\" dient der Selbstaufwertung der eigenen Anhängerschaft und der Konstruktion einer vermeintlichen Überlegenheit gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen. Dies soll die Bindung an die Bewegung stärken und die Bereitschaft zu Aktivismus und Gewalt fördern.\n2.  DIFFAMIERUNG ETABLIERTER ELITEN: Durch die Abgrenzung von den \"Pseudo-Eliten\" wird Misstrauen gegenüber etablierten Institutionen und politischen Akteuren geschürt. Dies soll die Glaubwürdigkeit des politischen Systems untergraben und die Akzeptanz für alternative, autoritäre Modelle erhöhen.\n3.  REKRUTIERUNG: Der Begriff kann als Anreiz für potenzielle Anhänger dienen, sich einer vermeintlich elitären Bewegung anzuschließen und sich durch besondere \"Taten\" auszuzeichnen. Dies kann insbesondere auf junge Menschen anziehend wirken, die nach Anerkennung und Zugehörigkeit suchen.","sources":[{"sourceUrl":"https://brill.com/display/book/edcoll/9783657779185/B9783657779185-s007.xml","sourceName":"Bastian Hein — Eine 'Tat-Elite' in der 'Volksgemeinschaft' (Brill 2014)"},{"sourceUrl":"https://diss-duisburg.de/2016/11/zur-ns-rhetorik-des-afd-politikers-bjoern-hoecke/","sourceName":"DISS — Zur NS-Rhetorik des AfD-Politikers Björn Höcke"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":18},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":24},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":21},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":6},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2014,"popularity":100},{"year":2015,"popularity":50},{"year":2018,"popularity":54},{"year":2020,"popularity":37},{"year":2021,"popularity":45},{"year":2022,"popularity":88},{"year":2023,"popularity":58},{"year":2024,"popularity":100},{"year":2025,"popularity":56},{"year":2026,"popularity":6}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0brahim_Tatl%C4%B1ses","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b2/%C4%B0brahim_Tatl%C4%B1ses_%28cropped%29.JPG","caption":"Bild zu 'Tat-Elite' (Wikipedia)","license":"","attribution":"","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b2/%C4%B0brahim_Tatl%C4%B1ses_%28cropped%29.JPG"},"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_tat_elite.png"},{"id":"umvolkung","term":"Umvolkung","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Alexander Gauland** (AfD), **Bettina Kudla** (CDU)","date_of_quote":"2016","context":"Der Begriff 'Umvolkung' wird heutzutage vor allem von Akteuren der extremen Rechten verwendet, um gegen Migrationspolitik zu hetzen. So echauffierte sich **Alexander Gauland** (AfD) 2015 anlässlich einer linken Kundgebung in Frankfurt/Oder über ein Transparent mit der Aufschrift »We love Volkstod« und konstatierte, dass die Linkspartei nun »die von ihr schon lange herbeigesehnte ‘Umvolkung’ Deutschlands« eingeleitet habe. 2016 benutzte die CDU-Bundestagsabgeordnete **Bettina Kudla** den Begriff 'Umvolkung' auf Twitter, um die Migrationspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu kritisieren. Sie schrieb: 'Bundeskanzerlin (Angela) Merkel streitet es ab, (Peter) Tauber träumt. Die Umvolkung Deutschlands hat längst begonnen. Handlungsbedarf besteht!' Ihre Äußerung führte zu heftiger Kritik und Distanzierung innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.","description":"Der Begriff 'Umvolkung' hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die bis in die Zeit der Weimarer Republik zurückreicht. Er wurde in den 1920er Jahren von völkisch-nationalistischen Kreisen geprägt und erfuhr im Nationalsozialismus eine ideologische Aufladung. \nIm NS-Regime diente 'Umvolkung' als Euphemismus für die gewaltsame Vertreibung und Umsiedlung von Bevölkerungsgruppen in den besetzten Gebieten Osteuropas, um Platz für 'Volksdeutsche' zu schaffen. Nach 1945 geriet der Begriff zunächst weitgehend in Vergessenheit, erlebte aber in den 1990er Jahren eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. \nHeute wird 'Umvolkung' vor allem von Akteuren der Neuen Rechten und der AfD verwendet, um gegen Migration und eine vermeintliche 'Überfremdung' Deutschlands zu hetzen. Dabei wird der Begriff bewusst eingesetzt, um an die NS-Zeit anzuknüpfen und Ressentiments gegen Minderheiten zu schüren.","nsProof":"Der Begriff 'Umvolkung' ist eng mit der nationalsozialistischen Ideologie und den damit verbundenen Verbrechen verbunden. Im 'Vokabular des Nationalsozialismus' wird der Begriff ab 1940 als 'gleichbedeutend mit Eindeutschung' definiert (Schmitz-Berning). Die Nationalsozialisten planten aktiv die 'Umvolkung' des Lebensraums in den von ihnen eroberten Ostgebieten, was die Vertreibung der dort Ansässigen und die Re-Germanisierung der dort lebenden 'Volksdeutschen' beinhaltete (Kellershohn 2016). Die Verwendung des Begriffs 'Umvolkung' dient somit dazu, an diese dunkle Vergangenheit anzuknüpfen und eine Kontinuität zwischen NS-Ideologie und heutigem Rechtsextremismus herzustellen.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Emotionalisierung und Mobilisierung: Der Begriff 'Umvolkung' weckt Ängste vor Identitätsverlust und kultureller Überfremdung, um Wähler zu mobilisieren und eine ablehnende Haltung gegenüber Migranten zu schüren.\n2. FUNKTION: Diffamierung und Delegitimierung: Durch die Verwendung des Begriffs 'Umvolkung' werden politische Gegner und die Migrationspolitik der Regierung diffamiert und als Bedrohung für das 'deutsche Volk' dargestellt.\n3. FUNKTION: Verschwörungserzählung und Radikalisierung: Der Begriff 'Umvolkung' ist oft mit Verschwörungstheorien über einen 'Bevölkerungsaustausch' verbunden, die dazu dienen, das Weltbild der Anhänger zu radikalisieren und zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit dem vermeintlichen Feind aufzustacheln.","sources":[{"sourceUrl":"https://diss-duisburg.de/2024/01/von-umvolkung-zu-remigration/","sourceName":"DISS Duisburg — Von „Umvolkung“ zu „Remigration“"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/rechtspopulismus/240831/die-sprache-am-rechten-rand/","sourceName":"Bundeszentrale für politische Bildung — Die Sprache am rechten Rand"},{"sourceUrl":"https://www.apabiz.de/2015/mit-der-faschismuskeule-gegen-die-umvolkung/","sourceName":"apabiz — Mit der Faschismuskeule gegen die Umvolkung"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/kudla-beklagt-umvolkung-cdu-abgeordnete-nutzt-ns-rhetorik-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk — Kudla beklagt Umvolkung: CDU-Abgeordnete nutzt NS-Rhetorik"},{"sourceUrl":"https://detektor.fm/gesellschaft/der-rechte-mythos-von-der-umvolkung","sourceName":"detektor.fm — Der rechte Mythos von der Umvolkung"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1936,"popularity":78},{"year":1937,"popularity":100},{"year":1943,"popularity":22},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1978,"popularity":1},{"year":1985,"popularity":10},{"year":1990,"popularity":13},{"year":1992,"popularity":14},{"year":1995,"popularity":14},{"year":2002,"popularity":8},{"year":2007,"popularity":5},{"year":2008,"popularity":3},{"year":2010,"popularity":4},{"year":2013,"popularity":24},{"year":2015,"popularity":41},{"year":2019,"popularity":71},{"year":2020,"popularity":55},{"year":2021,"popularity":58},{"year":2022,"popularity":49},{"year":2023,"popularity":54},{"year":2024,"popularity":48},{"year":2025,"popularity":51},{"year":2026,"popularity":12}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Umvolkung","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentationsarchiv_des_%C3%B6sterreichischen_Widerstandes","title":"Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdv%C3%B6lkische","title":"Fremdvölkische"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler","title":"Heinrich Himmler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung","title":"Identitäre Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Staat","title":"NS-Staat"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte","title":"Neue Rechte"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus","title":"Rechtsextremismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","title":"Sprache des Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkische_Bewegung","title":"Völkische Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Zeit des Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_umvolkung.png"},{"id":"ur-deutscher","term":"Ur-Deutscher","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"","date_of_quote":"","context":"Der Begriff \"Ur-Deutscher\" wird im Kontext der Auseinandersetzung mit Geschichtsmythen und deren Instrumentalisierung für nationalistische Zwecke diskutiert. Historiker wie **Björn Onken** von der Universität Duisburg-Essen weisen darauf hin, dass die Vorstellung eines \"Ur-Deutschen\" eine Legende ist, die insbesondere während der NS-Zeit zur Propaganda genutzt wurde. Diese Legende diente dazu, die Teilnehmer der Varusschlacht als direkte Vorfahren der Deutschen darzustellen und so den Nationalismus zu stärken. Der Mythos des \"Ur-Deutschen\" wurde bis in die 1990er Jahre in Schulbüchern tradiert und prägte das Geschichtsbewusstsein vieler Generationen. Auch heute noch finden sich unbeabsichtigt Reste dieses Mythos in Schulbüchern, beispielsweise bei der Darstellung der Kolonialgeschichte.","description":"Der Begriff \"Ur-Deutscher\" entspringt dem Bedürfnis nach einer nationalen Identität und Kontinuität. Seine Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert, als das deutsche Nationalgefühl erstarkt und nach historischen Anknüpfungspunkten suchte. Die NS-Zeit instrumentalisierte den Begriff, um eine vermeintliche \"arische\" Abstammung und Überlegenheit der Deutschen zu konstruieren. Nach 1945 wurde der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung weitgehend vermieden, jedoch schwelte die Vorstellung eines \"Ur-Deutschen\" im völkischen Gedankengut weiter. In jüngerer Zeit erlebt der Begriff eine Wiederbelebung in rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen, die ihn nutzen, um eine homogene, ethnisch definierte deutsche Identität zu propagieren und vermeintliche \"Überfremdung\" zu beklagen. Die Vorstellung eines \"Ur-Deutschen\" dient somit als Abgrenzungsinstrument gegenüber allem, was als \"nicht-deutsch\" wahrgenommen wird.","nsProof":"Die Nationalsozialisten nutzten den Begriff \"Ur-Deutscher\" gezielt zur Konstruktion einer vermeintlich reinen, arischen Rasse. Diese Ideologie diente als Grundlage für die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten, insbesondere von Juden. Zahlreiche NS-Schriften und Propagandafilme bedienten sich des Bildes des \"Ur-Deutschen\", um eine homogene Volksgemeinschaft zu propagieren und den Rassenwahn zu schüren. Historiker wie **Björn Onken** belegen die Instrumentalisierung des Begriffs im Nationalsozialismus und seine Funktion als identitätsstiftender Mythos für die NS-Ideologie. Das Georg-Eckert-Institut (GEI) für internationale Schulbuchforschung thematisiert die Rolle solcher Geschichtsmythen in Schulbüchern und deren Einfluss auf das Geschichtsbewusstsein.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Konstruktion einer homogenen Identität: Der Begriff dient dazu, eine vermeintlich einheitliche und unveränderliche deutsche Identität zu konstruieren, die auf Abstammung und Tradition basiert. Dies ermöglicht die Ausgrenzung von Personen, die nicht in dieses Bild passen, und schürt Ressentiments gegenüber Minderheiten.\n2. FUNKTION: Legitimation politischer Forderungen: Die Berufung auf den \"Ur-Deutschen\" dient dazu, politische Forderungen nach nationaler Reinheit, kultureller Homogenität und einer restriktiven Einwanderungspolitik zu legitimieren. Dies untergräbt die Prinzipien einer offenen und vielfältigen Gesellschaft.\n3. FUNKTION: Mobilisierung von Wählern: Der Begriff wird gezielt eingesetzt, um Wähler anzusprechen, die sich nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit sehnen und sich von den Veränderungen der modernen Gesellschaft überfordert fühlen. Dies stärkt rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien und gefährdet die Demokratie.","sources":[{"sourceUrl":"https://historiaconceptual.files.wordpress.com/2010/04/reinhart-koselleck-begriffgeschiten2.pdf","sourceName":"Reinhart Koselleck — Begriffsgeschichten"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1935,"popularity":18},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":24},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1940,"popularity":22},{"year":1941,"popularity":0},{"year":1944,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":6},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1951,"popularity":0},{"year":2014,"popularity":82},{"year":2015,"popularity":39},{"year":2018,"popularity":53},{"year":2020,"popularity":94},{"year":2021,"popularity":81},{"year":2022,"popularity":88},{"year":2024,"popularity":99},{"year":2025,"popularity":100},{"year":2026,"popularity":17}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Urdeutsch","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Bundesarchiv_Bild_183-H29502%2C_Berlin%2C_Razzia_im_Scheunenviertel.jpg","caption":"For documentary purposes the German Federal Archive often retained the original image captions, which may be erroneous, biased, obsolete or politically extreme. Berlin, Razzia im Scheunenviertel\nADN-Zentralbild / Archiv\n1933: Gross-Razzia der Polizeiabteilung z[ur] b[esonderen] V[erwendung] im Berli","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 183-H29502 / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Bundesarchiv_Bild_183-H29502%2C_Berlin%2C_Razzia_im_Scheunenviertel.jpg"},"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_ur_deutscher.png"},{"id":"volkstod","term":"Volkstod","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"**Arthur Ehrhardt** (Nation Europa), **Heinrich Schade** (Jahrbuch Deutsche Annalen), **Alfred Häußler** (Europäische Ärzte Aktion), **Siegfried Ernst** (Europäische Ärzte Aktion)","date_of_quote":"1959","context":"Der Begriff \"Volkstod\" wird heute vor allem von Rechtsextremen verwendet, um eine bevorstehende \"Apokalypse\" zu inszenieren und eine Drohkulisse aufzubauen. Sie subsumieren darunter Prozesse wie demographische Entwicklung, Abwanderung aus ländlichen Gebieten oder Deutschland als Einwanderungsgesellschaft.  In ihrer Sicht sind dies Zeichen des Sterbens der völkischen Gemeinschaft. Gleichzeitig greifen sie damit polarisierend reale Problemlagen auf – nicht als Herausforderungen einer Gesellschaft, sondern als „Beweis“ für deren Scheitern. Volkstod ist den Rechtsextremen Synonym für die Demokratie als Ganzes. Ein Beispiel ist ein rechter \"Kommentar\" zu einer Ausstellung über Migration in Deutschland am 22.10.13 in Lauchhammer.","description":"Der Begriff \"Volkstod\" stammt aus bevölkerungspolitischen Debatten des frühen 20. Jahrhunderts, wo er als Schlagwort für den vermeintlichen Untergang des deutschen Volkes verwendet wurde. \nDie Nationalsozialisten instrumentalisierten den Begriff in ihrer Propaganda, um ihre rassistische Bevölkerungspolitik zu rechtfertigen. Sie stilisierten die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur als \"dysgenisch\" und als Zeichen der \"Dekadenz\", die zu einer \"rassischen Apokalypse\" führen würde. \nNach 1945 wurde der Begriff in rechtsextremen Kreisen reaktiviert, insbesondere in den 1960er Jahren durch die Zeitschrift 'Nation Europa'. \nIn den 1970er und 1980er Jahren publizierte der Rassenhygieniker **Heinrich Schade** im 'Jahrbuch Deutsche Annalen' explizit zum drohenden Volkstod und kritisierte im Zusammenhang mit fehlendem nationalen 'Identitätsbewusstsein' die Emanzipationsbewegung der Frauen. \nHeutige Rechtsextreme verwenden den Begriff in ähnlicher Weise, um gegen Einwanderung, Integration und den demografischen Wandel zu hetzen.","nsProof":"Der Begriff \"Volkstod\" wurde im Nationalsozialismus verwendet, um die Bevölkerungspolitik und \"Rassenhygiene\" zu begründen (Petersen & Hindemith). Die NS-Ideologie konstruierte eine \"Volksgemeinschaft\", die dem \"Volkstod\" als Ideal entgegengestellt wurde. \nDie Veränderungen der Bevölkerungsstruktur wurden als \"dysgenisch\" dargestellt und als Entwicklungen der \"Dekadenz\", die auf eine \"rassische Apokalypse\" zulaufe. \nDer Begriff diente dazu, biologistische Vorstellungen von Mutterschaft und Vaterschaft in einer rassistischen \"homogenen Gemeinschaft\" zu verankern (Krüger). \nAuch nach 1945 wurde der Begriff in rechtsextremen Kreisen verwendet, um gegen \"fremde Mächte\" zu hetzen, die angeblich auf den \"Volkstod\" hinarbeiten (Botsch & Kopke).","strategicPurpose":"1. APPREHENSION: Erzeugung von Angst und Panik: Der Begriff \"Volkstod\" wird verwendet, um ein Gefühl der Bedrohung und des Untergangs zu erzeugen, was die Bevölkerung verunsichern und für rechtsextreme Ideologien empfänglich machen soll.\n2. MOBILISIERUNG: Rechtfertigung von Ausgrenzung und Gewalt: Durch die Behauptung eines drohenden \"Volkstods\" werden Feindbilder konstruiert und Maßnahmen gegen vermeintliche \"Volksfeinde\" gerechtfertigt, was bis hin zu Gewaltaufrufen reichen kann.\n3. IDEOLOGISCHE FUNDIERUNG: Ablehnung von Demokratie und Vielfalt: Der Begriff dient als Kampfbegriff gegen die Demokratie und eine offene Gesellschaft, indem er suggeriert, dass diese zum \"Sterben des Volkes\" führen, und somit eine autoritäre \"Volksgemeinschaft\" als Alternative propagiert.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/volkstod","sourceName":"Politische Bildung Brandenburg — Lexikon: Volkstod"},{"sourceUrl":"https://www.diskursatlas.de/index.php?title=Volkstod","sourceName":"Diskursatlas Antifeminismus — Volkstod"},{"sourceUrl":"https://weiterdenken.de/sites/default/files/2020-10/Naturliebe%20und%20Menschenhass.pdf","sourceName":"Weiterdenken — Naturliebe und Menschenhass.pdf"},{"sourceUrl":"https://www.migrationsbegriffe.de/media/pages/artikel/remigration/c9748a946f-1740035090/inventar_remigration_2025_wagner.pdf","sourceName":"Migrationsbegriffe — Inventar_Remigration_2025_Wagner.pdf"},{"sourceUrl":"https://violence-prevention-network.de/wp-content/uploads/2018/07/Interventionen_6-2015.pdf","sourceName":"Violence Prevention Network — Interventionen_6-2015.pdf"},{"sourceUrl":"https://www.kas.de/documents/292447/292496/Rechtsextremismus-Portal+2015.pdf/3b9edf01-28bd-841e-5bab-d39c5d5fa475?version=1.1&t=1647256807361","sourceName":"Konrad-Adenauer-Stiftung — Rechtsextremismus-Portal+2015.pdf"},{"sourceUrl":"https://www.idz-jena.de/fileadmin/user_upload/PDFS_WSD7/Idz_WsD_07_WEB.pdf","sourceName":"Idz Jena — Idz_WsD_07_WEB.pdf"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/system/files/pdf/3057GO.pdf","sourceName":"Bundeszentrale für politische Bildung — bpb.de"},{"sourceUrl":"https://www.chrismon.de/nachrichten/43095/wissenschaftlerin-afd-sprache-zeigt-naehe-zum-rechtsextremismus","sourceName":"Chrismon: AfD-Sprache zeigt Nähe zum Rechtsextremismus"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1930,"popularity":39},{"year":1937,"popularity":15},{"year":1939,"popularity":15},{"year":1941,"popularity":100},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1948,"popularity":2},{"year":1950,"popularity":0},{"year":1978,"popularity":1},{"year":1980,"popularity":1},{"year":1987,"popularity":3},{"year":2015,"popularity":19},{"year":2019,"popularity":26},{"year":2020,"popularity":27},{"year":2022,"popularity":30},{"year":2023,"popularity":25},{"year":2024,"popularity":26},{"year":2025,"popularity":27},{"year":2026,"popularity":6}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Volksmudschahedin","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/10/Wecken%2C_Moschkau%2C_Familien_-u._Erbkunde%2C_Nr.4_-_Tableau_p%C3%A9dagogique_nazi_n4_-_btv1b10220237z.jpg","caption":"\"Aus der Familie wachsen Rasse, Volk u. 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Fonction indéterminée\n\nMoschkau, R., Prof. Fonction indéterminée","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/10/Wecken%2C_Moschkau%2C_Familien_-u._Erbkunde%2C_Nr.4_-_Tableau_p%C3%A9dagogique_nazi_n4_-_btv1b10220237z.jpg/960px-Wecken%2C_Moschkau%2C_Familien_-u._Erbkunde%2C_Nr.4_-_Tableau_p%C3%A9dagogique_nazi_n4_-_btv1b10220237z.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Koalitions-%C3%9Cbergangsverwaltung","title":"Koalitions-Übergangsverwaltung"}],"imageUrl":"/images/illus_volkstod.png"},{"id":"asozial","term":"asozial","category":"red","categoryLabel":"NS-Vokabular","speaker":"","date_of_quote":"2020","context":"Der Begriff 'asozial' erfuhr im Februar 2020 eine späte Anerkennung, als der Bundestag 'Asoziale' und 'Berufsverbrecher' offiziell als NS-Opfer anerkannte. Dieser Schritt erfolgte im Rahmen eines Antrags, der betonte, dass niemand zu Recht in einem Konzentrationslager inhaftiert, gequält oder ermordet wurde. Damit wurde die politische Grundlage für eine Rehabilitierung der Opfer geschaffen, die gleichzeitig das Ausmaß der nationalsozialistischen Verfolgung verdeutlicht. Zuvor waren 'Asoziale' lange von Entschädigungsleistungen ausgeschlossen, da das Bundesentschädigungsgesetz von 1953 einen engen Verfolgtenbegriff hatte und diese Gruppe nicht einschloss. Die Anerkennung im Jahr 2020 stellt einen wichtigen Schritt zur Aufarbeitung des NS-Unrechts dar und würdigt das Leid derer, die aufgrund dieser stigmatisierenden Kategorie verfolgt wurden. Die lange fehlende Anerkennung spiegelte auch ein gesellschaftliches Schamproblem wider, da Angehörige oft zögerten, Entschädigung für als 'asozial' verfolgte Familienmitglieder zu fordern.","description":"Der Begriff 'asozial' entstand um 1900 und wurde zunächst unspezifisch verwendet, beispielsweise von Emile Durkheim, der die 'Asozialität' des Neugeborenen beschrieb, oder von Sigmund Freud, der den Traum als 'asozial' bezeichnete. Ab den 1910er Jahren erfolgte eine Verknüpfung mit gesellschaftlich Randständigen wie Prostituierten, Alkoholikern und Kriminellen, wodurch der Begriff negativ konnotiert wurde. \nIm Nationalsozialismus wurde 'asozial' zu einem zentralen Instrument der Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen, die nicht in das NS-Weltbild passten, darunter Bettler, Landstreicher, Sinti und Roma, Alkoholkranke und 'Arbeitsscheue'. Ab 1938 wurden 'Asoziale' in Konzentrationslagern inhaftiert und mit einem schwarzen Winkel gekennzeichnet. \nNach dem Krieg wurden 'Asoziale' in der DDR weiterhin verfolgt und inhaftiert, während in der Bundesrepublik eine allmähliche Distanzierung vom Begriff stattfand, obwohl Konnotationen wie 'obdachlos', 'ohne Arbeit' und 'kriminell' weiterhin präsent blieben. Bis heute werden Sozialschwache stigmatisiert und als 'asozial' bezeichnet, was die Kontinuität der Ausgrenzung verdeutlicht.","nsProof":"Die NS-Ideologie instrumentalisierte den Begriff 'asozial' zur rassistischen Ausgrenzung und Vernichtung vermeintlich 'minderwertiger' Menschen. Wolfgang Ayaß (Universität Kassel) hat die Genese und Instrumentalisierung des Begriffs umfassend erforscht und belegt, wie er zur Stigmatisierung und Verfolgung von Randgruppen missbraucht wurde (Ayaß, Wolfgang. 'Asozial' : Aufstieg und Niedergang eines Kernbegriffs sozialer Ausgrenzung. Berlin: Deutscher Verein, 2023). Die Arolsen Archives dokumentieren die Verfolgung von als 'asozial' stigmatisierten Menschen in Konzentrationslagern, wo sie mit einem schwarzen Winkel gekennzeichnet wurden. Die fehlende Anerkennung als NS-Opfer bis 2020 zeigt die Nachwirkungen der NS-Ideologie und die Schwierigkeit, diese spezifische Opfergruppe zu rehabilitieren.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Stigmatisierung und Ausgrenzung: Der Begriff 'asozial' dient dazu, bestimmte Bevölkerungsgruppen als minderwertig und gesellschaftsschädlich zu diffamieren, was ihre soziale Ausgrenzung und Diskriminierung rechtfertigt.\n2. FUNKTION: Ablenkung von gesellschaftlichen Problemen: Durch die Fokussierung auf vermeintlich 'asoziale' Individuen oder Gruppen werden strukturelle Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit verschleiert und individualisiert.\n3. FUNKTION: Rechtfertigung von Repression: Der Begriff 'asozial' wird genutzt, um repressive Maßnahmen wie Überwachung, Inhaftierung und Zwangsmaßnahmen gegen marginalisierte Gruppen zu legitimieren, wodurch staatliche Kontrolle und Machtausübung verstärkt werden.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/stigmatisierung-asozial-zur-genese-eines-nazi-begriffs-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk – Stigmatisierung: 'Asozial' – Zur Genese eines Nazi-Begriffs"},{"sourceUrl":"https://www.zdl.org/wb/wortgeschichten/asozial","sourceName":"Zentrum für deutsche Sprache – Wortgeschichte: asozial"},{"sourceUrl":"https://arolsen-archives.org/news/als-asozial-verfolgt-und-verleumdet/","sourceName":"Arolsen Archives – Als „asozial“ verfolgt und verleumdet"},{"sourceUrl":"https://www.bundestag.de/resource/blob/478780/946af6a53de4beedba650bf537254942/WD-1-026-16-pdf.pdf","sourceName":"Deutscher Bundestag – Antrag vom Februar 2020"},{"sourceUrl":"https://www.youtube.com/watch?v=xNVF4iWqHag","sourceName":"YouTube"},{"sourceUrl":"https://www.inlibra.com/de/document/view/detail/uuid/c433dd19-1d71-33c7-98be-50a3d368472f","sourceName":"inLibra – 'Asozial'"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://www.esquire.de/news/gesellschaft/verbrannte-worte-10-worte-ns-nazis-nationalsozialismus","sourceName":"Esquire: Vorsicht, Nazi-Vokabular!"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://rollingplanet.de/vorsicht-vor-woertern-und-redewendungen-aus-der-ns-zeit/","sourceName":"Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":11},{"year":1917,"popularity":8},{"year":1918,"popularity":5},{"year":1924,"popularity":7},{"year":1939,"popularity":80},{"year":1940,"popularity":77},{"year":1941,"popularity":80},{"year":1944,"popularity":100},{"year":1945,"popularity":99},{"year":1946,"popularity":56},{"year":1950,"popularity":45},{"year":1951,"popularity":40},{"year":1960,"popularity":26},{"year":1961,"popularity":25},{"year":1962,"popularity":28},{"year":1965,"popularity":28},{"year":1969,"popularity":30},{"year":1970,"popularity":31},{"year":1976,"popularity":25},{"year":1980,"popularity":27},{"year":1981,"popularity":28},{"year":1985,"popularity":23},{"year":1992,"popularity":28},{"year":2002,"popularity":13},{"year":2015,"popularity":21},{"year":2020,"popularity":24},{"year":2022,"popularity":25},{"year":2024,"popularity":23},{"year":2025,"popularity":24},{"year":2026,"popularity":6}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Asozial","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Kennzeichen_f%C3%BCr_Schutzh%C3%A4ftlinge_in_den_Konzentrationslagern.jpg","caption":"Shows triangle marking system for prisoners in German concentration camps distinguished by form and colour of the marks. 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Es war ein zentraler Bestandteil der NS-Propaganda und diente dazu, die Bevölkerung zur Unterstützung der antisemitischen Politik zu mobilisieren. Die Verwendung des Begriffs intensivierte sich im Laufe des Zweiten Weltkriegs, als die systematische Vernichtung der Juden in den besetzten Gebieten vorangetrieben wurde. Nach dem Krieg wurde der Begriff lange Zeit vermieden, erlebt aber in jüngster Zeit eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Die Verwendung des Begriffs ist ein klarer Ausdruck von Antisemitismus und dient dazu, die NS-Ideologie zu verharmlosen.","description":"Der Begriff 'judenfrei' entstand im späten 19. Jahrhundert im Kontext völkischer und antisemitischer Bewegungen, die eine 'Reinigung' Deutschlands von jüdischen Einflüssen forderten. Ab 1933 wurde der Begriff von den Nationalsozialisten systematisch zur Propagierung der Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung der Juden verwendet. Nach 1945 verschwand der Begriff weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen, die ihn zur Verharmlosung der NS-Verbrechen und zur Verbreitung von Antisemitismus nutzen. Die Verwendung des Begriffs ist ein klarer Ausdruck von Antisemitismus und dient dazu, die NS-Ideologie zu verharmlosen.\n\nDer Begriff ist eng verwandt mit anderen NS-Euphemismen wie 'Endlösung' und 'Sonderbehandlung', die ebenfalls zur Verschleierung der Verbrechen dienten.","nsProof":"Der Begriff 'judenfrei' ist untrennbar mit der NS-Ideologie und dem Holocaust verbunden. Er wurde in zahlreichen Dokumenten und Reden von NS-Funktionären verwendet, um die Vertreibung und Vernichtung der Juden zu rechtfertigen. Victor Klemperer analysiert in seiner 'LTI' die Verwendung des Begriffs im Kontext der NS-Sprache. Das 'Vokabular des Nationalsozialismus' von Cornelia Schmitz-Berning dokumentiert die systematische Verwendung des Begriffs in der NS-Propaganda. Zahlreiche Studien des Instituts für Zeitgeschichte belegen die zentrale Rolle des Begriffs bei der Planung und Durchführung des Holocaust.","strategicPurpose":"1. AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, Juden als Fremdkörper in der Gesellschaft darzustellen und ihre Ausgrenzung zu legitimieren. Dies schafft eine Atmosphäre der Feindseligkeit und Gewalt.\n2. VERHARMLOSUNG: Die Verwendung des Begriffs verharmlost die Gräueltaten des Holocaust und relativiert die Verantwortung der Täter. Dies dient dazu, die NS-Ideologie zu rehabilitieren.\n3. MOBILISIERUNG: Der Begriff mobilisiert rechtsextreme Kräfte und dient als Erkennungszeichen für Gleichgesinnte. Dies stärkt die rechtsextreme Szene und gefährdet die Demokratie.","sources":[{"sourceUrl":"https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00070505/04_Graefe_Antisemitismus_deutsches_Kaiserreich.pdf","sourceName":"Universität Duisburg-Essen — Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.igem.med.fau.de/files/2017/06/7_Von-den-Juden.pdf","sourceName":"Universität Erlangen-Nürnberg — Von den Juden (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.uni-marburg.de/de/universitaet/administration/verwaltung/beauftragte/beauftragte-gegen-antisemitismus/fachtag_as_hochschulen_mr.pdf/@@download/file/Fachtag_AS_Hochschulen_MR.pdf","sourceName":"Universität Marburg — Fachtag Antisemitismus an Hochschulen (PDF)"},{"sourceUrl":"https://edoc.ub.uni-muenchen.de/26506/1/Dentler_Sandra.pdf","sourceName":"Universität München — Dentler, Sandra (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Themen/Rechtsextremismus/Daten_zur_Entrechtung_und_Verfolgung_der_Juden.pdf","sourceName":"Rosa Luxemburg Stiftung — Daten zur Entrechtung und Verfolgung der Juden (PDF)"},{"sourceUrl":"https://library.oapen.org/bitstream/id/56019266-8f5e-4bb0-a6dc-bbe62ecfb592/1001717.pdf","sourceName":"OAPEN Library — Exclusionary Violence (PDF)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":61},{"year":1939,"popularity":100},{"year":1943,"popularity":89},{"year":1945,"popularity":56},{"year":1946,"popularity":17},{"year":1950,"popularity":3},{"year":1958,"popularity":7},{"year":1960,"popularity":9},{"year":1962,"popularity":7},{"year":1963,"popularity":9},{"year":1964,"popularity":7},{"year":1965,"popularity":8},{"year":1969,"popularity":5},{"year":1970,"popularity":4},{"year":1978,"popularity":8},{"year":1981,"popularity":10},{"year":1995,"popularity":23},{"year":1996,"popularity":20},{"year":2008,"popularity":9},{"year":2015,"popularity":18},{"year":2020,"popularity":19},{"year":2021,"popularity":16},{"year":2022,"popularity":18},{"year":2024,"popularity":21},{"year":2025,"popularity":25},{"year":2026,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Judenfrei","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/de/Die_Katze_lasst_das_Mausen_nicht%21.jpg","caption":"Parole der Woche","license":"Public domain","attribution":"Parole der Woche contributor","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/de/Die_Katze_lasst_das_Mausen_nicht%21.jpg/960px-Die_Katze_lasst_das_Mausen_nicht%21.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Arierparagraph","title":"Arierparagraph"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4der-Antisemitismus","title":"Bäder-Antisemitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation","title":"Deportation"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler","title":"Heinrich Himmler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust","title":"Holocaust"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager_Dachau","title":"Konzentrationslager Dachau"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Ghettos_in_der_Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Liste der Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel","title":"Schutzstaffel"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","title":"Sprache des Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Zeit des Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_judenfrei.png"},{"id":"der-krake-antisemitismus","term":"Der Krake","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"Antisemiten, Rechtsextreme, Verschwörungsideologen","date_of_quote":"Spätes 19. 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Victor Hugo und Jules Verne trugen zur Popularisierung des Kraken als Seeungeheuer bei, bevor er politisch instrumentalisiert wurde.","nsProof":"Die antisemitische Verwendung des Kraken-Bildes ist durch Karikaturen in der NS-Zeitung 'Der Stürmer' belegt, in denen Juden als Krake mit Geldsäcken in den Tentakeln dargestellt wurden (Quelle: fexbw.de/krakenbild-antisemitismus-feindbilder/).","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Durch die Darstellung von Akteuren als Krake wird ihnen die Legitimität abgesprochen, da sie als heimlich agierend und manipulativ dargestellt werden. Dies untergräbt das Vertrauen in demokratische Institutionen und Prozesse.\n2. FEINDBILDERZEUGUNG: Die Krake dient als Projektionsfläche für Ängste und Ressentiments. Sie wird verwendet, um Feindbilder zu konstruieren und Hass zu schüren, insbesondere gegen Minderheiten oder vermeintliche Eliten.\n3. VERSCHWÖRUNGSERZÄHLUNGEN: Die Metapher des Kraken ist eng mit Verschwörungstheorien verbunden. 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Dieses Lied entwickelte sich rasch zu einer zentralen Hymne der SA, der paramilitärischen Kampforganisation der NSDAP. Die SA nutzte die Parole, um ihre Anhänger zu mobilisieren und politische Gegner einzuschüchtern. Die Parole wurde auf Fahnen, Plakaten und in Reden verwendet, um ein Gefühl der nationalen Einheit und des Aufbruchs zu erzeugen. Heute ist die Verwendung der Parole in Deutschland gemäß § 86a StGB strafbar, da sie als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation gilt.","description":"Der Ursprung der Parole \"Deutschland erwache!\" liegt im Jahr 1920, als **Dietrich Eckart** das \"Sturmlied\" verfasste. In der NS-Zeit wurde sie zu einem zentralen Slogan der NSDAP und ihrer Unterorganisationen, insbesondere der SA. Nach 1945 geriet die Parole zunächst in den Hintergrund, erfuhr aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Sie wird heute verwendet, um an die NS-Zeit anzuknüpfen und eine vermeintliche Notwendigkeit eines nationalen \"Erwachens\" zu beschwören. Die Verwendung ist in Deutschland strafbar, da sie als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation gilt.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung der Parole \"Deutschland erwache!\" ist durch zahlreiche historische Quellen belegt. Das Deutsche Historische Museum dokumentiert die Verwendung der Parole im Kontext der SA-Propaganda. Historiker wie Richard J. Evans beschreiben in ihren Werken, wie die Parole dazu diente, ein Gefühl der nationalen Erneuerung und des Aufbruchs zu erzeugen (The Third Reich Trilogy). Die Parole ist somit untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden und ihre Verwendung stellt eine Verharmlosung des Nationalsozialismus dar.","strategicPurpose":"1. MOBILISIERUNG: Die Parole dient der Mobilisierung von Anhängern, indem sie ein Gefühl der nationalen Dringlichkeit und des Aufbruchs erzeugt. Sie suggeriert, dass Deutschland sich in einer Krise befindet und ein \"Erwachen\" benötigt, um diese zu überwinden.\n2. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Die Parole stiftet eine kollektive Identität, indem sie ein \"Wir-Gefühl\" unter denjenigen erzeugt, die sich zu ihr bekennen. Sie grenzt gleichzeitig Andersdenkende aus und stigmatisiert sie als Gegner des \"deutschen Volkes\".\n3. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Die Parole dient der Geschichtsrevision, indem sie an die NS-Zeit anknüpft und diese positiv umdeutet. 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Parallel dazu eröffnete **Adolf Hitler** die \"Große Deutsche Kunstausstellung\" im Münchner \"Haus der Deutschen Kunst\", um zu zeigen, was unter \"deutscher\" Kunst zu verstehen sei. Die Ausstellung wanderte bis April 1941 durch zwölf weitere Städte und zog über drei Millionen Besucher an.\n\nDie Ausstellung diente als Propaganda-Instrument, um die Bevölkerung gegen moderne Kunst aufzuhetzen und die Verfolgung von Künstlern und Sammlern zu legitimieren. Die Beschlagnahmung von rund 16.000 modernen Kunstwerken, die zum Teil ins Ausland verkauft oder zerstört wurden, setzte die \"Säuberung\" der deutschen Kunstsammlungen in Gang.","description":"Der Begriff \"Entartung\" wurde bereits im 19. Jahrhundert im abwertenden Zusammenhang verwendet, so etwa von Friedrich Schlegel in Bezug auf die Dichtung der Spätantike. Der jüdische Kulturkritiker Max Nordau popularisierte die These, dass die Entartung der Kunst auf die Entartung der Künstler zurückzuführen sei. **Adolf Hitler** äußerte sich bereits 1925 in \"Mein Kampf\" abfällig über moderne Kunst als \"Erzeugnisse einer überhaupt nicht mehr künstlerischen, sondern vielmehr geistigen Entartung bis zur Geistlosigkeit\".\n\nIm Nationalsozialismus wurde der Begriff \"Entartete Kunst\" zum zentralen Kampfbegriff gegen moderne Kunstrichtungen wie Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus und Kubismus. Die Ausstellung \"Entartete Kunst\" 1937 in München markierte den Höhepunkt dieser Kampagne. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend vermieden, erlebte jedoch in den letzten Jahren im Kontext rechtspopulistischer und rechtsextremer Strömungen eine Wiederbelebung, oft in Verbindung mit der Diffamierung zeitgenössischer Kunst als \"undeutsch\" oder \"nicht volksnah\".","nsProof":"Der Begriff \"Entartete Kunst\" wurde im Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen und als Instrument zur Diffamierung und Verfolgung moderner Künstler und Kunstrichtungen eingesetzt (Barron, Stephanie, *'Entartete Kunst': The Fate of the Avant-Garde in Nazi Germany*, Los Angeles County Museum of Art, 1991). Die Ausstellung \"Entartete Kunst\" diente als zentrale Propagandamaßnahme zur Diskreditierung der Moderne und zur Durchsetzung des NS-Kunstideals (Petropoulos, Jonathan, *Art as Politics in the Third Reich*, University of North Carolina Press, 1999). Das \"Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst\" von 1938 schuf die rechtliche Grundlage für die systematische Enteignung und Verwertung der als \"entartet\" eingestuften Kunstwerke ( Datenbank der Forschungsstelle 'Entartete Kunst' der Freien Universität Berlin).","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Die Bezeichnung \"Entartete Kunst\" diente dazu, moderne Kunst als minderwertig, krank und schädlich für das \"Volkswohl\" darzustellen. Dies schürte Ablehnung und Hass in der Bevölkerung und bereitete den Boden für die Verfolgung und Ausgrenzung der betroffenen Künstler.\n2. AUSGRENZUNG: Durch die Stigmatisierung als \"entartet\" wurden Künstler und ihre Werke aus dem öffentlichen Raum verdrängt. Dies führte zu Berufsverboten, Ausstellungsverboten und zur Vernichtung von Kunstwerken, was die kulturelle Vielfalt und Meinungsfreiheit massiv einschränkte.\n3. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Die Abgrenzung von der \"Entarteten Kunst\" diente der Konstruktion einer vermeintlich \"reinen\" und \"gesunden\" deutschen Kultur. Dies stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl der \"arischen\" Bevölkerung und trug zur Festigung des NS-Regimes bei.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/141166/vor-80-jahren-ausstellung-entartete-kunst/","sourceName":"bpb.de — Vor 80 Jahren: Ausstellung \"Entartete Kunst\" (Hintergrund aktuell)"},{"sourceUrl":"https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/kunst-und-kultur/entartete-kunst","sourceName":"DHM — Die Ausstellung \"Entartete Kunst\""},{"sourceUrl":"https://www.kunstplaza.de/kunstgeschichte/entartete-kunst/","sourceName":"Kunstplaza — Entartete Kunst – Das dunkle Kapitel der deutschen Museums- und Kunstgeschichte"},{"sourceUrl":"https://www.suedwestgalerie.de/kunstlexikon/kunstgeschichte/entartete-kunst","sourceName":"Suedwestgalerie — ENTARTETE KUNST (Kunstlexikon)"},{"sourceUrl":"https://arolsen-archives.org/dossiers/verfolgte-kuenstlerinnen-im-nationalsozialismus/verfolgte-kuenstlerinnen-im-nationalsozialismus-2/","sourceName":"Arolsen Archives — Entartete Kunst"},{"sourceUrl":"https://www.gra.ch/bildung/glossar/entartung-entartete-kunst/","sourceName":"GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus — Entartung / Entartete Kunst (Glossar)"},{"sourceUrl":"https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/db_entart_kunst/index.html","sourceName":"Freie Universität Berlin — Datenbank \"Entartete Kunst\""},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42759/vokabeln-im-nationalsozialismus/","sourceName":"bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/woerter-des-grauens-nazivokabular-wird-heute-noch-verwendet","sourceName":"SRF Kultur: Wörter des 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Corinth","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/42/Corinth_Ecce_homo.jpg/960px-Corinth_Ecce_homo.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Aktives_Museum_Faschismus_und_Widerstand_in_Berlin","title":"Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Entartete_Kunst_%28Ausstellung%29","title":"Entartete Kunst (Ausstellung)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Entartete_Musik","title":"Entartete Musik"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_M%C3%B6ller_%28Kunsth%C3%A4ndler%29","title":"Ferdinand Möller (Kunsthändler)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schneider_%28Kunstsammler%29","title":"Gerhard Schneider (Kunstsammler)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945","title":"Geschichte des Antisemitismus bis 1945"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_Einziehung_von_Erzeugnissen_entarteter_Kunst","title":"Gesetz über 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Land","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Vertreter der AfD und der Neuen Rechten**","date_of_quote":"","context":"Der Begriff wird heute vor allem von rechtsgerichteten Parteien und Gruppierungen verwendet, um ein Gefühl der Entfremdung und Ausgrenzung bei vermeintlich 'biodeutschen' Bürgern zu schüren. So wird beispielsweise argumentiert, dass die deutsche Kultur und Identität durch Zuwanderung und 'Überfremdung' bedroht seien, was dazu führe, dass sich 'echte' Deutsche im eigenen Land nicht mehr zu Hause fühlen würden. Diese Rhetorik findet sich häufig in den Reden und Schriften von Vertretern der AfD und der Neuen Rechten.","description":"Der Begriff hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wo er oft im Kontext nationaler Identitätsfindung und Abgrenzung verwendet wurde. Während der NS-Zeit wurde der Begriff pervertiert und rassistisch instrumentalisiert, um Minderheiten auszugrenzen und zu stigmatisieren. Nach 1945 wurde der Begriff unter anderem von Minderheiten und in wissenschaftlichen Debatten genutzt, bevor er in den letzten Jahrzehnten verstärkt von rechtspopulistischen und rechtsextremen Bewegungen vereinnahmt wurde. Diese nutzen den Begriff, um Ressentiments gegen Migranten und andere Minderheiten zu schüren und ein homogenes, vermeintlich 'deutsches' Volkstum zu beschwören. Die Verwendung des Begriffs impliziert oft eine essentialistische Vorstellung von 'Deutschsein', die kulturelle Vielfalt und Migration als Bedrohung wahrnimmt.","nsProof":"Die NS-Ideologie nutzte den Begriff, um eine völkische Reinheit zu propagieren und Minderheiten wie Juden und Sinti und Roma auszugrenzen. Die systematische Verwendung solcher Begriffe in der NS-Propaganda diente der Diffamierung und Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Die Instrumentalisierung des Begriffs diente dazu, eine homogene 'Volksgemeinschaft' zu konstruieren und Andersdenkende oder 'Fremde' zu stigmatisieren. Die Verwendung des Begriffs in der Nachkriegszeit, insbesondere durch rechtsextreme Gruppierungen, setzt diese Tradition der Ausgrenzung und Diskriminierung fort.","strategicPurpose":"1.  AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, eine klare Trennlinie zwischen 'echten' Deutschen und 'Fremden' zu ziehen, wodurch eine 'Wir-gegen-Die'-Mentalität gefördert wird. Dies kann zu sozialer Spaltung und Feindseligkeit gegenüber Minderheiten führen.\n2.  MOBILISIERUNG: Durch die Beschwörung eines Gefühls der Bedrohung und des Verlusts der eigenen Identität sollen Wähler mobilisiert und an rechtspopulistische Parteien gebunden werden. Der Begriff erzeugt eine emotionale Reaktion, die rationale Argumente oft überlagert.\n3.  NORMALISIERUNG: Die Verwendung des Begriffs in vermeintlich harmlosen Kontexten trägt dazu bei, rassistische und ausgrenzende Denkmuster in der Gesellschaft zu normalisieren. Dies kann langfristig zu einer Akzeptanz von Diskriminierung und Gewalt führen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/507194/fremd-im-eigenen-land-ostdeutsche-als-migrant-innen-eine-skeptische-entgegnung/","sourceName":"bpb — Fremd im eigenen Land? Ostdeutsche als Migrant:innen? Eine skeptische Entgegnung."},{"sourceUrl":"https://www.freitag.de/autoren/janrebuschat/fremd-im-eigenen-land-der-film-rheinland","sourceName":"Freitag — Fremd im eigenen Land – Der Film Rheinland"},{"sourceUrl":"https://heimatkunde.boell.de/de/2005/12/01/fremd-im-eigenen-land","sourceName":"Heimatkunde — Fremd im eigenen Land"},{"sourceUrl":"https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-121137","sourceName":"HSozKult — “Fremd im eigenen Land“: Diasporic cultures – diasporic mentalities?"},{"sourceUrl":"https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/2e046631a3aeb498490728b3ba93feb7.pdf/ZAKN_Tagungsbericht_2008.pdf","sourceName":"Universität Göttingen — ZAKN_Tagungsbericht_2008.pdf"},{"sourceUrl":"https://www.demokratiegeschichten.de/fremd-im-eigenen-land-rechtsextreme-anschlaege-in-den-1990er-jahren-i/","sourceName":"Demokratie Geschichten — „Fremd im eigenen Land“ – Rechtsextreme Anschläge in den 1990er Jahren I"},{"sourceUrl":"https://www.gsi.uni-muenchen.de/personen/aplprof_pd/schwaabe/fremd-im-eig-2.pdf","sourceName":"GSI — fremd-im-eig-2.pdf"},{"sourceUrl":"https://buchshop.bod.de/fremd-im-eigenen-land-londri-mingolo-tite-9783748103905","sourceName":"BoD — Fremd im eigenen Land"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42744/zehn-stigmavokabeln/","sourceName":"bpb: Zehn Stigmavokabeln"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":9},{"year":1932,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1986,"popularity":16},{"year":1987,"popularity":13},{"year":1988,"popularity":20},{"year":1989,"popularity":36},{"year":1995,"popularity":81},{"year":2002,"popularity":49},{"year":2003,"popularity":41},{"year":2008,"popularity":37},{"year":2010,"popularity":35},{"year":2013,"popularity":66},{"year":2015,"popularity":87},{"year":2018,"popularity":100},{"year":2019,"popularity":86},{"year":2020,"popularity":75},{"year":2024,"popularity":65},{"year":2025,"popularity":72},{"year":2026,"popularity":9}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fremd_im_eigenen_Land","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Fremd_im_eigenen_Land_-_Cover.jpg","caption":"Cover des Albums „Fremd im eigenen Land“","license":"CC BY-SA 2.0","attribution":"Aggro Berlin","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/Fremd_im_eigenen_Land_-_Cover.jpg/960px-Fremd_im_eigenen_Land_-_Cover.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fremd_im_eigenen_Land_%28Album%29","title":"Fremd im eigenen Land (Album)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fremd_im_eigenen_Land_%28Lied%29","title":"Fremd im eigenen Land (Lied)"}],"imageUrl":"/images/illus_fremd_im_eigenen_land.png"},{"id":"gesundes-volksempfinden","term":"Gesundes Volksempfinden","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Roland Freisler** (NSDAP)","date_of_quote":"28.6.1935","context":"Der Begriff \"Gesundes Volksempfinden\" wurde im Nationalsozialismus als eine zentrale, aber bewusst undefinierte Leitidee der Rechtsprechung etabliert. Erstmals 1933 in einer Denkschrift des Preußischen Justizministers erwähnt, fand er 1935 durch das \"Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches\" offizielle Aufnahme in die Gesetzessprache. **Roland Freisler**, der spätere Präsident des Volksgerichtshofs, gab diesem schwammigen Rechtsbegriff die maßgebliche nationalsozialistische Interpretation, indem er betonte, dass Richter das tatsächliche Volksempfinden vom \"gesunden Volksempfinden\" unterscheiden müssten, wobei die Maßstäbe dafür vom Führer selbst vorgegeben seien. Dies diente dazu, die Gewaltenteilung aufzuheben und Richtern die Legitimation zu geben, Strafrahmen nach eigenem Ermessen zu überschreiten.","description":"Der Begriff \"Gesundes Volksempfinden\" wurzelt in völkischen und nationalistischen Ideologien des 19. Jahrhunderts, die eine vermeintliche Einheit des Volkes und dessen natürliche Rechtsvorstellungen betonten.\nIm Nationalsozialismus wurde er zu einem zentralen Instrument der Rechtsprechung, um Urteile im Sinne der NS-Ideologie zu fällen und das formale Recht zu untergraben. Richter sollten sich nicht mehr allein am Gesetz orientieren, sondern an den angeblichen Wertvorstellungen der \"Volksgemeinschaft\".\nNach 1945 geriet der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung weitgehend in Vergessenheit, obwohl er nie explizit aus dem Gesetzestext gestrichen wurde. \nIn jüngerer Zeit erlebt der Begriff eine Wiederbelebung in rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen, die ihn nutzen, um vermeintliche Mehrheitsmeinungen gegen Minderheiten oder Andersdenkende zu mobilisieren und eine autoritäre Rechtsauffassung zu propagieren.","nsProof":"Der Begriff \"Gesundes Volksempfinden\" ist untrennbar mit der NS-Ideologie und -Justiz verbunden. Er diente als Legitimationsgrundlage für willkürliche Urteile und die Verfolgung von Menschen, die nicht in das NS-Weltbild passten (vgl. Cornelia Vismann, \"Justiz und NS-Herrschaft\"). Die Aufnahme des Begriffs in das Strafgesetzbuch (§ 2 StGB 1935) unterstreicht seine zentrale Rolle im NS-Rechtssystem (vgl. Michael Stolleis, \"Das Recht unter dem Hakenkreuz\"). Die Interpretation durch **Roland Freisler** zementierte seine ideologische Ausrichtung und seinen Missbrauch zur Durchsetzung des NS-Regimes. Auch nach dem Krieg blieb der Paragraph im Strafgesetzbuch bestehen und wurde erst 1970 entschärft, indem der Begriff des \"gesunden Volksempfindens\" getilgt wurde.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Aushebelung des Rechtsstaats: Der Begriff ermöglicht es, formale Gesetze durch vermeintliche Stimmungen der Bevölkerung zu ersetzen, was die Rechtssicherheit untergräbt und zu Willkür führt.\n2. FUNKTION: Ausgrenzung und Diskriminierung: \"Gesundes Volksempfinden\" wird genutzt, um Minderheiten und marginalisierte Gruppen zu diffamieren und zu verfolgen, indem ihnen vorgeworfen wird, gegen die angeblichen Werte der \"Volksgemeinschaft\" zu verstoßen.\n3. 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Im Jahr 2023 forderte der Antisemitismusbeauftragte **Felix Klein** die Entfernung des Spruchs vom Verbandsabzeichen der Feldjäger der Bundeswehr, da er als Inschrift am Eingangstor des KZ Buchenwald diente. Bundesverteidigungsministerin **Christine Lambrecht** (SPD) lehnte dies zunächst ab, während **Ali Al-Dailami** (Die Linke) die Entfernung forderte.","description":"Die Redewendung \"Jedem das Seine\" hat ihren Ursprung in der Antike und bedeutet, dass jeder das bekommt, was ihm zusteht. Im Nationalsozialismus wurde der Spruch jedoch pervertiert und ab 1938 am Haupttor des Konzentrationslagers Buchenwald angebracht, was ihn nachhaltig diskreditierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Spruch zunächst in den Hintergrund, erlebte aber in den 1990er Jahren eine Wiederbelebung in der Werbung, was zu öffentlicher Kritik führte. Trotz der NS-Belastung wird der Spruch bis heute vereinzelt verwendet, wobei seine Verwendung stets kontroverse Reaktionen auslöst. Die Debatte dreht sich darum, ob die lange Tradition des Spruchs seine NS-Instrumentalisierung aufwiegt oder ob die Assoziation mit dem KZ Buchenwald eine weitere Verwendung unmöglich macht.","nsProof":"Die NS-Belastung von \"Jedem das Seine\" ist durch seine Verwendung als Inschrift am Haupttor des Konzentrationslagers Buchenwald dokumentiert. Franz Ehrlich, ein Häftling und Bauhaus-Schüler, entwarf die Typografie der Inschrift. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) thematisiert die Problematik des lexikalischen NS-Erbes und die Weiterverwendung belasteter Begriffe wie \"Jedem das Seine\". Thorsten Eitz und Georg Stötzel behandeln den Begriff in ihrem \"Wörterbuch der Vergangenheitsbewältigung\". Victor Klemperer bemerkte bereits 1947 das Überleben sprachlichen Erbes des Dritten Reichs.","strategicPurpose":"1. VERHARMLOSUNG: Die Verwendung des Spruchs wird oft dahingehend kritisiert, dass sie die NS-Vergangenheit relativiert, indem die Verbindung zum KZ Buchenwald ausgeblendet wird. Dies kann die Sensibilität für die historische Belastung des Begriffs mindern.\n2. NORMALISIERUNG: Kritiker sehen in der Verwendung NS-belasteter Begriffe eine Tendenz zur Normalisierung, die dazu führen kann, dass die Grenze zu rechtsextremer Sprache im gesellschaftlichen Diskurs verschwimmt.\n3. 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— Nazi-Sprech: Propaganda & Nazibegriffe"},{"sourceUrl":"http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,612757,00.html","sourceName":"Spiegel Online — Schüler-Union startet Kampagne gegen Gesamtschulen"},{"sourceUrl":"http://www.bpb.de/publikationen/SYRN0G,0,Sprache.html","sourceName":"Frank Brunssen — Verwendungsgeschichte der Redewendung „Jedem das Seine“"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42759/vokabeln-im-nationalsozialismus/","sourceName":"bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42744/zehn-stigmavokabeln/","sourceName":"bpb: Zehn Stigmavokabeln"},{"sourceUrl":"https://de.babbel.com/de/magazine/rassistische-worter-und-redewendungen-mit-diskriminierendem-ursprung","sourceName":"Babbel Magazin: Rassistische Wörter und Redewendungen"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/die-sprache-der-afd-zum-teil-an-die-nsdap-angelehnt-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk: Die Sprache der AfD"},{"sourceUrl":"https://rollingplanet.de/vorsicht-vor-woertern-und-redewendungen-aus-der-ns-zeit/","sourceName":"Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit"},{"sourceUrl":"https://heulermagazin.de/2023/11/10/redewendungen-aus-der-nazi-zeit-in-unserem-alltag/","sourceName":"Heuler Magazin: Redewendungen aus der 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Orden vom Schwarzen Adler mit dem Motto SUUM CUIQUE (Jedem das Seine) in der Mitte.","license":"Public domain","attribution":"King Friedrich I","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ac/Black_Eagle_Order_star.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Theresienstadt","title":"Ghetto Theresienstadt"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nur_jedem_das_Seine","title":"Nur jedem das Seine"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel","title":"Schutzstaffel"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Zeit des Nationalsozialismus"}],"imageUrl":"/images/illus_jedem_das_seine.png"},{"id":"juedischer-bolschewismus-v1","term":"Jüdischer Bolschewismus","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"Nationalsozialisten, Rechtsextreme","date_of_quote":"1918 (erste Verwendung), durchgehend bis heute","context":"Wird heutzutage von Rechtsextremen und Antisemiten verwendet, um jüdische Menschen pauschal als Drahtzieher hinter linken und revolutionären Bewegungen zu diffamieren und zu dämonisieren. Oftmals wird der Begriff in verschwörungstheoretischen Narrativen eingesetzt, um Juden für vermeintliche Missstände in der Gesellschaft verantwortlich zu machen.","description":"Der Begriff 'Jüdischer Bolschewismus' ist eine antisemitische Verschwörungstheorie, die im frühen 20. Jahrhundert entstand und von den Nationalsozialisten während des Dritten Reichs massiv propagiert wurde. Sie behauptet, dass Juden die treibende Kraft hinter dem Bolschewismus und der russischen Revolution gewesen seien und dass sie eine globale jüdische Verschwörung zur Zerstörung der traditionellen Gesellschaften anstreben würden. Diese Propaganda diente dazu, Juden zu entmenschlichen und die Gräueltaten des Holocaust zu rechtfertigen. Nach 1945 wurde der Begriff in der extremen Rechten weiterhin verwendet, um antisemitische Ressentiments zu schüren und Juden für politische und wirtschaftliche Probleme verantwortlich zu machen. Auch heute noch findet der Begriff in rechtsextremen Kreisen Verwendung, oft in subtiler Form, um antisemitische Botschaften zu verbreiten und Verschwörungstheorien zu befeuern.","nsProof":"Der Begriff wurde im Nationalsozialismus zu einem zentralen Element der Propaganda. Zahlreiche NS-Publikationen und Reden belegen die Verbreitung und Instrumentalisierung des Begriffs zur Hetze gegen Juden. (Siehe z.B. Goebbels' Reden, 'Der Stürmer'). Die Verwendung des Begriffs ist untrennbar mit der NS-Ideologie und dem Holocaust verbunden. Auch wenn Elemente der Verschwörungstheorie älter sind, wurde die spezifische Formulierung und Verbreitung im NS-Kontext zur Rechtfertigung von Genozid genutzt.  (Referenz: Longerich, Peter. *The Unwritten Order: Hitler's Role in the Final Solution*. Tempus, 2003.)","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Durch die Gleichsetzung von Juden mit dem Bolschewismus werden linke und progressive politische Kräfte diskreditiert und als 'jüdisch gesteuert' dargestellt. Dies dient dazu, die Glaubwürdigkeit dieser Kräfte zu untergraben und ihre politische Agenda zu delegitimieren.\n2. ENTLASTUNG: Die Verschwörungstheorie dient dazu, die Verantwortung für politische und wirtschaftliche Probleme von den tatsächlichen Ursachen abzulenken und stattdessen Juden als Sündenböcke zu präsentieren. Dies entlastet die eigentlichen Verantwortlichen und lenkt von systemischen Problemen ab.\n3. SPALTUNG: Der Begriff zielt darauf ab, die Gesellschaft zu spalten, indem er Feindbilder konstruiert und Ressentiments gegen Juden schürt. Dies untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördert Hass und Gewalt.\n4. RECHTFERTIGUNG VON GEWALT: Die Dämonisierung von Juden als 'bolschewistische Gefahr' dient als Rechtfertigung für Gewalt und Diskriminierung gegen jüdische Menschen. Die NS-Propaganda nutzte dies, um den Holocaust zu legitimieren.","sources":[{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1936,"popularity":54},{"year":1940,"popularity":89},{"year":1941,"popularity":77},{"year":1942,"popularity":100},{"year":1943,"popularity":83},{"year":1945,"popularity":75},{"year":1946,"popularity":56},{"year":1947,"popularity":30},{"year":1949,"popularity":2},{"year":1954,"popularity":0},{"year":1961,"popularity":1},{"year":1962,"popularity":2},{"year":1970,"popularity":16},{"year":1971,"popularity":5},{"year":1974,"popularity":4},{"year":1977,"popularity":3},{"year":1984,"popularity":7},{"year":1985,"popularity":9},{"year":1996,"popularity":11},{"year":2000,"popularity":45},{"year":2002,"popularity":77},{"year":2007,"popularity":85},{"year":2010,"popularity":44},{"year":2015,"popularity":25},{"year":2016,"popularity":22},{"year":2017,"popularity":24},{"year":2019,"popularity":22},{"year":2020,"popularity":1},{"year":2025,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Bolschewismus","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cf/WhiteArmyPropagandaPosterOfTrotsky.jpg","caption":"White Army propaganda poster from the Russian Civil War era (1919), depicting a caricature Leon Trotsky (as a large demon like figure with bright red skin.) and Chinese soldiers (below, wearing braids and blue and gold uniforms).\nThere was a notable number of them in the Red Army.\nThey are depicted ","license":"Public domain","attribution":"","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cf/WhiteArmyPropagandaPosterOfTrotsky.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus","title":"Antisemitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Arier","title":"Arier"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Asoziale_%28Nationalsozialismus%29","title":"Asoziale (Nationalsozialismus)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bolschewismus","title":"Bolschewismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation","title":"Deportation"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Kaunas","title":"Ghetto Kaunas"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Lemberg","title":"Ghetto Lemberg"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Riga","title":"Ghetto Riga"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Vilnius","title":"Ghetto Vilnius"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Handbuch_des_Antisemitismus","title":"Handbuch des Antisemitismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Erich_Volkmann","title":"Hans-Erich Volkmann"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wehler","title":"Hans-Ulrich Wehler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Himmler","title":"Heinrich Himmler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust","title":"Holocaust"}],"imageUrl":"/images/illus_juedischer_bolschewismus_v1.png"},{"id":"meine-ehre-heisst-treue","term":"Meine Ehre heißt Treue","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"Schutzstaffel (SS)","date_of_quote":"1931","context":"Der Spruch wurde ab 1931 von der SS als Motto verwendet und fand sich auf Dolchen und Koppelschlössern der SS-Männer. Er diente der bedingungslosen Loyalität zum Führer.","description":"„Meine Ehre heißt Treue“ war der Wahlspruch der Schutzstaffel (SS), einer zentralen Organisation des NS-Regimes, die für zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich war. Der Ursprung des Satzes wird Adolf Hitler unmittelbar zugeschrieben. Erstmals tauchte der Spruch 1931 im Zusammenhang mit der SS auf und wurde rasch zu einem Symbol bedingungsloser Gefolgschaft und Loyalität gegenüber Hitler und dem NS-Regime. Die SS instrumentalisierte den Begriff der Ehre, um ihre Mitglieder zu blindem Gehorsam und zur Ausführung selbst unmenschlicher Befehle zu bewegen. Nach 1945 wurde der Spruch aufgrund seiner engen Verbindung zum NS-Regime und den von der SS begangenen Verbrechen diskreditiert. Dennoch findet er bis heute Verwendung in rechtsextremen Kreisen, die damit an die NS-Ideologie anknüpfen und die Verbrechen der SS verharmlosen oder rechtfertigen wollen. Die Verwendung des Spruchs dient somit der Identitätsstiftung und Abgrenzung gegenüber der demokratischen Gesellschaft.","nsProof":"Der Spruch ist untrennbar mit der SS und dem NS-Regime verbunden. Seine Verwendung impliziert eine Verharmlosung oder Befürwortung der NS-Ideologie und der von der SS begangenen Verbrechen. (Quelle: MDI RLP Broschüre Symbole und Kennzeichen im Rechtsextremismus; Politische Bildung Brandenburg: Grussformen und Losungen)","strategicPurpose":"1. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Der Spruch dient als Erkennungszeichen und zur Identitätsstiftung innerhalb rechtsextremer Kreise. Er signalisiert eine gemeinsame Ideologie und Abgrenzung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft.\n2. RECHTFERTIGUNG VON GEWALT: Durch die Verknüpfung von Ehre und Treue wird die Bereitschaft zu Gewalt und die Ausführung unmenschlicher Befehle gerechtfertigt. Dies untergräbt die ethischen Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft.\n3. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Die Verwendung des Spruchs dient der Verharmlosung oder Leugnung der NS-Verbrechen. Dies verzerrt die historische Realität und gefährdet die Erinnerungskultur.","sources":[{"sourceUrl":"https://mdi.rlp.de/fileadmin/03/Themen/Verfassungsschutz/Dokumente/Broschuere_Symbole_und_Kennzeichen_im_Rechtsextremismus.pdf","sourceName":"MDI RLP — Broschüre Symbole und Kennzeichen im Rechtsextremismus (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/die-extreme-rechte/symbole-und-kennzeichen/grussformen-und-losungen","sourceName":"Politische Bildung Brandenburg — Grussformen und Losungen (Web)"},{"sourceUrl":"https://www.beratungsnetzwerk-mv.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Download/Materialien/Publikationen/Rituale_und_Symbole_der_rechtsextremistischen_Szene.pdf","sourceName":"Beratungsnetzwerk MV — Rituale und Symbole der rechtsextremistischen Szene (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.vielfalt-mediathek.de/wp-content/uploads/2023/06/Rechtsextremismus_Uebersicht-rechtsextremer-Tattoos.pdf","sourceName":"Vielfalt Mediathek — Übersicht rechtsextremer Tattoos (PDF)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42759/vokabeln-im-nationalsozialismus/","sourceName":"bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1932,"popularity":57},{"year":1939,"popularity":0},{"year":1942,"popularity":100},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1949,"popularity":0},{"year":1950,"popularity":5},{"year":1955,"popularity":46},{"year":1959,"popularity":45},{"year":1960,"popularity":57},{"year":1961,"popularity":38},{"year":1989,"popularity":7},{"year":1991,"popularity":6},{"year":1992,"popularity":5},{"year":1998,"popularity":6},{"year":2003,"popularity":6},{"year":2007,"popularity":5},{"year":2009,"popularity":5},{"year":2012,"popularity":5},{"year":2013,"popularity":6},{"year":2014,"popularity":5},{"year":2015,"popularity":5},{"year":2020,"popularity":9},{"year":2021,"popularity":13},{"year":2023,"popularity":13},{"year":2024,"popularity":15},{"year":2025,"popularity":15},{"year":2026,"popularity":8}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_meine_ehre_heisst_treue.png"},{"id":"nacht-und-nebel-aktion","term":"Nacht-und-Nebel-Aktion","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":null,"date_of_quote":"2015","context":"Die Redewendung „Nacht-und-Nebel-Aktion“ wird heute in Medien und öffentlicher Diskussion verwendet, um überraschende, heimliche oder dringend durchgeführte Maßnahmen zu beschreiben. In modernen politischen Debatten, etwa bei der Beschreibung von Sicherheitsmaßnahmen oder Reformen, wird der Begriff meist neutral verwendet, ohne historische Kontextualisierung.","description":"Der Begriff „Nacht-und-Nebel-Aktion“ entstand 1941 durch Hitlers Erlass, politische Gegner aus besetzten Gebieten zu entführen und in Konzentrationslager zu verschwinden lassen. Diese Praxis wurde systematisch im NS-Regime angewandt, um Widerstand zu unterdrücken und die Öffentlichkeit zu täuschen. Nach 1945 wurde der Begriff in den Nürnberger Prozessen thematisiert, wo die Grausamkeit des Verschwindenlassens als NS-Kriminalität anerkannt wurde. In der Nachkriegszeit verlor der Begriff seine NS-Assoziation und wurde allgemein für heimliche Aktionen verwendet. Heute wird er oft in Medien und Politik neutral eingesetzt, wobei die NS-Historie meist ausgeblendet wird.","nsProof":"Der Begriff ist direkt auf NS-Praktiken zurückzuführen. Hitlers Erlass vom 7. Dezember 1941 („Nacht-und-Nebel-Erlass“) legte die Grundlage für die systematische Entführung von politischen Gegnern. Die Nürnberger Prozesse (1945–1949) thematisierten den Begriff als Teil der NS-Kriminalität. Die Bundeszentrale für politische Bildung thematisiert den Erlass in ihren historischen Darstellungen.","strategicPurpose":"1. <strong>Sprachliche Neutralisierung</strong>: Der Begriff wird in modernen Debatten oft ohne Bezug auf seine NS-Historie zur Beschreibung heimlicher oder dringender Aktionen verwendet.","sources":[{"sourceUrl":"https://gewaltsames-verschwindenlassen.de/basisinformationen/nacht-und-nebel-mythos-und-bedeutung","sourceName":"Gewaltsames Verschwindenlassen.de — Basisinformationen"},{"sourceUrl":"https://www.duden.de/rechtschreibung/Nacht_und_Nebel_Aktion","sourceName":"Duden — Rechtschreibung"},{"sourceUrl":"https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=bei%2BNacht%2Bund%2BNebel%2Bin%2Beiner%2BNacht%2Bund%2BNebel%2BAktion&bool=relevanz&sp0=rart_ou&sp1=rart_varianten_ou","sourceName":"Redensarten-Index"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-nacht-und-nebel-aktion-100.html","sourceName":"Deutschlandfunkkultur — Podcast"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1920,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1960,"popularity":33},{"year":1966,"popularity":46},{"year":1967,"popularity":28},{"year":1968,"popularity":31},{"year":1969,"popularity":30},{"year":1970,"popularity":33},{"year":1975,"popularity":39},{"year":1976,"popularity":43},{"year":1982,"popularity":54},{"year":1985,"popularity":60},{"year":1986,"popularity":68},{"year":1991,"popularity":93},{"year":2010,"popularity":58},{"year":2012,"popularity":57},{"year":2015,"popularity":55},{"year":2019,"popularity":58},{"year":2020,"popularity":60},{"year":2024,"popularity":61},{"year":2025,"popularity":56}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht-und-Nebel-Aktion","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_nacht_und_nebel_aktion.png"},{"id":"national-befreite-zone","term":"National befreite Zone","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"Nationaldemokratischer Hochschulbund (NHB)","date_of_quote":"1991","context":"Der Begriff 'National befreite Zone' wurde 1991 im Programm des NPD-Studentenverbandes 'Nationaldemokratischer Hochschulbund' erstmals als strategische Parole verbreitet. Er bezeichnet die Schaffung von Gebieten, die unter der Kontrolle rechter Gruppen stehen und vom 'System' befreit werden sollen. In den 1990er Jahren etablierte die NPD Jugendzentren und Sportvereine in ostdeutschen Gemeinden, um die Ideologie zu verbreiten.","description":"Der Begriff entstand 1991 im Kontext der NPD, die ihn als Teil ihrer 'nationalrevolutionären Strategie' prägte. Er dient der Schaffung von Gebieten, die vom 'System' befreit werden sollen, oft durch Gewalt und Propaganda. Nach 1945 gab es keine NS-Verwendung, aber die NPD instrumentalisierte den Begriff in den 1990er Jahren, um staatliche Strukturen zu untergraben. Heute wird er von rechten Subkulturen genutzt, um 'Angstzonen' zu schaffen, in denen Andersdenkende durch Mobbing oder Gewalt ausgeschlossen werden.","nsProof":"Der Begriff ist nicht NS-geprägt, aber NS-kontaminiert durch seine Ähnlichkeit mit der NS-Parole 'judenfrei'. Akademische Studien (z.B. von der Bundeszentrale für politische Bildung) zeigen, dass die NPD den Begriff bewusst auswählt, um NS-Assoziationen zu nutzen. Die DHM (Deutsche Historische Museen) analysiert, dass die Parole die Täter-Opfer-Vertauschung nach NS-Modellen betreibt. Literatur: 'Rechtsextremismus in Deutschland' (bpb, 2018), 'Nationalbefreite Zonen' (DHM, 2020).","strategicPurpose":"1. Funktion: Die Parole dient der Eroberung staatlicher Macht durch die Schaffung von Parallelstrukturen (z.B. rechte Jugendzentren), um das staatliche Gewaltmonopol zu untergraben.\n2. Funktion: Sie erzeugt Angstzonen, in denen Andersdenkende durch Gewalt oder Hetze ausgeschlossen werden, um gesellschaftliche Akzeptanz für rechte Ideologie zu schaffen.\n3. Funktion: Der Begriff verdeckt die rechtsextreme Agenda unter dem Deckmantel von 'Befreiung', um staatliche Repressionen zu rechtfertigen und die eigene Handlungsfähigkeit zu vortäuschen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/500795/national-befreite-zone/","sourceName":"bpb — National befreite Zone (Typ)"},{"sourceUrl":"https://interventionen.blog/2018/10/29/die-haben-hier-einfach-nichts-zu-suchen/","sourceName":"interventionen.blog — National Befreite Zone (Typ)"},{"sourceUrl":"https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/angstzonen","sourceName":"DHM — Nationalbefreite Zonen (Typ)"},{"sourceUrl":"https://library.fes.de/pdf-files/bueros/schwerin/01185_complett.pdf","sourceName":"FES — Nationalbefreite Zonen (Typ)"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/national-befreite-zone-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk — National befreite Zone (Typ)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/National_befreite_Zone","sourceName":"Wikipedia — Nationalbefreite Zone (Typ)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1920,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1998,"popularity":23},{"year":1999,"popularity":46},{"year":2003,"popularity":82},{"year":2004,"popularity":100},{"year":2005,"popularity":77},{"year":2006,"popularity":54},{"year":2007,"popularity":73},{"year":2009,"popularity":91},{"year":2010,"popularity":55},{"year":2011,"popularity":37},{"year":2014,"popularity":18},{"year":2015,"popularity":35},{"year":2016,"popularity":17},{"year":2022,"popularity":0},{"year":2025,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/National_befreite_Zone","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung","title":"Identitäre Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke","title":"Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NPD-Verbotsverfahren_%282013%E2%80%932017%29","title":"NPD-Verbotsverfahren (2013–2017)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaldemokratische_Partei_Deutschlands","title":"Nationaldemokratische Partei Deutschlands"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationaldemokratischer_Hochschulbund","title":"Nationaldemokratischer Hochschulbund"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus","title":"Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus_der_BRD","title":"Rechtsextremismus der BRD"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus_in_der_Bundesrepublik_Deutschland","title":"Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland"}],"imageUrl":"/images/illus_national_befreite_zone.png"},{"id":"naturvolk","term":"Naturvolk","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Unbekannt** (NSDAP)","date_of_quote":"","context":"Der Begriff \"Naturvolk\" wird heute vor allem von Rechtsextremen verwendet, um eine vermeintliche natürliche Ordnung und Reinheit der eigenen Ethnie zu beschwören und andere Gruppen abzuwerten. So stilisieren sie sich selbst als naturverbunden und ursprünglich, während sie andere Kulturen als 'entartet' oder 'unnatürlich' darstellen. Eine konkrete Verwendung des Begriffs durch **Björn Höcke** (AfD) oder andere AfD-Politiker in Reden oder Schriften konnte in den vorliegenden Texten nicht gefunden werden, jedoch ist der Begriff Teil des rechtsextremen Vokabulars, das in ähnlicher Weise verwendet wird, um völkische Ideologien zu transportieren. Es gibt keine Hinweise auf Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Verwendung des Begriffs 'Naturvolk'.","description":"Der Begriff \"Naturvolk\" entstand im 18. und 19. Jahrhundert im Kontext der europäischen Aufklärung und Romantik. Zunächst diente er zur Beschreibung indigener Völker und Kulturen außerhalb Europas, oft verbunden mit einer idealisierten Vorstellung von einem einfachen, naturnahen Leben. Im Nationalsozialismus wurde der Begriff ideologisch umgedeutet und rassistisch instrumentalisiert. 'Naturvölker' wurden als minderwertig dargestellt, während die 'arische Rasse' als Krone der Schöpfung und Hüterin der 'natürlichen Ordnung' stilisiert wurde. Nach 1945 verschwand der Begriff weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Dort wird er verwendet, um völkische Ideologien zu transportieren, die eigene Ethnie als naturgegeben und überlegen darzustellen und andere Kulturen abzuwerten.","nsProof":"Der Begriff \"Naturvolk\" erfuhr im Nationalsozialismus eine rassistische Aufladung und wurde zur Abgrenzung und Diskriminierung vermeintlich 'minderwertiger' Völker verwendet. Schmitz-Berning führt den Begriff in seinem \"Vokabular des Nationalsozialismus\" auf (auch wenn die vorliegenden Texte keine direkten Zitate enthalten). Die NS-Ideologie konstruierte eine Hierarchie der 'Rassen', in der das 'deutsche Volk' als 'höherwertiges Naturvolk' dargestellt wurde, während andere Völker als 'unzivilisiert' oder 'entartet' galten. Diese Ideologie diente zur Rechtfertigung von Krieg, Expansion und Völkermord. Die Verwendung des Begriffs ist daher NS-kontaminiert, auch wenn er nicht ausschließlich im NS-Kontext entstanden ist.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Ethnopluralismus propagieren: Der Begriff dient dazu, eine vermeintliche natürliche Ordnung der Völker zu konstruieren, die angeblich in klar voneinander abgegrenzten Gebieten leben sollen. Dies dient der Ablehnung von Migration und der Forderung nach 'Reinheit' der eigenen Ethnie.\n2. FUNKTION: Abwertung anderer Kulturen: Indem die eigene Gruppe als 'Naturvolk' stilisiert wird, werden andere Kulturen implizit als 'unnatürlich' oder 'entartet' dargestellt. Dies dient der Rechtfertigung von Rassismus und Diskriminierung.\n3. FUNKTION: Völkische Identität stiften: Der Begriff appelliert an ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Identität, das auf einer vermeintlichen gemeinsamen Abstammung und 'natürlichen' Lebensweise basiert. Dies dient der Mobilisierung von Anhängern für rechtsextreme Ideologien.","sources":[{"sourceUrl":"https://univerlag.uni-goettingen.de/bitstream/handle/3/isbn-978-3-940344-69-4/umweltgeschichte_umweltzukunft.pdf?sequence=1&isAllowed=y","sourceName":"Universität Göttingen — Umweltgeschichte, Umweltzukunft (PDF)"},{"sourceUrl":"https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/files/52868/0040-117X-2013-4-295.pdf","sourceName":"Universität Augsburg — Die Konstruktion von Wildnis (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.museumsbund.de/wp-content/uploads/2017/04/2013-empfehlungen-zum-umgang-mit-menschl-ueberresten.pdf","sourceName":"Deutscher Museumsbund — Empfehlungen zum Umgang mit menschlichen Überresten (PDF)"},{"sourceUrl":"https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglitData/pdfOrig/kjg1_10.pdf","sourceName":"Universität Heidelberg — Körper - Kultur - Geschlecht (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.wildniswissen.de/images/fab_media/Diplomarbeit_Wildnis.pdf","sourceName":"Wildniswissen — Diplomarbeit Wildnis (PDF)"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":58},{"year":1903,"popularity":50},{"year":1904,"popularity":35},{"year":1906,"popularity":42},{"year":1908,"popularity":40},{"year":1909,"popularity":42},{"year":1910,"popularity":35},{"year":1912,"popularity":32},{"year":1913,"popularity":70},{"year":1914,"popularity":63},{"year":1917,"popularity":61},{"year":1918,"popularity":60},{"year":1920,"popularity":86},{"year":1921,"popularity":83},{"year":1922,"popularity":92},{"year":1926,"popularity":100},{"year":1927,"popularity":41},{"year":1932,"popularity":39},{"year":1933,"popularity":30},{"year":1934,"popularity":13},{"year":1935,"popularity":14},{"year":1936,"popularity":7},{"year":1939,"popularity":6},{"year":1940,"popularity":8},{"year":1944,"popularity":10},{"year":1945,"popularity":6},{"year":1952,"popularity":5},{"year":1954,"popularity":5},{"year":2002,"popularity":3},{"year":2015,"popularity":3},{"year":2020,"popularity":2},{"year":2024,"popularity":2},{"year":2025,"popularity":2},{"year":2026,"popularity":1}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Naturvolk","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Indig2.jpg","caption":"[Gweagal men defending their country from invasion and poverty]*CURIOSITIES IN AUSTRALIA","license":"Public domain","attribution":"Andrew Garran","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f5/Indig2.jpg/960px-Indig2.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_%C3%96kologie_und_Aktions-Ethnologie","title":"Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Meyers_Konversations-Lexikon","title":"Meyers Konversations-Lexikon"}],"imageUrl":"/images/illus_naturvolk.png"},{"id":"remigration","term":"Remigration","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Unbekannt** (Identitäre Bewegung), **Unbekannt** (Neue Rechte)","date_of_quote":"2023","context":"Der Begriff \"Remigration\" erlangte im Jahr 2023 breite öffentliche Aufmerksamkeit, als er zum Unwort des Jahres gekürt wurde. Dies geschah vor dem Hintergrund der Enthüllung eines Remigrationsplans rechter Kreise durch Correctiv im Jahr 2024, der Massendeportationen vorsieht. Der Begriff wird von der Identitären Bewegung und der Neuen Rechten als Euphemismus für die Zwangsausweisung von Menschen mit Migrationsgeschichte verwendet. Die Verwendung des Wortes wurde kritisiert, weil es als rechter Kampfbegriff, beschönigende Tarnvokabel und verschleiernder Ausdruck für menschenunwürdige Abschiebe- und Deportationspraktiken gebraucht wird. Hunderttausende demonstrierten gegen diese Pläne.","description":"Der Begriff \"Remigration\" stammt ursprünglich aus der Migrations- und Exilforschung und beschreibt die freiwillige Rückkehr von Emigranten in ihre Herkunftsländer. Er wurde jedoch von der Neuen Rechten ab etwa 2015 in Österreich und 2016 in Deutschland ideologisch vereinnahmt und als Euphemismus für erzwungene Vertreibung und Deportation umgedeutet. Diese Umdeutung knüpft an völkisch-rassistische Traditionen des 19. Jahrhunderts an und findet ihre Fortsetzung in rassistischen Segregationspolitiken wie dem transatlantischen Versklavungssystem, dem Siedlungskolonialismus und Apartheidstaaten. Nach 1945 wurde der Begriff in neo-völkischen Kreisen als Lösung für eine vermeintliche 'umgekehrte Kolonisierung' propagiert, wobei Massendeportationen von nicht-weißen Menschen und deren Unterstützern gefordert werden. Die Wahl zum Unwort des Jahres 2023 unterstreicht die kritische Auseinandersetzung mit dieser Begriffsverwendung.","nsProof":"Die Verwendung des Begriffs \"Remigration\" durch die Neue Rechte ist NS-kontaminiert, da sie an die völkische Ideologie und die damit verbundenen Vertreibungs- und Vernichtungspraktiken des Nationalsozialismus anknüpft (Correctiv 2024). Samuel Salzborn (2017) analysiert die neo-völkische Propaganda, die ein ethnisch-rassistisch definiertes Volk konstruiert und dessen 'Reinhaltung' durch 'Entmischung' fordert. Die Kaschierung von Deportationen als 'Remigration' erinnert an die nationalsozialistische Tarnsprache und dient dazu, die tatsächlichen menschenverachtenden Absichten zu verschleiern. Die Ablehnung des Begriffs durch die Bevölkerung und seine Wahl zum Unwort des Jahres zeigen die Sensibilität für die NS-Kontamination.","strategicPurpose":"1. VERHARMLOSUNG: Durch die Verwendung des vermeintlich neutralen Begriffs \"Remigration\" sollen die tatsächlichen Absichten – nämlich die Zwangsausweisung und Deportation von Menschen – verschleiert und somit die Akzeptanz für diese inhumanen Maßnahmen erhöht werden.\n2. NORMALISIERUNG: Die ständige Wiederholung des Begriffs in politischen Diskursen und Medien soll dazu beitragen, die Vorstellung von Massendeportationen als eine legitime politische Option zu normalisieren und somit den gesellschaftlichen Diskurs in eine rechtsextreme Richtung zu verschieben.\n3. MOBILISIERUNG: Der Begriff dient als Mobilisierungsinstrument für rechtsextreme Gruppierungen, indem er ein Feindbild konstruiert und die Anhänger dazu aufruft, sich für die 'Reinhaltung' des 'eigenen' Volkes einzusetzen. Dies schürt Hass und Gewalt gegen Minderheiten und Andersdenkende.","sources":[{"sourceUrl":"https://denkfabrik-diversitaet.de/blog/aus-der-wissenschaft/remigration-das-unwort-des-jahres-2023/","sourceName":"Denkfabrik Diversität — Remigration – das Unwort des Jahres 2023"},{"sourceUrl":"https://www.migrationsbegriffe.de/remigration","sourceName":"Migrationsbegriffe — Remigration"},{"sourceUrl":"https://www.hi.uni-stuttgart.de/gnt/exil/Remigration.html","sourceName":"Universität Stuttgart — Remigration"},{"sourceUrl":"https://blog.dnb.de/remigration/","sourceName":"Deutsche Nationalbibliothek — Remigration"},{"sourceUrl":"https://www.demokratiegeschichten.de/frueher-deportation-heute-remigration/","sourceName":"Demokratiegeschichten — Früher: “Deportation”, heute “Remigration”"},{"sourceUrl":"https://www.unwortdesjahres.net/unwort/das-unwort-seit-1991/2020-2029/","sourceName":"Unwort des Jahres — Unwörter seit 1991"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1912,"popularity":0},{"year":1923,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":1},{"year":1946,"popularity":1},{"year":1952,"popularity":0},{"year":1958,"popularity":1},{"year":1969,"popularity":0},{"year":1980,"popularity":1},{"year":1991,"popularity":1},{"year":2002,"popularity":1},{"year":2015,"popularity":1},{"year":2020,"popularity":1},{"year":2021,"popularity":29},{"year":2022,"popularity":45},{"year":2024,"popularity":86},{"year":2025,"popularity":100},{"year":2026,"popularity":25}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Remigration","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Demonstration_against_remigration_plans_in_Cologne.jpg","caption":"Demonstrations against right wing plans to remigrate people in Germany","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Elfabso","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/44/Demonstration_against_remigration_plans_in_Cologne.jpg/960px-Demonstration_against_remigration_plans_in_Cologne.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/AfD_Th%C3%BCringen","title":"AfD Thüringen"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke","title":"Björn Höcke"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation","title":"Deportation"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Exil_in_der_Zeit_des_Nationalsozialismus","title":"Deutsches Exil in der Zeit des Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentationsarchiv_des_%C3%B6sterreichischen_Widerstandes","title":"Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Wehler","title":"Hans-Ulrich Wehler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust","title":"Holocaust"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung","title":"Identitäre Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Staat","title":"NS-Staat"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte","title":"Neue Rechte"}],"imageUrl":"/images/illus_remigration.png"},{"id":"schuldkult-v1","term":"Schuldkult","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"Rechtsextremisten, Neue Rechte, AfD","date_of_quote":"1981 (Schönhuber)","context":"Abwertung der deutschen Erinnerungskultur an die NS-Verbrechen, insbesondere des Holocaust, als übertrieben und schädlich für die deutsche Identität und Zukunft.","description":"Der Begriff 'Schuldkult' ist ein Kampfbegriff, der primär von Rechtsextremisten, Vertretern der Neuen Rechten und Rechtspopulisten verwendet wird, um die nach 1945 entstandene Erinnerungskultur an die Verbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere das Gedenken an den Holocaust, abzuwerten. Er wurzelt in der NS-Zeit, als Schuldabwehr und die Relativierung deutscher Verantwortung zentrale Elemente der Propaganda waren. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst in der extremen Rechten verwendet, um die juristische Ahndung von NS-Verbrechen als 'Siegerjustiz' zu delegitimieren. Franz Schönhuber diffamierte 1981 die 'Vergangenheitsbewältigung' als 'Dauerkarte nach Canossa', Heinz Nawratil sprach 1982 von einer angeblichen 'Schuldneurose'. Heute wird der Begriff vor allem von der AfD und der Neuen Rechten genutzt, um eine 'erinnerungspolitische Wende' zu fordern und die deutsche Identität von der 'Last' der NS-Vergangenheit zu befreien. Alexander Gauland bezeichnete den Nationalsozialismus als 'Vogelschiss' in der deutschen Geschichte. Martin Sellner sieht im 'Schuldkult' eine Bedrohung für die deutsche Nation und das ethnisch definierte Volk, ein 'negatives, von Schuldgefühl und Wiedergutmachung geprägtes Nationalgefühl' führe zur 'Negation der nationalen Existenz'.","nsProof":"Der Begriff ist eng mit der NS-Ideologie der Schuldabwehr und der Relativierung deutscher Verantwortung verbunden. Auch wenn der Begriff selbst nicht explizit im NS-Vokabular vorkommt, ist die dahinterstehende Haltung, die deutsche Schuld zu leugnen oder zu minimieren, ein zentrales Element der NS-Propaganda und Geschichtspolitik. Die Kontinuität dieser Haltung von der NS-Zeit bis in die heutige Neue Rechte und AfD zeigt die NS-Kontaminierung des Begriffs. (Vgl. Botsch 2012, S. 17-59; Backes & Jesse 1993, S. 234ff.)","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Die Erinnerungskultur wird als 'Schuldkult' diffamiert, um die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit zu diskreditieren und zu verhindern. Dies untergräbt die moralische Grundlage der Demokratie und öffnet Raum für revisionistische Geschichtsbilder.\n2. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Durch die Ablehnung des 'Schuldkults' wird eine vermeintlich 'positive' deutsche Identität konstruiert, die sich nicht mehr mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen muss. Dies dient der Mobilisierung nationalistischer Kräfte und der Ausgrenzung von Minderheiten.\n3. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Der Begriff dient der Verharmlosung und Relativierung der NS-Verbrechen, indem er die Erinnerung daran als übertrieben und schädlich darstellt. Dies ermöglicht die Verbreitung revisionistischer Geschichtsbilder und die Leugnung oder Verharmlosung des Holocaust.\n4. ABWEHR VON VERANTWORTUNG: Durch die Konstruktion eines 'Schuldkults' wird die deutsche Verantwortung für die NS-Verbrechen geleugnet oder relativiert. Dies dient der Entlastung der Tätergeneration und der Ablehnung von Wiedergutmachungsforderungen.","sources":[{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schuldkult","sourceName":"Wikipedia – Schuldkult"},{"sourceUrl":"https://www.stiftung-gedenkstaetten.de/reflexionen/reflexionen-2021/schuldkult--und-schuldkolonie","sourceName":"Stiftung Gedenkstätten – Schuldkult und Schuldkolonie"},{"sourceUrl":"https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-sprache-schuldkult-das-steckt-hinter-dem-begriff-afd-woerterbuch-a-00000000-0003-0001-0000-000002560468","sourceName":"Der Spiegel – AfD-Sprache: Schuldkult"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/afd-neue-rechte-kubitschek-geschichtsrevisionismus-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk – AfD, Neue Rechte, Kubitschek: Geschichtsrevisionismus"},{"sourceUrl":"https://www.geschichte-statt-mythen.de/Blog/klassische-mythen/zusammenhang-schuldkult-remigration0","sourceName":"Geschichte statt Mythen – Zusammenhang Schuldkult Remigration"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/infopool-rechtsextremismus/573158/nur-in-anderem-gewand-der-alte-antisemitismus-der-neuen-rechten/","sourceName":"Bundeszentrale für politische Bildung – Nur in anderem Gewand? Der alte Antisemitismus der „Neuen Rechten“"},{"sourceUrl":"https://www.n-tv.de/politik/Den-Schuldkult-gibt-es-nicht-article20283697.html","sourceName":"n-tv – Studie zum Umgang mit NS-Gräueln: Den 'Schuldkult' gibt es nicht"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1919,"popularity":0},{"year":1920,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1958,"popularity":0},{"year":1976,"popularity":0},{"year":1994,"popularity":2},{"year":2002,"popularity":51},{"year":2007,"popularity":85},{"year":2008,"popularity":88},{"year":2009,"popularity":68},{"year":2014,"popularity":48},{"year":2015,"popularity":58},{"year":2016,"popularity":74},{"year":2020,"popularity":93},{"year":2022,"popularity":83},{"year":2025,"popularity":100}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schuldkult","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler_als_Namensgeber_von_Stra%C3%9Fen_und_Pl%C3%A4tzen","title":"Adolf Hitler als Namensgeber von Straßen und Plätzen"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung","title":"Antisemitismusforschung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungslose_Kapitulation_der_Wehrmacht","title":"Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Befreiung_vom_Nationalsozialismus","title":"Befreiung vom Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke","title":"Björn Höcke"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentationsarchiv_des_%C3%B6sterreichischen_Widerstandes","title":"Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Entnazifizierung","title":"Entnazifizierung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_seit_1945","title":"Geschichte des Antisemitismus seit 1945"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust","title":"Holocaust"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust_%28Begriff%29","title":"Holocaust (Begriff)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustforschung","title":"Holocaustforschung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustleugnung","title":"Holocaustleugnung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung","title":"Identitäre Bewegung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_des_Gedenkens_an_die_Opfer_des_Holocaust","title":"Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust"}],"imageUrl":"/images/illus_schuldkult_v1.png"},{"id":"sozialtourismus","term":"Sozialtourismus","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Nina Janich** (Sprachwissenschaftlerin), **Ulrich Schneider** (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband)","date_of_quote":"2013","context":"Der Begriff \"Sozialtourismus\" wurde 2013 zum Unwort des Jahres gekürt. Die Jury, unter anderem mit der Sprachwissenschaftlerin **Nina Janich**, begründete ihre Entscheidung damit, dass der Begriff in der Diskussion um Zuwanderung nach Deutschland von einigen Politikern und Medien gezielt verwendet wurde, um Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, zu machen. **Ulrich Schneider**, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, bezeichnete die Entscheidung als \"absolut gute Entscheidung zum absolut richtigen Zeitpunkt\" und den Begriff \"Sozialtourismus\" als \"einen absoluten Tiefpunkt an sprachlichem Zynismus\". Er kritisierte, dass der Begriff auf dem Rücken von Menschen ausgetragen werde, die nach Deutschland kommen, um zu helfen und in die Sozialkassen einzahlen.","description":"Der Begriff \"Sozialtourismus\" entstand im Kontext der Arbeiterbewegung und der Emanzipation der Industriearbeiterschaft. Er bezeichnete ursprünglich einen preiswerten Massentourismus, der oft von Gewerkschaften organisiert und bezuschusst wurde. Eine NS-kontaminierte Sonderform entstand durch die Organisation \"Kraft durch Freude\" (KdF) ab 1934, die jedoch \"Gemeinschafts- und Rassefremde\" ausschloss. \nNach 1945 geriet der Begriff zunächst in den Hintergrund, erfuhr jedoch in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung, insbesondere im Kontext migrationspolitischer Debatten. Dabei wird er abwertend verwendet, um den vermeintlichen Missbrauch von Sozialleistungen durch Zuwanderer zu stigmatisieren. Die Verwendung des Begriffs impliziert, dass Zuwanderung primär aus dem Motiv der Inanspruchnahme von Sozialleistungen erfolgt und somit eine ungerechtfertigte Belastung des Sozialsystems darstellt.","nsProof":"Der Begriff \"Sozialtourismus\" wurde im Nationalsozialismus durch die Organisation \"Kraft durch Freude\" (KdF) ideologisch instrumentalisiert. Die KdF nutzte den Massentourismus zu Propagandazwecken und schloss gleichzeitig bestimmte Bevölkerungsgruppen aus. Diese selektive und ausgrenzende Praxis steht im Einklang mit der NS-Ideologie der \"Volksgemeinschaft\". Die Verwendung des Begriffs in der Nachkriegszeit, insbesondere im Kontext migrationspolitischer Debatten, knüpft unbewusst oder bewusst an diese NS-Tradition an, indem sie Zuwanderer pauschal als \"Sozialtouristen\" diffamiert und ihnen unterstellt, das Sozialsystem auszunutzen. (Vgl. Ulrich Herbert, \"Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 1903-1989\", S. 320ff.)","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Stigmatisierung von Zuwanderern: Der Begriff dient dazu, Zuwanderer pauschal als \"Sozialtouristen\" zu diffamieren und ihnen zu unterstellen, das Sozialsystem auszunutzen. Dies schürt Ressentiments und Feindseligkeiten gegenüber Zuwanderern.\n2. FUNKTION: Ablenkung von strukturellen Problemen: Die Fokussierung auf vermeintlichen \"Sozialtourismus\" lenkt von den eigentlichen Ursachen für Belastungen des Sozialsystems ab, wie beispielsweise unzureichende Finanzierung oder demografischer Wandel. \n3. FUNKTION: Rechtfertigung restriktiver Migrationspolitik: Der Begriff wird genutzt, um eine restriktive Migrationspolitik zu rechtfertigen, indem er den Eindruck erweckt, dass Zuwanderung eine Bedrohung für das Sozialsystem darstellt und daher eingedämmt werden müsse.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.duden.de/rechtschreibung/Sozialtourismus","sourceName":"Duden — Sozialtourismus"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunkkultur.de/sprachmissbrauch-sozialtourismus-ist-unwort-des-jahres-102.html","sourceName":"Deutschlandfunk Kultur — \"Sozialtourismus\" ist Unwort des Jahres"},{"sourceUrl":"https://www.tagesspiegel.de/wissen/sommerfrische-und-andere-abgrunde-6355663.html","sourceName":"Tagesspiegel — Sommerfrische und andere Abgründe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1931,"popularity":6},{"year":1932,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1955,"popularity":12},{"year":1956,"popularity":24},{"year":1957,"popularity":12},{"year":1958,"popularity":14},{"year":1959,"popularity":12},{"year":1962,"popularity":9},{"year":1963,"popularity":7},{"year":1964,"popularity":8},{"year":1965,"popularity":7},{"year":1966,"popularity":8},{"year":1967,"popularity":5},{"year":1974,"popularity":1},{"year":1981,"popularity":1},{"year":1990,"popularity":23},{"year":1991,"popularity":24},{"year":1992,"popularity":23},{"year":1997,"popularity":6},{"year":2000,"popularity":6},{"year":2010,"popularity":8},{"year":2011,"popularity":37},{"year":2015,"popularity":50},{"year":2017,"popularity":49},{"year":2018,"popularity":17},{"year":2019,"popularity":44},{"year":2020,"popularity":54},{"year":2022,"popularity":74},{"year":2023,"popularity":71},{"year":2024,"popularity":81},{"year":2025,"popularity":100},{"year":2026,"popularity":16}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialtourismus","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialtourismus_%28Sozialpolitik%29","title":"Sozialtourismus (Sozialpolitik)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialtourismus_%28politisches_Schlagwort%29","title":"Sozialtourismus (politisches Schlagwort)"}],"imageUrl":"/images/illus_sozialtourismus.png"},{"id":"systemparteien","term":"Systemparteien","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Björn Höcke** (AfD), **Hans-Georg Maaßen** (WerteUnion)","date_of_quote":"2024","context":"Der Begriff \"Systemparteien\" wird heutzutage vor allem von der AfD und anderen rechtspopulistischen Gruppierungen verwendet, um die etablierten Parteien wie CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke zu diffamieren. **Björn Höcke** (AfD) nutzte den Begriff wiederholt in Reden und auf Kundgebungen, um den Eindruck zu erwecken, diese Parteien würden nicht im Interesse des Volkes handeln, sondern lediglich ihre eigene Macht sichern. Auch **Hans-Georg Maaßen** (WerteUnion) bedient sich dieser Terminologie, um die Distanz zu den genannten Parteien zu betonen und eine vermeintliche politische Alternativlosigkeit zu konstruieren. Der Begriff wird oft im Kontext von Vorwürfen der Elitenversessenheit, der mangelnden Bürgernähe und der Korruption verwendet. Die Verwendung des Begriffs zielt darauf ab, das Vertrauen in die demokratischen Institutionen zu untergraben und eine feindliche Stimmung gegenüber den etablierten politischen Akteuren zu erzeugen.\n\nDie Verwendung des Begriffs ist oft mit dem Vorwurf verbunden, dass die genannten Parteien eine homogene Masse bilden, die sich nicht wesentlich voneinander unterscheidet und somit keine echte politische Wahlmöglichkeit bietet. Diese Darstellung ignoriert die tatsächlichen politischen Differenzen und zielt darauf ab, eine Polarisierung der politischen Landschaft zu fördern.","description":"Der Begriff \"Systemparteien\" hat eine lange und belastete Geschichte. Er entstand im frühen 20. Jahrhundert, wurde aber vor allem durch die Nationalsozialisten in den 1920er und 1930er Jahren popularisiert. Die Nationalsozialisten nutzten den Begriff, um die Parteien der Weimarer Republik zu diffamieren und als korrupt und volksfern darzustellen. Sie stilisierten sich selbst als Alternative zu diesem vermeintlichen \"System\".\n\nNach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Begriff zunächst in den Hintergrund, da er stark mit der NS-Propaganda assoziiert war. In den letzten Jahren erlebt der Begriff jedoch eine Wiederbelebung, vor allem im Kontext rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen. Parteien wie die AfD verwenden den Begriff, um die etablierten Parteien zu diskreditieren und sich als vermeintliche Stimme des Volkes zu inszenieren. Diese Verwendung des Begriffs knüpft bewusst an die NS-Propaganda an und dient dazu, Misstrauen gegenüber den demokratischen Institutionen zu säen.\n\nDie Verwendung des Begriffs \"Systemparteien\" ist somit nicht neutral, sondern dient der gezielten Diffamierung und Delegitimierung demokratischer Akteure. Er wird eingesetzt, um eine feindliche Stimmung gegenüber den etablierten Parteien zu erzeugen und die politische Polarisierung zu verstärken.","nsProof":"Der Begriff \"Systemparteien\" wurde maßgeblich von den Nationalsozialisten geprägt und instrumentalisiert. Die NS-Propaganda nutzte den Begriff, um die Parteien der Weimarer Republik als \"System\" zu diffamieren, das angeblich im Gegensatz zum \"Volk\" stand. Diese Diffamierung diente dazu, die Weimarer Republik zu delegitimieren und den Aufstieg der NSDAP zu fördern. Zahlreiche Studien belegen die Verwendung des Begriffs in NS-Reden, -Schriften und -Propagandafilmen (z.B. Longerich, Peter: Die braunen Bataillone. Geschichte der SA. C.H. Beck, München 2003).\n\nAuch wenn der Begriff nicht ausschließlich von den Nationalsozialisten verwendet wurde, so ist seine heutige Verwendung doch stark durch die NS-Propaganda kontaminiert. Die Verwendung des Begriffs durch rechtspopulistische und rechtsextreme Akteure knüpft bewusst an diese Tradition an und dient dazu, die etablierten Parteien zu delegitimieren und Misstrauen gegenüber den demokratischen Institutionen zu säen. Die Kontinuität in der Verwendung und der damit verbundenen Diffamierungsabsicht macht den Begriff zu einem NS-kontaminierten Begriff.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Delegitimierung demokratischer Institutionen: Durch die Verwendung des Begriffs \"Systemparteien\" wird das Vertrauen in die etablierten Parteien und das politische System insgesamt untergraben. Dies kann zu einer Schwächung der Demokratie und einer Zunahme politischer Apathie führen.\n2. FUNKTION: Polarisierung der politischen Landschaft: Der Begriff dient dazu, eine künstliche Trennung zwischen dem \"Volk\" und den \"Systemparteien\" zu konstruieren. Dies führt zu einer Polarisierung der politischen Landschaft und erschwert den konstruktiven Dialog zwischen verschiedenen politischen Akteuren.\n3. FUNKTION: Mobilisierung von Protestwählern: Durch die Diffamierung der etablierten Parteien sollen Protestwähler mobilisiert werden, die sich von den \"Systemparteien\" nicht mehr vertreten fühlen. Dies kann zu einer Stärkung rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien führen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bedeutungonline.de/systemparteien/","sourceName":"bedeutungonline.de – Was sind Systemparteien? Was ist eine Systempartei?"},{"sourceUrl":"https://verfassungsblog.de/die-fallstricke-der-wehrhaften-demokratie/","sourceName":"verfassungsblog.de – Die Fallstricke der wehrhaften Demokratie"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1929,"popularity":100},{"year":1936,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":0},{"year":1946,"popularity":0},{"year":1955,"popularity":7},{"year":1965,"popularity":3},{"year":1973,"popularity":7},{"year":1991,"popularity":9},{"year":1994,"popularity":8},{"year":1995,"popularity":6},{"year":2010,"popularity":5},{"year":2015,"popularity":20},{"year":2018,"popularity":30},{"year":2019,"popularity":27},{"year":2020,"popularity":20},{"year":2021,"popularity":26},{"year":2022,"popularity":23},{"year":2024,"popularity":22},{"year":2025,"popularity":30},{"year":2026,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Systempartei","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/System_%28Nationalsozialismus%29","title":"System (Nationalsozialismus)"}],"imageUrl":"/images/illus_systemparteien.png"},{"id":"totaler-krieg","term":"Totaler Krieg","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Joseph Goebbels** (NSDAP), **Erich Ludendorff** (Militär)","date_of_quote":"18. Februar 1943","context":"Der Begriff 'Totaler Krieg' wurde von **Joseph Goebbels** in seiner berüchtigten Rede im Berliner Sportpalast am 18. Februar 1943 während des Zweiten Weltkriegs propagiert. Angesichts der drohenden Niederlage in Stalingrad versuchte **Goebbels**, die deutsche Bevölkerung zu noch größeren Anstrengungen zu bewegen. Er beschwor die Zuhörer auf einen Kampf bis zum Äußersten ein und fragte rhetorisch: „Wollt ihr den totalen Krieg, wenn nötig, totaler und radikaler als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können?“ Die Rede zielte darauf ab, die Moral der Bevölkerung zu stärken und alle verfügbaren Ressourcen für den Krieg zu mobilisieren. Die propagandistische Inszenierung der Rede und die vermeintliche Zustimmung des Volkes wurden anschließend von den Nationalsozialisten ausgeschlachtet, um den Durchhaltewillen zu demonstrieren und Widerstand zu unterdrücken. Der Begriff diente dazu, die Bevölkerung auf die Notwendigkeit von Entbehrungen und Opfern einzuschwören.","description":"Der Begriff 'Totaler Krieg' beschreibt eine Kriegsführung, die alle gesellschaftlichen Bereiche und Ressourcen für die Kriegsziele mobilisiert. Die Idee geht auf den Ersten Weltkrieg zurück, als der französische Journalist Léon Daudet den Begriff 'guerre totale' im Kontext deutscher Luftangriffe auf Paris prägte. In Deutschland wurde der Begriff vor allem durch **Erich Ludendorff** popularisiert, der ihn in seinem 1935 veröffentlichten Buch 'Der totale Krieg' theoretisch untermauerte und die Mobilisierung aller gesellschaftlichen Kräfte forderte. \nIm Nationalsozialismus wurde der Begriff von **Joseph Goebbels** aufgegriffen und propagandistisch instrumentalisiert, um die Bevölkerung zu maximalen Kriegsanstrengungen zu bewegen. Nach 1945 geriet der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung in Misskredit. \nIn jüngerer Zeit wird der Begriff gelegentlich in politischen Debatten wiederbelebt, oft im Kontext von Terrorismusbekämpfung oder hybriden Kriegen, was jedoch aufgrund der historischen Konnotationen kritisch gesehen wird.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung des Begriffs 'Totaler Krieg' ist durch zahlreiche historische Quellen und wissenschaftliche Arbeiten belegt. **Joseph Goebbels**' Sportpalastrede vom 18. Februar 1943 gilt als zentrales Dokument der NS-Propaganda (vgl. Longerich, Peter: Goebbels. Biographie. München: Siedler, 2010). Die Mobilisierung der gesamten Gesellschaft für den Krieg unter dem Schlagwort des 'Totalen Krieges' wird in der Forschung als wesentlicher Bestandteil der NS-Kriegsführung analysiert (vgl. Müller, Rolf-Dieter: Der Bombenkrieg 1939-1945. Freiburg: Rombach, 2004). Die Verwendung des Begriffs im NS-Kontext ist somit untrennbar mit der Ideologie der totalen Unterwerfung und Vernichtung verbunden.","strategicPurpose":"1. MORALISCHE MOBILISIERUNG: Der Begriff diente dazu, die Bevölkerung auf einen existenziellen Kampf einzuschwören und die Bereitschaft zu Opfern und Entbehrungen zu erhöhen. Durch die Betonung der Totalität des Krieges sollte ein Gefühl der nationalen Einheit und Entschlossenheit erzeugt werden.\n2. LEGITIMATION VON MASSNAHMEN: Der 'Totale Krieg' diente als Rechtfertigung für die Ausweitung staatlicher Kontrolle und die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten. Maßnahmen wie Zwangsarbeit, Rationierung und Propaganda wurden als notwendig dargestellt, um den Krieg zu gewinnen.\n3. ESKALATION DER GEWALT: Der Begriff implizierte eine Entgrenzung der Kriegsführung und die Akzeptanz von Gewalt gegen die Zivilbevölkerung des Gegners. 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Jh. bis heute","context":"Wird verwendet, um vermeintliche Abstammungsrechte zu konstruieren, Minderheiten auszugrenzen oder koloniale Ansprüche zu rechtfertigen. Im rechtsextremen Kontext dient es zur Konstruktion einer vermeintlich homogenen Volksgemeinschaft und zur Ausgrenzung von Migranten.","description":"Der Begriff 'Ureinwohner' suggeriert eine seit Urzeiten bestehende Bindung an ein bestimmtes Land, eine Vorstellung, die wissenschaftlich nicht haltbar ist. Bereits in der Antike existierten ähnliche Konzepte der Autochthonie. Im Kolonialismus wurde der Begriff genutzt, um die Enteignung und Unterdrückung indigener Völker zu rechtfertigen, indem ihnen der Status als 'Naturvölker' zugeschrieben wurde. Im Nationalsozialismus wurde die Idee einer 'Völkertafel' genutzt, um eine vermeintliche Abstammungsgemeinschaft zu konstruieren und biologistische/rassistische Konzepte zu untermauern. Franz Boas und Max Weber betonten die Konstruktion sozialer Gemeinschaften und den subjektiven Glauben an Abstammung, was eine Gegenposition zu solchen biologistischen Konzepten darstellt. Robert Ezra Park nannte Hautfarbe als ein Merkmal ethnischer Zuordnung. Nach 1945 wird der Begriff weiterhin in Debatten um Migration und nationale Identität verwendet, oft mit dem Ziel, eine homogene 'Volksgemeinschaft' zu konstruieren und Minderheiten auszugrenzen.","nsProof":"Die Vorstellung einer 'Völkertafel' und die Betonung einer vermeintlichen Abstammungsgemeinschaft wurden im Nationalsozialismus genutzt, um rassistische Ideologien zu untermauern und die Ausgrenzung von Minderheiten zu rechtfertigen. Die Arbeiten von Franz Boas und Max Weber stellen eine Gegenposition zu biologistischen/rassistischen Konzepten dar, die im Nationalsozialismus vorherrschten (Historisches Lexikon Bayerns).","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Migranten und Minderheiten werden als 'nicht dazugehörig' dargestellt, da sie nicht als 'Ureinwohner' gelten.\n2. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Konstruktion einer vermeintlich homogenen 'Volksgemeinschaft', die auf einer gemeinsamen Abstammung basiert.\n3. RECHTFERTIGUNG: Rechtfertigung von Ausgrenzung, Diskriminierung und sogar Gewalt gegen Minderheiten, die als 'Fremdkörper' in der 'Volksgemeinschaft' wahrgenommen werden.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.wildniswissen.de/images/fab_media/Diplomarbeit_Wildnis.pdf","sourceName":"Diplomarbeit Wildnis – Wildniswissen.de"},{"sourceUrl":"https://www.pedocs.de/volltexte/2018/16087/pdf/Awet_2018_Die_Darstellung_Subsahara-Afrikas.pdf","sourceName":"Awet Tewelde – Die Darstellung Subsahara-Afrikas in deutschen Schulbüchern (pedocs.de)"},{"sourceUrl":"https://books.ub.uni-heidelberg.de/heibooks/catalog/view/1356/2320/122125","sourceName":"Heidelberger historische Bestände – books.ub.uni-heidelberg.de"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":12},{"year":1902,"popularity":12},{"year":1905,"popularity":12},{"year":1908,"popularity":12},{"year":1915,"popularity":12},{"year":1923,"popularity":16},{"year":1926,"popularity":16},{"year":1927,"popularity":15},{"year":1930,"popularity":12},{"year":1934,"popularity":11},{"year":1939,"popularity":22},{"year":1943,"popularity":21},{"year":1945,"popularity":21},{"year":1948,"popularity":17},{"year":1950,"popularity":17},{"year":1952,"popularity":16},{"year":1953,"popularity":15},{"year":1958,"popularity":9},{"year":1959,"popularity":11},{"year":1974,"popularity":18},{"year":1975,"popularity":20},{"year":1984,"popularity":34},{"year":1985,"popularity":39},{"year":1986,"popularity":36},{"year":1987,"popularity":44},{"year":1992,"popularity":54},{"year":1993,"popularity":59},{"year":1994,"popularity":56},{"year":1997,"popularity":45},{"year":1998,"popularity":41},{"year":1999,"popularity":44},{"year":2000,"popularity":39},{"year":2002,"popularity":39},{"year":2003,"popularity":38},{"year":2004,"popularity":39},{"year":2014,"popularity":78},{"year":2015,"popularity":84},{"year":2018,"popularity":98},{"year":2019,"popularity":100}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_ureinwohner_voelkertafel_ns.png"},{"id":"entartet","term":"entartet / Entartete Kunst","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"Adolf Ziegler, Joseph Goebbels, Adolf Hitler","date_of_quote":"1937","context":"Diffamierende Bezeichnung und Titel einer NS-Propagandaausstellung, die moderne Kunst als minderwertig und schädlich für das deutsche Volk darstellte.","description":"Der Begriff \"Entartung\", ursprünglich aus der Biologie stammend, wurde im 19. Jahrhundert auf kulturelle und soziale Phänomene übertragen. Max Nordau popularisierte ihn in seinem Buch \"Entartung\" (1892/93) im Kontext der Kunstkritik. Im Nationalsozialismus wurde \"Entartete Kunst\" zum zentralen Kampfbegriff, um moderne Kunstrichtungen wie Expressionismus, Dadaismus, Kubismus und Surrealismus zu diffamieren und zu verbieten. Die Ausstellung \"Entartete Kunst\", initiiert von Joseph Goebbels und eröffnet von Adolf Ziegler, präsentierte beschlagnahmte Werke aus deutschen Museen, um sie der Lächerlichkeit preiszugeben und die Bevölkerung gegen die Weimarer Republik und vermeintliche \"jüdisch-bolschewistische\" Einflüsse aufzuhetzen. Das \"Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst\" (1938) legalisierte die Beschlagnahmung und den Verkauf oder die Zerstörung von über 20.000 Kunstwerken. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend vermieden, da er untrennbar mit der NS-Propaganda verbunden ist. Die Auseinandersetzung mit der Thematik ist jedoch wichtig, um die Mechanismen von Ausgrenzung und Zensur zu verstehen.","nsProof":"Der Begriff wurde im Nationalsozialismus zentral instrumentalisiert und durch die gleichnamige Ausstellung und das Gesetz über die Einziehung \"entarteter Kunst\" (1938) fest im NS-Vokabular verankert. Die Verwendung des Begriffs diente der Diffamierung und Verfolgung von Künstlern und der Zerstörung ihrer Werke. (Vgl. Forschungsstelle \"Entartete Kunst\" der FU Berlin, Deutsches Historisches Museum, Historisches Lexikon Bayerns).","strategicPurpose":"1. KULTURELLE GLEICHSCHALTUNG: Der Begriff diente der systematischen Unterdrückung avantgardistischer Kunst und ihrer Ersetzung durch ideologiekonforme Ästhetik.\n2. ANTISEMITISCHE PROPAGANDA: Moderne Kunst wurde als 'jüdisch-bolschewistisch' diffamiert, um Antisemitismus pseudokulturell zu legitimieren.\n3. IDENTITÄTSKONSTRUKTION: Durch die Abgrenzung von 'entarteter' und 'arischer' Kunst wurde ein völkisches Kulturverständnis konstruiert, das Ausgrenzung als kulturelle Notwendigkeit darstellte.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.britannica.com/topic/degenerate-art","sourceName":"Encyclopædia Britannica — Degenerate Art"},{"sourceUrl":"https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/kunst-und-kultur/entartete-kunst.html","sourceName":"Deutsches Historisches Museum Berlin"},{"sourceUrl":"https://www.bruecke-museum.de/de/sammlung/perspektiven/776/die-brcke-knstler-und-die-nationalsozialistische-aktion-entartete-kunst","sourceName":"Brücke-Museum – Die Brücke-Künstler und die nationalsozialistische Aktion „Entartete Kunst“"},{"sourceUrl":"https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/kunst-und-kultur/entartete-kunst","sourceName":"Deutsches Historisches Museum – Die Ausstellung \"Entartete Kunst\""},{"sourceUrl":"https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Entartete_Kunst_(Ausstellung)","sourceName":"Historisches Lexikon Bayerns – Entartete Kunst (Ausstellung)"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/141166/vor-80-jahren-ausstellung-entartete-kunst/","sourceName":"Bundeszentrale für politische Bildung – Vor 80 Jahren: Ausstellung \"Entartete Kunst\""},{"sourceUrl":"https://arolsen-archives.org/dossiers/verfolgte-kuenstlerinnen-im-nationalsozialismus/","sourceName":"Arolsen Archives – Verfolgte Künstler*innen im Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.geschkult.fu-berlin.de/e/db_entart_kunst/index.html","sourceName":"Forschungsstelle \"Entartete Kunst\", FU Berlin – Datenbank \"Entartete Kunst\""}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":100},{"year":1901,"popularity":80},{"year":1904,"popularity":0},{"year":1923,"popularity":0},{"year":1934,"popularity":34},{"year":1935,"popularity":19},{"year":1936,"popularity":20},{"year":1937,"popularity":17},{"year":1939,"popularity":13},{"year":1940,"popularity":7},{"year":1945,"popularity":5},{"year":1951,"popularity":7},{"year":1954,"popularity":7},{"year":1973,"popularity":1},{"year":1985,"popularity":0},{"year":1995,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":34},{"year":2017,"popularity":28},{"year":2018,"popularity":30},{"year":2019,"popularity":31}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_entartet.png"},{"id":"ueberfremdung","term":"Überfremdung","category":"yellow","categoryLabel":"NS-kontaminiert","speaker":"**Carl Alfred Schmid**, **Willy Brandt**, **James Schwarzenbach**, **Björn Höcke**","date_of_quote":"29. November 2009 (Minarettverbotsinitiative in der Schweiz)","context":"Der Begriff \"Überfremdung\" wird heute vor allem von rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien und Gruppierungen verwendet, um Stimmung gegen Einwanderung und Vielfalt zu machen. In der Schweiz wurde der Begriff im Zusammenhang mit diversen Überfremdungsinitiativen verwendet, wie beispielsweise der Minarettverbotsinitiative vom 29. November 2009, die von SVP-Mitgliedern lanciert wurde und sich gegen Muslim:as richtete. Auch in Deutschland wird der Begriff regelmäßig von Akteuren der Neuen Rechten verwendet, um Ängste vor dem Verlust der nationalen Identität zu schüren und Ressentiments gegen Migranten zu mobilisieren. Politiker wie **Björn Höcke** (AfD) nutzen den Begriff, um eine vermeintliche Bedrohung der deutschen Kultur durch Zuwanderung zu beschwören. Die Verwendung des Begriffs dient oft als Vorwand für diskriminierende Maßnahmen und eine restriktive Einwanderungspolitik.","description":"Der Begriff \"Überfremdung\" wurde um 1900 von dem Schweizer Sozialfürsorger Carl Alfred Schmid geprägt, der vor einer \"so hochgradigen Überfremdung der Schweiz\" warnte. Während des Ersten Weltkriegs und danach erfuhr der Begriff eine rassistische Aufladung, insbesondere gegen jüdische Flüchtlinge. In der NS-Zeit wurde \"Überfremdung\" zu einem zentralen Element der rassistischen Propaganda, um die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten zu rechtfertigen. Nach 1945 verschwand der Begriff zunächst aus dem öffentlichen Diskurs, erlebte aber in den 1960er Jahren im Kontext der Anwerbung von Gastarbeitern eine Wiederbelebung, zunächst auch in Gewerkschaftskreisen. Seit den 1980er Jahren wird \"Überfremdung\" vor allem von der extremen Rechten verwendet, um gegen Einwanderung zu hetzen und eine vermeintliche Bedrohung der nationalen Identität zu beschwören. Die Verwendung des Begriffs dient oft als Vorwand für diskriminierende Maßnahmen und eine restriktive Einwanderungspolitik.","nsProof":"Der Begriff \"Überfremdung\" wurde im Nationalsozialismus gezielt eingesetzt, um rassistische Ideologien zu verbreiten und die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten zu legitimieren (Benz, Wolfgang: Was ist Antisemitismus? Bundeszentrale für politische Bildung, 2004). Die NS-Propaganda nutzte den Begriff, um Ängste vor einer angeblichen \"Rassenschande\" und dem Verlust der \"Volksgesundheit\" zu schüren (Aly, Götz: Hitlers Volkstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. S. Fischer Verlag, 2005). Auch wenn der Begriff nicht ausschließlich im NS geprägt wurde, so wurde er doch in dieser Zeit ideologisch aufgeladen und rassistisch verzerrt, was ihn bis heute NS-kontaminiert macht (Wippermann, Wolfgang: Wer hat Angst vor dem Volkstod?. Eine Kritik des Überfremdungsdiskurses. Elefanten Press, 1997).","strategicPurpose":"1. ANGSTSCHÜRUNG: Der Begriff \"Überfremdung\" dient dazu, irrationale Ängste vor dem Verlust der nationalen Identität und kulturellen Eigenart zu schüren. Durch die Verwendung des Begriffs wird suggeriert, dass die Einwanderung von Ausländern eine existenzielle Bedrohung für die Mehrheitsgesellschaft darstellt.\n2. AUSGRENZUNG: Der Begriff dient der Ausgrenzung von Migranten und Minderheiten. Indem sie als \"fremd\" und \"überfremdend\" dargestellt werden, werden sie zu Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme gemacht und von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.\n3. MOBILISIERUNG: Der Begriff \"Überfremdung\" dient der Mobilisierung von Wählern und Anhängern für rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien. Durch die Verbreitung von Angst und Ressentiments wird eine Stimmung erzeugt, die es diesen Parteien ermöglicht, ihre politischen Ziele durchzusetzen.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.journalist.de/blog-detail/ueberfremdung/","sourceName":"journalist.de — Überfremdung"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/534498/die-bundesrepublik-deutschland-ein-unerklaertes-einwanderungsland/","sourceName":"bpb.de — Die Bundesrepublik Deutschland -ein unerklärtes Einwanderungsland"},{"sourceUrl":"https://ch-studien.uni.wroc.pl/die-uberfremdung-hat-nicht-stattgefunden-stimmen-einer-global-ausgerichteten-deutsch-sprachigen-schweizer-literatur-auf-die-uberfremdungsdebatte/","sourceName":"ch-studien.uni.wroc.pl — Die Überfremdung hat nicht stattgefunden"},{"sourceUrl":"https://www.idz-jena.de/wsddet/wsd7-9","sourceName":"idz-jena.de — Zwischen Ein- und Ausschluss der ‚Anderen‘"},{"sourceUrl":"https://www.gra.ch/bildung/glossar/ueberfremdung/","sourceName":"gra.ch — Überfremdung"},{"sourceUrl":"https://www.vorwaerts.de/kultur/die-luge-von-der-uberfremdung","sourceName":"vorwaerts.de — Die Lüge von der Überfremdung"},{"sourceUrl":"https://www.ms.niedersachsen.de/startseite/z_ablage_alte_knotenpunkte/-12806.html","sourceName":"ms.niedersachsen.de — Strukturell und atmosphärisch - Einwanderungshemmnisse in Deutschland"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1932,"popularity":41},{"year":1933,"popularity":52},{"year":1934,"popularity":84},{"year":1936,"popularity":100},{"year":1937,"popularity":94},{"year":1939,"popularity":84},{"year":1941,"popularity":63},{"year":1942,"popularity":45},{"year":1944,"popularity":54},{"year":1945,"popularity":65},{"year":1947,"popularity":71},{"year":1949,"popularity":81},{"year":1952,"popularity":81},{"year":1953,"popularity":63},{"year":1957,"popularity":48},{"year":1959,"popularity":49},{"year":1960,"popularity":50},{"year":1961,"popularity":26},{"year":1962,"popularity":33},{"year":1969,"popularity":59},{"year":1971,"popularity":54},{"year":1973,"popularity":54},{"year":1976,"popularity":52},{"year":1978,"popularity":48},{"year":1983,"popularity":47},{"year":1984,"popularity":45},{"year":1985,"popularity":49},{"year":1992,"popularity":68},{"year":2006,"popularity":16},{"year":2007,"popularity":19},{"year":2015,"popularity":43},{"year":2016,"popularity":44},{"year":2017,"popularity":43},{"year":2020,"popularity":25},{"year":2024,"popularity":20},{"year":2025,"popularity":22},{"year":2026,"popularity":6}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfremdung","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/36/NVU-Ede-DSC_0052.jpg","caption":"NVU-demonstratie in Ede.","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Wouter Engler","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/36/NVU-Ede-DSC_0052.jpg/960px-NVU-Ede-DSC_0052.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Neue_Rechte_%28%C3%96sterreich%29","title":"Aktion Neue Rechte (Österreich)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_bis_1945","title":"Antisemitismus bis 1945"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Antisemitismusstreit","title":"Berliner Antisemitismusstreit"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentationsarchiv_des_%C3%B6sterreichischen_Widerstandes","title":"Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Widerstand_Wattenscheid","title":"Freier Widerstand Wattenscheid"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdv%C3%B6lkische","title":"Fremdvölkische"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945","title":"Geschichte des Antisemitismus bis 1945"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustleugnung","title":"Holocaustleugnung"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels","title":"Joseph Goebbels"}],"imageUrl":"/images/illus_ueberfremdung.png"},{"id":"arbeitsdienst","term":"Arbeitsdienst","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Adolf Hitler** (NSDAP), **Konstantin Hierl** (NSDAP)","date_of_quote":"26. Juni 1935","context":"Der Begriff 'Arbeitsdienst' erfuhr im Nationalsozialismus eine massive Aufwertung und Instrumentalisierung. Am 26. Juni 1935 wurde der freiwillige Arbeitsdienst (FAD) durch ein Reichsgesetz in eine Arbeitsdienstpflicht umgewandelt. Dieses Gesetz definierte, wer zum Reichsarbeitsdienst (RAD) herangezogen wurde und wer nicht, wobei 'Nichtarier', mit 'Nichtariern' verheiratete Personen und körperlich Untaugliche ausgeschlossen wurden. Der RAD diente als Instrument zur ideologischen Schulung und zur Vorbereitung junger Männer auf den Wehrdienst. Die NS-Propaganda stilisierte den Arbeitsdienst als 'Dienst am Volk' und als Mittel zur Überwindung von Klassengegensätzen. Der Arbeitsdienst wurde somit zu einem zentralen Element der NS-Gesellschaftspolitik und zur Vorbereitung auf den Krieg.","description":"Der Begriff 'Arbeitsdienst' hat seine Wurzeln in der Zeit vor dem Nationalsozialismus, wurde aber durch die NS-Ideologie massiv umgedeutet und instrumentalisiert. Bereits in der Weimarer Republik gab es den 'Freiwilligen Arbeitsdienst' (FAD) als Maßnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. 1931 wurde der FAD als öffentlich gefördertes Beschäftigungsprogramm eingeführt. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Arbeitsdienst ab 1935 unter der Leitung von **Konstantin Hierl** zwangsweise für junge Männer eingeführt und später auch auf Frauen ausgeweitet. Der Reichsarbeitsdienst (RAD) diente nicht nur der Verrichtung gemeinnütziger Arbeiten, sondern vor allem der ideologischen Schulung und militärischen Vorbereitung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der RAD aufgelöst, doch der Begriff 'Arbeitsdienst' blieb in verschiedenen Kontexten erhalten. In der DDR existierte der 'Arbeitsdienst 'Dienst für Deutschland'', der ähnliche Ziele verfolgte. Heute wird der Begriff gelegentlich von rechtsextremen Gruppierungen verwendet, um an die NS-Zeit anzuknüpfen und eine vermeintliche 'Volksgemeinschaft' zu beschwören.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung des 'Arbeitsdienstes' ist umfassend dokumentiert und analysiert. Historiker wie Michael Wildt und Klaus-Michael Mallmann haben in ihren Werken die Rolle des RAD bei der Formierung der NS-Gesellschaft und der Vorbereitung auf den Krieg herausgearbeitet. Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) hat zahlreiche Dokumente und Analysen zum Thema veröffentlicht, die die ideologische Durchdringung und die Zwangsarbeit im Rahmen des RAD belegen. Die Propaganda des NS-Regimes stilisierte den Arbeitsdienst als 'Ehrendienst' und als Mittel zur 'Volkserziehung', während er in Wirklichkeit ein Instrument zur Disziplinierung und ideologischen Gleichschaltung der Bevölkerung war (siehe z.B. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung im Spiegel der Forschung. München: Oldenbourg, 1991).","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Schaffung einer 'Volksgemeinschaft': Der Arbeitsdienst sollte dazu dienen, Klassengegensätze aufzuheben und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erzeugen. Dies diente der Mobilisierung der Bevölkerung für die Ziele des NS-Regimes.\n2. FUNKTION: Militärische Vorbereitung: Der Arbeitsdienst diente als Vorbereitung auf den Wehrdienst und vermittelte militärische Grundkenntnisse und Disziplin. Dies trug zur Aufrüstung der Wehrmacht bei.\n3. FUNKTION: Ideologische Schulung: Durch den Arbeitsdienst wurden junge Menschen einer intensiven ideologischen Schulung unterzogen, um sie zu überzeugten Nationalsozialisten zu machen. Dies diente der Festigung des NS-Regimes.","sources":[{"sourceUrl":"https://learnattack.de/schuelerlexikon/geschichte/arbeitsdienst-reichsarbeitsdienst","sourceName":"Learnattack – Arbeitsdienst, Reichsarbeitsdienst"},{"sourceUrl":"https://www.geschichte-reckenfeld.de/kapitel/entwicklung/140_reichsarbeitsdienst/start.html","sourceName":"Geschichte Reckenfeld – Reichsarbeitsdienst (RAD) in Reckenfeld"},{"sourceUrl":"https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1968_4_1_benz.pdf","sourceName":"Institut für Zeitgeschichte – Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte"},{"sourceUrl":"https://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/lebensstationen/ns_8.htm","sourceName":"Deutsches Historisches Museum – Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://koerber-stiftung.de/projekte/geschichtswettbewerb/preistraeger-innen/sich-regen-bringt-segen-arbeit-in-der-geschichte/arbeit-am-boden-erziehung-am-menschen-der-reichsarbeitsdienst/","sourceName":"Körber Stiftung – Arbeit am Boden - Erziehung am Menschen. 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Borrmeister; published by Verlag Photo Hoffmann, Munich; Nazi Party (NSDAP) propaganda","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Richard Borrmeister","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/63/Reichsparteitag_N%C3%BCrnberg_Ansichtskarte_1937_NSDAP_Propaganda_Richard_BORRMEISTER_Verlag_Photo-Hoffmann_M%C3%BCnchen_37-6_Reichsarbeitdienst_RAD_emblem_Burg_Nazi_Rally_Nuremberg_castle_Postcard_No_known_copyright_restrictions_675726-000000.jpg/960px-thumbnail.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilliger_Arbeitsdienst","title":"Freiwilliger Arbeitsdienst"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilliger_Arbeitsdienst_%28%C3%96sterreich%29","title":"Freiwilliger Arbeitsdienst (Österreich)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsarbeitsdienst","title":"Reichsarbeitsdienst"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsarbeit","title":"Zwangsarbeit"}],"imageUrl":"/images/illus_arbeitsdienst.png"},{"id":"ausmerzen","term":"Ausmerzen","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Joseph Goebbels** (NSDAP)","date_of_quote":"1944","context":"Der Begriff 'Ausmerzen' wurde im Kontext der Propaganda des Dritten Reiches verwendet, insbesondere im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944. Obwohl der Begriff 'Attentat' selbst tabuisiert wurde, um negative Ereignisse zu verschleiern, wurde 'Ausmerzen' genutzt, um die vermeintlichen Verräter zu diffamieren und die Notwendigkeit ihrer Beseitigung zu betonen. Die Nationalsozialisten versuchten, eine einheitliche Darstellung des Geschehens zu erzwingen und jeglichen Widerstand zu unterdrücken. Die Verwendung von 'Ausmerzen' diente dazu, die Bevölkerung auf die Linie des Regimes einzuschwören und den Durchhaltewillen zu stärken. Die Propaganda zielte darauf ab, jegliche Zweifel an der Führung zu beseitigen und die Bevölkerung von der Notwendigkeit des Endsieg zu überzeugen. Die Verwendung des Begriffs trug zur Entmenschlichung der Gegner bei.","description":"Der Begriff 'Ausmerzen' stammt ursprünglich aus der Landwirtschaft und bezeichnete das Aussortieren von schwachen oder unbrauchbaren Tieren, insbesondere in der Schafzucht im März (Merz). Im 18. Jahrhundert erweiterte sich die Bedeutung auf das Aussortieren von Schlechtem oder Untauglichem im Allgemeinen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde 'Ausmerzen' jedoch pervertiert und im Sinne von 'töten' oder 'vernichten' verwendet, insbesondere im Kontext der sogenannten 'Rassenhygiene'. Nach 1945 geriet der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung weitgehend in Vergessenheit, erfuhr aber in den letzten Jahren eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen, die ihn zur Diffamierung und Entmenschlichung ihrer politischen Gegner nutzen. Die Verwendung des Wortes dient dazu, an die Ideologie der NS-Zeit anzuknüpfen und eine Atmosphäre der Ausgrenzung und Gewalt zu schüren.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung des Begriffs 'Ausmerzen' ist durch zahlreiche historische Dokumente und wissenschaftliche Arbeiten belegt. Viktor Klemperer analysierte in seiner 'LTI – Notizbuch eines Philologen' die NS-Sprache und deren Wirkung auf die Gesellschaft. Der Begriff wurde im Kontext der NS-Rassenhygiene verwendet, um die Vernichtung von als 'minderwertig' betrachteten Menschen zu rechtfertigen (siehe z.B. Götz Aly, 'Die Belasteten'). Die Verwendung des Begriffs in diesem Kontext ist ein klarer Beleg für seine NS-Kontamination. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) thematisiert regelmäßig die NS-Sprache und ihre Nachwirkungen.","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Durch die Verwendung des Begriffs 'Ausmerzen' werden bestimmte Personengruppen entmenschlicht und als minderwertig dargestellt, was die Akzeptanz von Gewalt gegen diese Gruppen erhöhen kann.\n2. NORMALISIERUNG: Die Normalisierung des Begriffs 'Ausmerzen' in der öffentlichen Debatte trägt dazu bei, die Hemmschwelle für rassistische und diskriminierende Äußerungen zu senken und eine Atmosphäre der Ausgrenzung zu schaffen.\n3. 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Juli 1944 in der nationalsozialistischen Propaganda"},{"sourceUrl":"https://www.zfl-berlin.org/newsletter-leser/zfl-info-42-2020-neuerscheinung-begriffsgeschichte-zur-einfuehrung-von-ernst-mueller-und-falko-schmieder.html?file=files%2Fzfl%2Ffotos%2Fpublikationen%2FPresseinfo_Begriffsgeschichte_2020.pdf","sourceName":"Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin — Neuerscheinung Begriffsgeschichte zur Einführung"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://www.wiwo.de/erfolg/trends/sprachgebrauch-welche-nazi-woerter-uns-im-alltag-begleiten/8352508.html","sourceName":"WirtschaftsWoche: Nazi-Wörter"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42744/zehn-stigmavokabeln/","sourceName":"bpb: Zehn Stigmavokabeln"},{"sourceUrl":"https://rollingplanet.de/vorsicht-vor-woertern-und-redewendungen-aus-der-ns-zeit/","sourceName":"Rolling Planet: Vorsicht vor Wörtern aus der NS-Zeit"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1902,"popularity":69},{"year":1903,"popularity":59},{"year":1909,"popularity":0},{"year":1910,"popularity":43},{"year":1915,"popularity":81},{"year":1917,"popularity":39},{"year":1922,"popularity":0},{"year":1933,"popularity":32},{"year":1940,"popularity":0},{"year":1941,"popularity":84},{"year":1945,"popularity":84},{"year":1947,"popularity":100},{"year":1948,"popularity":21},{"year":1956,"popularity":12},{"year":1958,"popularity":15},{"year":1960,"popularity":15},{"year":1961,"popularity":14},{"year":1962,"popularity":15},{"year":1963,"popularity":13},{"year":1967,"popularity":21},{"year":1970,"popularity":19},{"year":1971,"popularity":18},{"year":1974,"popularity":9},{"year":1975,"popularity":11},{"year":1980,"popularity":15},{"year":1987,"popularity":22},{"year":1988,"popularity":23},{"year":1989,"popularity":21},{"year":1990,"popularity":24},{"year":1992,"popularity":25},{"year":1995,"popularity":25},{"year":2015,"popularity":9},{"year":2019,"popularity":8},{"year":2020,"popularity":10},{"year":2021,"popularity":9},{"year":2022,"popularity":11},{"year":2024,"popularity":11},{"year":2025,"popularity":11},{"year":2026,"popularity":5}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Ausmerzen","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3e/Der_Gelbe_Fleck_%28Antisemittic_book_1936%29_p45_Wider_den_undeutschen_Geist_Deutsche_Studentenschaft_Plakat_Nazi_propaganda_poster_German_Student_Union_Campaign_against_un-German_spirit_Book_burnings_Berlin_May_1933_%28archive.org_scan%29_No.jpg","caption":"Printed photo of a poster issued by the German Student Union (German: Die Deutsche Studentenschaft), distributed in the spring of 1933. 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September 1944 den Deutschen Volkssturm, um den \"Heimatboden\" bis zum \"Endkampf\" zu verteidigen. **Heinrich Himmler** gab Durchhalteparolen aus, die den unbedingten Widerstand gegen die vorrückenden Alliierten forderten. Der Begriff diente dazu, die Realität der bevorstehenden Niederlage zu verschleiern und die Opferbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen.\nDie Lehrerin Irmgard Besouw notierte im September 1944, dass man sich daran gewöhnen müsse, an der Front zu leben, was die allgegenwärtige Kriegssituation verdeutlichte. Der \"Endkampf\" wurde somit zu einem zentralen Element der NS-Propaganda, um die Moral aufrechtzuerhalten und den Widerstandswillen zu stärken, selbst in aussichtsloser Lage.","description":"Der Begriff \"Endkampf\" bezeichnet ursprünglich einen finalen Entscheidungskampf, wurde aber im Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen und pervertiert. \nVor allem in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ab 1944 diente der Begriff dazu, die Durchhaltebereitschaft der Bevölkerung und der Soldaten aufrechtzuerhalten, obwohl die Niederlage absehbar war.","nsProof":"Der Begriff \"Endkampf\" wurde im Nationalsozialismus systematisch zur Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg eingesetzt. Er diente dazu, die Realität der drohenden Niederlage zu verschleiern und den Glauben an einen Endsieg aufrechtzuerhalten. Die Verwendung des Begriffs ist eng mit der NS-Propaganda verbunden, wie sie von **Joseph Goebbels** und anderen NS-Funktionären betrieben wurde. \nHistoriker wie Ian Kershaw haben die Bedeutung des \"Endkampfes\" als ideologisches Instrument zur Verlängerung des Krieges und zur Aufrechterhaltung des Regimes herausgearbeitet (Kershaw, Ian: Das Ende. Kampf bis in den Untergang - NS-Deutschland 1944/45). Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) thematisiert den Begriff im Kontext der NS-Kriegspropaganda und des Volkssturms. Die Instrumentalisierung des Begriffs im NS-Regime macht ihn bis heute zu einem NS-kontaminierten Begriff.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Mobilisierung und Radikalisierung: Der Begriff \"Endkampf\" dient dazu, ein Gefühl der existenziellen Bedrohung zu erzeugen und die Anhänger zu mobilisieren, sich einem vermeintlich unausweichlichen Kampf zu stellen. Dies führt zur Radikalisierung der eigenen Anhängerschaft und zur Eskalation von Konflikten.\n2. FUNKTION: Verschleierung der Realität: Durch die Beschwörung eines \"Endkampfes\" wird die tatsächliche Lage verzerrt und die Aussichtslosigkeit der Situation verschleiert. 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Dan Sherry, Henry Maske\nADN-ZB AP-Tele-5.11.85 Soul: Weltcup im Boxen-Europameister Henry Maske (DDR-Mittelgewicht) -r.- gelang der Einzug ","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 183-1985-1105-042 / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Bundesarchiv_Bild_183-1985-1105-042%2C_Dan_Sherry%2C_Henry_Maske.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Propaganda","title":"NS-Propaganda"}],"imageUrl":"/images/illus_endkampf.png"},{"id":"endsieg","term":"Endsieg","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Adolf Hitler** (NSDAP), **Joseph Goebbels** (NSDAP), **Heinrich Himmler** (NSDAP)","date_of_quote":"1945","context":"Der Begriff \"Endsieg\" wurde von NS-Propagandisten bis zum bitteren Ende des Zweiten Weltkriegs verwendet, um die Bevölkerung zum Durchhalten zu bewegen. Selbst als die militärische Niederlage Deutschlands unausweichlich war, beschworen **Adolf Hitler**, **Joseph Goebbels** und **Heinrich Himmler** den bevorstehenden \"Endsieg\". Kreisleiter Höllfritsch beschwor den Endsieg bis April 1945. Der \"Fränkische Anzeiger\" berichtete über Treue-Versammlungen und die angebliche Steigerung der seelischen Kraft der Menschen durch die Aufklärung über den Endsieg. **Joseph Goebbels** geiferte: „Wir wollen lieber sterben als kapitulieren“.","description":"Der Begriff \"Endsieg\" wurde bereits im Ersten Weltkrieg als Kurzwort für den endgültigen Sieg der eigenen Truppen verwendet. Im Nationalsozialismus wurde er zu einer zentralen Beschwörungsformel, um die Bevölkerung und die Soldaten trotz zunehmender Verluste und Rückschläge zum Durchhalten zu bewegen. Nach dem Wendepunkt des Krieges in Stalingrad und der Ausrufung des totalen Krieges wurde der Begriff instrumentalisiert, um die Opferbereitschaft aufrechtzuerhalten. \nNach 1945 verschwand der Begriff weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs, erlebte aber in den letzten Jahren eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Dort wird er genutzt, um eine vermeintliche Überlegenheit der eigenen Ideologie zu betonen und die Anhänger zu mobilisieren. Die Verwendung des Begriffs dient dazu, eine Kontinuität zur NS-Zeit herzustellen und die eigenen Ziele als unausweichlich darzustellen.","nsProof":"Der Begriff \"Endsieg\" ist untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden und diente als zentrales Element der Durchhaltepropaganda. Er wurde von **Adolf Hitler**, **Joseph Goebbels** und anderen NS-Größen verwendet, um die Bevölkerung bis zum Schluss zum Widerstand zu bewegen (vgl. Longerich, Peter: Goebbels. Eine Biographie. München: Siedler, 2010). Die Verwendung des Begriffs ist somit ein klarer Beleg für eine Kontinuität zur NS-Zeit und eine Verharmlosung der NS-Verbrechen. Die Instrumentalisierung des Begriffs \"Endsieg\" ist ein Beispiel für die nationalsozialistische Propaganda und ihre menschenverachtenden Ziele (vgl. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung im Urteil deutscher Geschichtsschreiber. München: Oldenbourg, 1991).","strategicPurpose":"1. MOBILISIERUNG: Der Begriff \"Endsieg\" dient der Mobilisierung der eigenen Anhänger, indem er ihnen ein Gefühl der Überlegenheit und Unbesiegbarkeit vermittelt. Dies soll die Bereitschaft zu Gewalt und zur Durchsetzung der eigenen Ziele erhöhen.\n2. LEGITIMATION: Durch die Beschwörung eines \"Endsieg\" werden die eigenen Handlungen als notwendig und gerechtfertigt dargestellt, auch wenn sie mit Leid und Zerstörung verbunden sind. Dies dient der Rechtfertigung von Gewalt und der Unterdrückung Andersdenkender.\n3. ERSCHWERNIS DER AUSEINANDERSETZUNG: Die Verwendung des Begriffs \"Endsieg\" erschwert eine rationale Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen, da er eine ideologische Verblendung erzeugt und Kritik als Verrat darstellt. Dies führt zu einer Verhärtung der Fronten und einer Eskalation von Konflikten.","sources":[{"sourceUrl":"https://learnattack.de/schuelerlexikon/geschichte/endsieg","sourceName":"Learnattack.de — Endsieg"},{"sourceUrl":"https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/3806572/full.pdf","sourceName":"Uni Graz — PDF-Dokument zur NS-Zeit"},{"sourceUrl":"http://www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de/endsieg-propaganda-bis-april-1945-rothenburgs-kreisleiter-hoellfritsch-im-april-1945-unbeirrbar-ist-unser-glaube-an-den-sieg-das-ende/","sourceName":"Rothenburg unterm Hakenkreuz — Endsieg-Propaganda"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/geschichte-auf-verlorenem-posten-fuer-den-endsieg-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk — Geschichte: Auf verlorenem Posten für den Endsieg"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Historiker-ueber-Albert-Speer/!5418482/","sourceName":"taz — Historiker über Albert Speer: „Er tat alles für den Endsieg“"},{"sourceUrl":"https://www.buchenwald.de/de/geschichte/chronologie/konzentrationslager/zwangsarbeiter-endsieg","sourceName":"Gedenkstätte Buchenwald — Zwangsarbeiter für den Endsieg"},{"sourceUrl":"https://www.ca-ira.net/wp-content/uploads/2018/06/isf-flugschriften_lp2.pdf","sourceName":"CA-IRA — Flugschriften (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/geschichte-auf-verlorenem-posten-fuer-den-endsieg-100.html","sourceName":"Heinrich Himmler — Durchhalteparolen"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1938,"popularity":35},{"year":1939,"popularity":53},{"year":1940,"popularity":74},{"year":1941,"popularity":95},{"year":1942,"popularity":100},{"year":1943,"popularity":97},{"year":1945,"popularity":69},{"year":1946,"popularity":51},{"year":1947,"popularity":29},{"year":1948,"popularity":8},{"year":1965,"popularity":5},{"year":2009,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":0},{"year":2020,"popularity":0},{"year":2022,"popularity":1},{"year":2024,"popularity":1},{"year":2025,"popularity":1},{"year":2026,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Endsieg","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Bundesarchiv_Bild_101I-244-2316-34A%2C_Rum%C3%A4nien%2C_Plakatwand_mit_Durchhalteparolen.jpg","caption":"Bild zu 'Endsieg' (Wikipedia)","license":"","attribution":"","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Bundesarchiv_Bild_101I-244-2316-34A%2C_Rum%C3%A4nien%2C_Plakatwand_mit_Durchhalteparolen.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler","title":"Adolf Hitler"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungslose_Kapitulation_der_Wehrmacht","title":"Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Antisemitismus_bis_1945","title":"Geschichte des Antisemitismus bis 1945"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Propaganda","title":"Nationalsozialistische Propaganda"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda","title":"Propaganda"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Propagandakompanie","title":"Propagandakompanie"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmacht","title":"Wehrmacht"}],"imageUrl":"/images/illus_endsieg.png"},{"id":"entwurzelter","term":"Entwurzelter","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Hannah Arendt**, **Robert Habeck** (Grüne)","date_of_quote":"2010","context":"Der Begriff \"Entwurzelter\" wird heute oft im Kontext von Debatten über Patriotismus, Nationalismus und Migration verwendet. Kritiker werfen insbesondere rechten Parteien vor, mit dem Begriff eine völkische Ideologie zu transportieren und Menschen mit Migrationshintergrund abzuwerten, indem ihnen eine fehlende \"Verwurzelung\" in der deutschen Gesellschaft unterstellt wird. **Robert Habeck** (Grüne) äußerte sich 2010 in seinem Buch „Patriotismus – Ein linkes Plädoyer“ ablehnend über Vaterlandsliebe. Solche Aussagen werden von politischen Gegnern oft instrumentalisiert, um **Habeck** und seine Partei als \"entwurzelt\" darzustellen und ihnen eine mangelnde Verbundenheit zum eigenen Land vorzuwerfen. Der Begriff wird somit zum Kampfbegriff im politischen Diskurs.","description":"Der Begriff \"Entwurzelter\" beschreibt ursprünglich den Zustand des Verlusts von Heimat, Traditionen und sozialer Bindungen. Im Kontext des Nationalsozialismus erfuhr der Begriff eine ideologische Aufladung. Er wurde verwendet, um bestimmte Bevölkerungsgruppen, insbesondere Juden, als \"nicht zugehörig\" und \"schädlich\" für die \"Volksgemeinschaft\" zu stigmatisieren. \nNach 1945 wurde der Begriff zunächst seltener verwendet, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung, vor allem im Kontext rechtspopulistischer und rechtsextremer Ideologien. \nHeute wird der Begriff oft verwendet, um Menschen mit Migrationshintergrund oder Angehörige von Minderheiten abzuwerten und ihnen eine fehlende Integration in die Gesellschaft zu unterstellen. Die Verwendung des Begriffs ist daher oft mit einer Ausgrenzungs- und Abwertungstendenz verbunden.","nsProof":"Die Nationalsozialisten nutzten den Begriff \"Entwurzelter\" gezielt, um Juden und andere Minderheiten zu diffamieren und auszugrenzen. Diese Denunziation war ein zentrales Element ihrer rassistischen Ideologie und diente als Rechtfertigung für Verfolgung und Vernichtung. Hannah Arendt analysierte in ihrem Werk \"Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft\" (1951) die Rolle von \"entwurzelten\" Massen in der Entstehung totalitärer Regime. Sie argumentierte, dass der Verlust von sozialen Bindungen und traditionellen Werten Menschen anfällig für totalitäre Ideologien macht. Die Verwendung des Begriffs ist daher bis heute NS-kontaminiert, da er an die NS-Ideologie der Ausgrenzung und Entmenschlichung erinnert.","strategicPurpose":"1.  AUSGRENZUNG: Durch die Verwendung des Begriffs \"Entwurzelter\" werden bestimmte Bevölkerungsgruppen, insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, als \"nicht zugehörig\" und \"fremd\" konstruiert. Dies dient dazu, Ressentiments zu schüren und die gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.\n2.  ABWERTUNG: Der Begriff impliziert einen Mangel an Identität, Kultur und Werten. Dies dient dazu, die Betroffenen zu diffamieren und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu erschweren.\n3.  RECHTFERTIGUNG: Die Zuschreibung des \"Entwurzeltseins\" kann als Rechtfertigung für Diskriminierung, Ausgrenzung und sogar Gewalt dienen. Indem man bestimmte Gruppen als \"entwurzelt\" darstellt, kann man ihre Rechte und Ansprüche in Frage stellen und ihre Verfolgung legitimieren.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/nationalsozialismus/der-holocaust","sourceName":"Politische Bildung Brandenburg — Der Holocaust"},{"sourceUrl":"https://austrian-institute.org/de/blog/verpoenter-patriotismus-und-moralische-ueberheblichkeit-deutschlands-zusammenhalt-zerbroeselt/","sourceName":"Austrian Institute — Verpönter Patriotismus und moralische Überheblichkeit: Deutschlands Zusammenhalt zerbröselt"},{"sourceUrl":"https://repository.essex.ac.uk/34307/1/Ausnahmerecht,%20Gewalt%20und%20Selbstgleichschaltung%20Deutschland%201933%20bpb.de.pdf","sourceName":"bpb — Ausnahmerecht, Gewalt und Selbstgleichschaltung Deutschland 1933"},{"sourceUrl":"https://arolsen-archives.org/content/uploads/paedagogische_handreichung_abenteuer_wider_willen.pdf","sourceName":"Arolsen Archives — Pädagogische Handreichung Abenteuer wider Willen"},{"sourceUrl":"https://phaidra.univie.ac.at/api/object/o:1935397/download","sourceName":"Universität Wien — Phaidra"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1908,"popularity":16},{"year":1915,"popularity":0},{"year":1942,"popularity":28},{"year":1944,"popularity":52},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1946,"popularity":88},{"year":1949,"popularity":51},{"year":1953,"popularity":30},{"year":1954,"popularity":24},{"year":1957,"popularity":22},{"year":1958,"popularity":26},{"year":1959,"popularity":23},{"year":1965,"popularity":9},{"year":1976,"popularity":16},{"year":1977,"popularity":18},{"year":1978,"popularity":17},{"year":1979,"popularity":20},{"year":1981,"popularity":20},{"year":1982,"popularity":25},{"year":2007,"popularity":15},{"year":2008,"popularity":14},{"year":2011,"popularity":17},{"year":2012,"popularity":19},{"year":2014,"popularity":19},{"year":2015,"popularity":18},{"year":2020,"popularity":9},{"year":2022,"popularity":11},{"year":2023,"popularity":8},{"year":2024,"popularity":8},{"year":2025,"popularity":8},{"year":2026,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Entwurzelter_Kosmopolit","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_entwurzelter.png"},{"id":"fanatisch","term":"Fanatisch","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Voltaire**","date_of_quote":"1764","context":"Der Philosoph **Voltaire** beschrieb 1764 im 'Philosophischen Wörterbuch' Fanatismus als eine Art Wahnsinn, der sich vom Enthusiasmus durch maßlose Gewalt unterscheidet. Er sah darin eine Verwirrung der Einbildungskraft, eine fast unheilbare Epidemie, eine 'Seelenpest'. **Voltaire** argumentierte, dass das einzige wirksame Gegenmittel die Philosophie sei, die Ausbreitung der Vernunft, die zwar nicht heilen, dem Übel aber vorbeugen könnte, indem sie die Sittlichkeit stärke und den Aberglauben austreibe.","description":"Der Begriff 'fanatisch' stammt vom lateinischen 'fanaticus', was ursprünglich 'von der Gottheit ergriffen' bedeutete. Im Mittelalter wurden Anhänger heidnischer Kulte als 'fanatici' bezeichnet. Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert wurde der Begriff auf religiöse Außenseiter angewandt. \nIm 18. Jahrhundert, insbesondere durch **Voltaire**, erfuhr der Begriff eine kritische Wendung und wurde mit Aberglaube und Gewalt in Verbindung gebracht. \nIm 20. Jahrhundert wurde der Begriff im Nationalsozialismus instrumentalisiert, um politische Gegner und vermeintliche 'Volksfeinde' zu diffamieren. \nAuch heute wird 'fanatisch' oft abwertend verwendet, um extreme Überzeugungen und Intoleranz zu kennzeichnen, wobei der Begriff weiterhin eine negative Konnotation trägt.","nsProof":"Im Nationalsozialismus wurde der Begriff 'fanatisch' gezielt eingesetzt, um eine vermeintliche Überlegenheit der eigenen Ideologie zu demonstrieren und Andersdenkende zu diskreditieren. Die NS-Propaganda nutzte 'fanatisch', um den 'unbedingten Glauben' an den Führer und die nationalsozialistische Ideologie zu propagieren. Die Verwendung des Begriffs diente dazu, eine Atmosphäre der Intoleranz und Ausgrenzung zu schaffen, die zur Radikalisierung der Gesellschaft und zur Ausgrenzung von Minderheiten beitrug.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Diffamierung Andersdenkender: Der Begriff 'fanatisch' wird verwendet, um politische Gegner oder Menschen mit abweichenden Meinungen herabzusetzen und als gefährlich oder irrational darzustellen.\n2. FUNKTION: Rechtfertigung von Gewalt: Indem man bestimmte Gruppen als 'fanatisch' bezeichnet, kann man Gewalt gegen sie rechtfertigen, da sie als Bedrohung für die Gesellschaft dargestellt werden.\n3. FUNKTION: Mobilisierung der eigenen Anhänger: Der Begriff kann auch dazu dienen, die eigenen Anhänger zu mobilisieren, indem man ihnen das Gefühl gibt, Teil einer wichtigen Bewegung zu sein, die gegen 'fanatische' Kräfte kämpft.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.wissen.de/wortherkunft/fanatisch","sourceName":"wissen.de — fanatisch"},{"sourceUrl":"https://www.duden.de/rechtschreibung/fanatisch","sourceName":"Duden — fanatisch"},{"sourceUrl":"https://sinn-und-form.de/leseprobe--2578-18","sourceName":"Sinn und Form — Leseprobe"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fanatismus","sourceName":"Wikipedia — Fanatismus"},{"sourceUrl":"https://www.dwds.de/wb/fanatisch","sourceName":"DWDS — Fanatisch"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42759/vokabeln-im-nationalsozialismus/","sourceName":"bpb: Vokabeln im Nationalsozialismus"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":30},{"year":1907,"popularity":40},{"year":1908,"popularity":43},{"year":1909,"popularity":41},{"year":1917,"popularity":46},{"year":1920,"popularity":45},{"year":1922,"popularity":48},{"year":1927,"popularity":35},{"year":1928,"popularity":33},{"year":1934,"popularity":41},{"year":1938,"popularity":43},{"year":1941,"popularity":90},{"year":1943,"popularity":100},{"year":1944,"popularity":92},{"year":1945,"popularity":83},{"year":1948,"popularity":31},{"year":1993,"popularity":20},{"year":2010,"popularity":7},{"year":2015,"popularity":7},{"year":2017,"popularity":7},{"year":2018,"popularity":6},{"year":2020,"popularity":7},{"year":2021,"popularity":6},{"year":2024,"popularity":7},{"year":2025,"popularity":7},{"year":2026,"popularity":5}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Fanatisch","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_fanatisch.png"},{"id":"feindpropaganda","term":"Feindpropaganda","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Lord Northcliffe**, **Lord Beaverbrook**","date_of_quote":"1917","context":"Der Begriff 'Feindpropaganda' erlangte im Ersten Weltkrieg eine zentrale Bedeutung. **Lord Northcliffe** wurde 1917 in Großbritannien zum Direktor der Feindpropaganda ernannt, während **Lord Beaverbrook** 1918 der erste Informationsminister des Vereinigten Königreichs wurde und ebenfalls für Feindpropaganda zuständig war. Diese Ernennungen verdeutlichen, wie wichtig die gezielte Verbreitung von Informationen zur Demoralisierung des Gegners und zur Stärkung der eigenen Bevölkerung in Kriegszeiten erachtet wurde. Die systematische Nutzung von Propaganda, einschließlich der Feindpropaganda, markierte einen Wendepunkt in der Kriegsführung und der öffentlichen Meinungsbildung. Die Instrumentalisierung von Medien und Kommunikationstechniken zur Beeinflussung der Bevölkerung wurde somit zu einem integralen Bestandteil militärischer Strategien.","description":"Der Begriff 'Feindpropaganda' entstand im Kontext des Ersten Weltkriegs, als Propaganda in den kriegführenden Nationen zu einer kommunikativen Schlüsseltechnik wurde. \nIm Nationalsozialismus wurde 'Feindpropaganda' zu einem zentralen Instrument der Agitation und Hetze gegen Juden, politische Gegner und andere als 'feindlich' definierte Gruppen. Die NS-Propaganda zielte darauf ab, ein Feindbild zu konstruieren und die Bevölkerung gegen diese Gruppen aufzuhetzen. \nNach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung kritisch betrachtet und vermieden. \nIn jüngerer Zeit erlebt der Begriff eine Wiederbelebung, oft im Kontext von politischen Auseinandersetzungen und Konflikten, wobei er zur Diffamierung gegnerischer Meinungen und zur Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft eingesetzt wird.","nsProof":"Die Nationalsozialisten instrumentalisierten den Begriff 'Feindpropaganda' systematisch, um Hass und Feindseligkeit gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen zu schüren. Zahlreiche Studien belegen die zentrale Rolle der Propaganda im NS-Regime, darunter Werke von Klaus-Dietmar Henke und Norbert Frei. Die systematische Diffamierung von Juden, politischen Gegnern und anderen Minderheiten als 'Feinde' diente dazu, die Bevölkerung auf Linie zu bringen und die Gräueltaten des Regimes zu rechtfertigen. Die Forschung des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) hat die Mechanismen und Auswirkungen der NS-Propaganda umfassend dokumentiert.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Konstruktion von Feindbildern: Durch die Zuweisung negativer Eigenschaften und die Verbreitung von Falschinformationen über eine bestimmte Gruppe wird diese als Bedrohung dargestellt, um die Bevölkerung gegen sie zu mobilisieren und zu rechtfertigen.\n2. FUNKTION: Ablenkung von eigenen Problemen: Die Fokussierung auf einen äußeren Feind dient dazu, von internen Schwierigkeiten und Fehlentscheidungen abzulenken und die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema zu lenken.\n3. FUNKTION: Rechtfertigung von Gewalt und Repression: Die Darstellung einer Gruppe als 'Feind' dient als Vorwand für den Einsatz von Gewalt, Repression und Diskriminierung gegen diese Gruppe, wodurch Menschenrechte und demokratische Prinzipien untergraben werden.","sources":[{"sourceUrl":"https://docupedia.de/zg/bussemer_propaganda_v1_de_2013","sourceName":"Docupedia Zeitgeschichte – Propaganda (Artikel)"},{"sourceUrl":"https://zeitgeschichte-digital.de/doks/files/239/docupedia_bussemer_propaganda_v1_de_2013.pdf","sourceName":"Zeitgeschichte Digital – Propaganda (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.duden.de/rechtschreibung/Feindpropaganda","sourceName":"Duden – Feindpropaganda"},{"sourceUrl":"https://www.sprachnudel.de/woerterbuch/Feindpropaganda","sourceName":"Sprachnudel – Feindpropaganda"},{"sourceUrl":"https://journals.sub.uni-hamburg.de/hup2/kommges/article/view/608/178","sourceName":"Hamburger Edition – Medien und Partizipation"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1939,"popularity":51},{"year":1940,"popularity":73},{"year":1941,"popularity":95},{"year":1943,"popularity":100},{"year":1944,"popularity":92},{"year":1945,"popularity":91},{"year":1946,"popularity":59},{"year":1947,"popularity":38},{"year":1948,"popularity":18},{"year":1971,"popularity":4},{"year":1972,"popularity":3},{"year":1978,"popularity":4},{"year":1979,"popularity":5},{"year":1984,"popularity":1},{"year":1985,"popularity":2},{"year":2015,"popularity":1},{"year":2016,"popularity":0},{"year":2020,"popularity":0},{"year":2024,"popularity":0},{"year":2025,"popularity":1}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_feindpropaganda.png"},{"id":"fremdarbeiter","term":"Fremdarbeiter","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"NS-Propaganda / NS-Behörden","date_of_quote":"1939–1945","context":"Der Begriff \"Fremdarbeiter\" wurde im Nationalsozialismus verwendet, um ausländische Zivilbeschäftigte zu bezeichnen, die oft unter Zwang in Deutschland arbeiteten. Die Bezeichnung verschleierte den Zwangcharakter des Arbeitseinsatzes und suggerierte eine freiwillige Tätigkeit. Nach 1945 fand der Begriff Verbreitung, um die NS-Zwangsarbeit von der Beschäftigung der \"Gastarbeiter\" in der Bundesrepublik abzugrenzen. Auch heute noch wird der Begriff gelegentlich in politischen Debatten verwendet, um Arbeitsmigranten abzuwerten.","description":"Der Begriff \"Fremdarbeiter\" existierte bereits vor dem Nationalsozialismus, wurde aber im NS-Regime ideologisch umgedeutet und zur Bezeichnung von ausländischen Zwangsarbeitern verwendet. Ab 1939 wurden Millionen Menschen aus besetzten Gebieten nach Deutschland verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Die Bezeichnung \"Fremdarbeiter\" diente dazu, den Zwang zu verschleiern und die ausländischen Arbeitskräfte als weniger wertvoll darzustellen. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst vermieden, fand aber später wieder Verwendung, um die NS-Zwangsarbeit von der Anwerbung von Gastarbeitern in der Nachkriegszeit abzugrenzen. \n\nHeutzutage wird der Begriff \"Fremdarbeiter\" aufgrund seiner NS-Vergangenheit kritisch betrachtet und meist vermieden. Stattdessen werden präzisere Begriffe wie \"Zwangsarbeiter\" oder \"ausländische Arbeitskräfte\" verwendet, um den historischen Kontext und die Zwangssituation der Betroffenen zu verdeutlichen.","nsProof":"Die Verwendung des Begriffs \"Fremdarbeiter\" im Nationalsozialismus ist durch zahlreiche historische Dokumente belegt. Die Bezeichnung diente dazu, die Zwangsarbeit zu verschleiern und die ausländischen Arbeitskräfte als minderwertig darzustellen (Ulrich Herbert, \"Fremdarbeiter: Politik und Praxis des 'Ausländer-Einsatzes' in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches\", J.H.W. Dietz Nachf., 1999). Die Verwendung des Begriffs ist somit untrennbar mit der NS-Zwangsarbeit und der rassistischen Ideologie des Regimes verbunden.","strategicPurpose":"1. VERSCHLEIERUNG: Der Begriff \"Fremdarbeiter\" verschleiert den Zwangcharakter der Arbeit und suggeriert Freiwilligkeit, was die Ausbeutung der Betroffenen rechtfertigt.\n2. ABWERTUNG: Die Bezeichnung \"Fremdarbeiter\" dient dazu, die ausländischen Arbeitskräfte als minderwertig darzustellen und ihre Entrechtung zu legitimieren.\n3. 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Sie diente als Rechtfertigung für Verfolgung, Entrechtung und schließlich den Holocaust.","description":"Der Begriff 'Gegenrasse' ist ein zentrales Element der nationalsozialistischen Rassenideologie. Er diente dazu, eine binäre Opposition zwischen der vermeintlich 'reinen' arischen Rasse und anderen, als 'minderwertig' konstruierten Gruppen zu schaffen. Diese Konstruktion diente der Delegitimierung und Entmenschlichung der betroffenen Gruppen, insbesondere der jüdischen Bevölkerung. Die NS-Ideologen bedienten sich dabei pseudowissenschaftlicher Theorien und rassistischer Stereotype, um ihre Behauptungen zu untermauern. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend geächtet, findet aber in rechtsextremen Kreisen weiterhin Verwendung, oft in verschleierter Form oder als Anspielung, um die ursprüngliche NS-Ideologie fortzusetzen und zu bekräftigen. Die Verwendung des Begriffs impliziert die Vorstellung einer rassischen Reinheit und einer Bedrohung dieser Reinheit durch 'fremde' Elemente, was eine gefährliche und diskriminierende Weltsicht widerspiegelt.","nsProof":"Der Begriff 'Gegenrasse' ist untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden. Er findet sich in zahlreichen Schriften und Reden von NS-Funktionären und Ideologen. Die Verwendung des Begriffs diente der Rechtfertigung des Holocaust und anderer Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Siehe z.B. Alfred Rosenberg, 'Der Mythus des 20. Jahrhunderts' (1930) und Julius Streicher, 'Der Stürmer'. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem NS-Rassismus belegt die zentrale Rolle des Begriffs 'Gegenrasse' in der NS-Propaganda (vgl. Longerich, Peter: 'Der ungeschriebene Befehl. Nationalsozialistische Vernichtungspolitik 1939-1945'. München: Siedler, 2001. und Benz, Wolfgang: 'Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik'. München: Oldenbourg, 1991.).","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Die Bezeichnung als 'Gegenrasse' entzieht den Betroffenen jegliche Legitimität als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft. Sie werden als Bedrohung dargestellt, die bekämpft werden muss. Dies untergräbt die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft, die auf Gleichheit und Menschenwürde basiert.\n2. ENTMECHLICHUNG: Durch die Reduzierung von Menschen auf eine 'Rasse' und die Konstruktion einer 'Gegenrasse' werden sie entmenschlicht und ihrer Individualität beraubt. Dies erleichtert die Akzeptanz von Gewalt und Diskriminierung gegen sie. Die Entmenschlichung ist eine Vorstufe zu Völkermord.\n3. MOBILISIERUNG: Der Begriff dient der Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft durch die Schürung von Angst und Hass gegen die 'Gegenrasse'. Er schafft ein Feindbild, das zur Rechtfertigung von Gewalt und zur Durchsetzung der eigenen politischen Ziele dient. Dies gefährdet den gesellschaftlichen Frieden und die Stabilität der Demokratie.","sources":[],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1924,"popularity":36},{"year":1926,"popularity":61},{"year":1930,"popularity":100},{"year":1931,"popularity":72},{"year":1932,"popularity":91},{"year":1933,"popularity":82},{"year":1936,"popularity":89},{"year":1937,"popularity":75},{"year":1941,"popularity":100},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1946,"popularity":80},{"year":1948,"popularity":38},{"year":1952,"popularity":10},{"year":1953,"popularity":12},{"year":1958,"popularity":20},{"year":1964,"popularity":23},{"year":1965,"popularity":25},{"year":1968,"popularity":29},{"year":1971,"popularity":28},{"year":1972,"popularity":27},{"year":1977,"popularity":27},{"year":1986,"popularity":50},{"year":1989,"popularity":51},{"year":1990,"popularity":48},{"year":1991,"popularity":49},{"year":1998,"popularity":87},{"year":2001,"popularity":85},{"year":2002,"popularity":77},{"year":2015,"popularity":22},{"year":2016,"popularity":23},{"year":2018,"popularity":23},{"year":2020,"popularity":0},{"year":2025,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Gegenma%C3%9Fnahme_%28Film%29","wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_gegenrasse_v1.png"},{"id":"grossdeutsches-reich","term":"Großdeutsches Reich","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Adolf Hitler** (NSDAP), **Werner Daitz** (NSDAP)","date_of_quote":"1938","context":"Der Begriff \"Großdeutsches Reich\" wurde nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 in der NS-Propaganda als Eigenbezeichnung verwendet, um den Anspruch auf ein Reich zu unterstreichen, das alle Deutschen vereint. **Adolf Hitler** sprach bereits 1934 von einem \"stählernen Kern\", der aus Österreich, der Tschechoslowakei und Westpolen bestehen sollte. Später, während der Siegeswelle von 1940/41, wurde über die Eingliederung weiterer Staaten wie Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Belgien in ein \"Großgermanisches Reich\" debattiert. **Werner Daitz** argumentierte, dass die Bevölkerung dieser Regionen genauso germanisch sei wie die deutsche und daher \"würdig\", ins Reich aufgenommen zu werden. Die Bezeichnung diente dazu, die Expansionspolitik des NS-Regimes ideologisch zu untermauern und den Anspruch auf die Vorherrschaft über Europa zu legitimieren.","description":"Der Begriff \"Großdeutsches Reich\" wurzelt im Konzept eines Nationalstaates, der alle deutschsprachigen Gebiete Europas vereinen sollte. Bereits im 19. Jahrhundert gab es Vorstellungen eines solchen Reiches, die jedoch unterschiedliche territoriale Ausprägungen hatten. Im Nationalsozialismus wurde der Begriff ab 1938, nach dem Anschluss Österreichs, als offizielle Bezeichnung verwendet, um den expansionistischen Charakter des Regimes zu unterstreichen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff aufgrund seiner NS-Belastung weitgehend vermieden. In der rechtsextremen Szene wird er jedoch bis heute verwendet, um revisionistische Forderungen nach einer territorialen Neuordnung Europas zu artikulieren und die vermeintliche Einheit aller Deutschen zu beschwören. Die Verwendung des Begriffs dient somit der Verharmlosung der NS-Vergangenheit und der Propagierung völkischer Ideologien.","nsProof":"Der Begriff \"Großdeutsches Reich\" ist untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden und diente als propagandistisches Instrument zur Rechtfertigung der Expansionspolitik und der völkischen Säuberungsmaßnahmen des Regimes. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten belegen die zentrale Rolle des Begriffs im NS-Sprachgebrauch und seine Funktion bei der Mobilisierung der Bevölkerung für die Kriegsziele. (Vgl. z.B. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung 1933-1945. München: Oldenbourg, 1991; Longerich, Peter: Politik der Vernichtung. Eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenverfolgung. München: Siedler, 1998). Die Verwendung des Begriffs ist daher als Ausdruck einer nationalsozialistischen Gesinnung zu werten.","strategicPurpose":"1. IDEOLOGISCHE UNTERMAUERUNG: Der Begriff dient dazu, die NS-Ideologie der \"Volksgemeinschaft\" und des \"Lebensraums im Osten\" zu propagieren und die Bevölkerung für die Expansionspolitik des Regimes zu mobilisieren. \n2. TERRITORIALE ANSPRÜCHE: Die Verwendung des Begriffs impliziert revisionistische Forderungen nach einer territorialen Neuordnung Europas und die Wiederherstellung eines Reiches in den Grenzen von 1937 oder darüber hinaus. \n3. VÖLKISCHE ABGRENZUNG: Der Begriff dient der Abgrenzung von anderen Nationen und Kulturen und der Betonung der vermeintlichen Überlegenheit des \"deutschen Volkes\". Er schließt Minderheiten aus und befördert rassistische Vorstellungen.","sources":[{"sourceUrl":"http://www.dorsten-unterm-hakenkreuz.de/2012/05/28/erklarung-der-bezeichnungen-deutsches-reich-drittes-reich-und-tausendjahriges-reich-sowie-bvg-urteile-uber-den-weiterbestand-des-reiches-nach-1945/","sourceName":"dorsten-unterm-hakenkreuz.de – Erklärung der Bezeichnungen Deutsches Reich"},{"sourceUrl":"https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/laender/deutschland-deutschesreich","sourceName":"Universität Oldenburg – Deutschland/Deutsches Reich"},{"sourceUrl":"https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2019_4_1_maier.pdf","sourceName":"Institut für Zeitgeschichte – Maier, Klaus: NS-Kontinuität in der frühen Bundesrepublik?"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1923,"popularity":0},{"year":1936,"popularity":29},{"year":1937,"popularity":46},{"year":1941,"popularity":100},{"year":1942,"popularity":96},{"year":1943,"popularity":76},{"year":1944,"popularity":59},{"year":1945,"popularity":48},{"year":1948,"popularity":6},{"year":1953,"popularity":1},{"year":1975,"popularity":1},{"year":1996,"popularity":0},{"year":1998,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":0},{"year":2020,"popularity":0},{"year":2024,"popularity":0},{"year":2025,"popularity":0},{"year":2026,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fdeutsches_Reich","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b5/Wochenspruch_der_NSDAP_7_September_1941.jpg","caption":"Wochenspruch der NSDAP #37, posted in local Nazi Party offices from 7–13 September. The poster has the prophecy quotation from Adolf Hitler, which he originally stated in the 30 January 1939 Reichstag speech. The quotation is translated, \"If international finance Jewry inside and outside Europe shou","license":"Public domain","attribution":"Adolf Hitler","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b5/Wochenspruch_der_NSDAP_7_September_1941.jpg/960px-Wochenspruch_der_NSDAP_7_September_1941.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Staat","title":"NS-Staat"}],"imageUrl":"/images/illus_grossdeutsches_reich.png"},{"id":"heimatschutz","term":"Heimatschutz","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Horst Seehofer** (CSU), **Björn Höcke** (AfD)","date_of_quote":"2015","context":"Der Begriff \"Heimatschutz\" wird heute vor allem von rechtsgerichteten Parteien und Gruppierungen verwendet. So verkündeten Pegida-Anhänger 2015 bei ihren Demonstrationen in Dresden auf Plakaten: „Heimatschutz statt Islamisierung!“. Die NPD bezeichnete sich jahrelang als „die soziale Heimatpartei“. Neonazigruppen wie der „Thüringer Heimatschutz“, in dem auch die späteren NSU-Terroristen aktiv waren, nutzten den Begriff zur Abgrenzung und Ausgrenzung. **Björn Höcke** und andere AfD-Politiker verwenden den Begriff ebenfalls regelmäßig, um eine vermeintliche Bedrohung der deutschen Identität durch Einwanderung zu beschwören. Die Verwendung des Begriffs zielt oft darauf ab, ein Gefühl der Bedrohung und des Verlustes der eigenen Identität zu erzeugen, um politische Unterstützung zu mobilisieren. Auch die Gründung von Heimatministerien, etwa durch **Horst Seehofer** (CSU), trug zur Renaissance des Begriffs bei.","description":"Der Begriff „Heimatschutz“ entstand im späten 19. Jahrhundert als Teil einer konservativen Bewegung, die sich gegen die Industrialisierung und Modernisierung richtete. 1904 wurde der „Deutsche Bund Heimatschutz“ gegründet, der sich dem Schutz von Natur und kulturellem Erbe widmete. Während des Ersten Weltkriegs wurde der Begriff zunehmend völkisch geprägt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Heimatschutz ideologisch instrumentalisiert, um die Blut-und-Boden-Ideologie zu fördern und regionale Differenzen zu verwischen. 1937 wurde der „Bund Heimatschutz“ in „Deutscher Heimatbund“ umbenannt, was den Übergang in das NSDAP-System markierte. Nach 1945 war der Begriff lange Zeit belastet, erlebte aber in den 1990er Jahren eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Heute wird „Heimatschutz“ vor allem von der AfD und anderen rechten Gruppierungen verwendet, um eine vermeintliche Bedrohung der deutschen Identität durch Einwanderung zu beschwören.","nsProof":"Die NS-Ideologie instrumentalisierte den Begriff „Heimatschutz“, um die Blut-und-Boden-Ideologie zu verbreiten und eine vermeintliche „Volksgemeinschaft“ zu konstruieren (Mosse, George L. *Die Nationalisierung der Massen*. Ullstein, 1975). Der Begriff diente dazu, regionale Identitäten zu homogenisieren und in den Dienst der nationalsozialistischen Ziele zu stellen (Schmitz, Helmut. *Heimat, Volkstum, Architektur: Sondierungen zum architektonischen Regionalismus*. transcript Verlag, 2022). Die Verwendung des Begriffs in der NS-Zeit ist ein Beispiel für die ideologische Aufladung von ursprünglich harmlosen Begriffen (Jäger, Margarete. *Sprache und Macht*. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008). Die Kontinuität der Verwendung des Begriffs in rechtsextremen Kreisen nach 1945 zeigt die anhaltende Relevanz der NS-Ideologie (Gensing, Patrick. *Die Rechten*. Rotbuch Verlag, 2017).","strategicPurpose":"1. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Durch die Betonung der Heimat wird eine exklusive Identität konstruiert, die sich gegen vermeintlich Fremde abgrenzt. Dies dient dazu, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb der eigenen Gruppe zu stärken und politische Unterstützung zu mobilisieren.\n2. AUSGRENZUNG: Der Begriff wird verwendet, um Menschen, die nicht der vermeintlichen Heimatgemeinschaft angehören, auszugrenzen und zu diskriminieren. Dies geschieht oft durch die Behauptung, dass diese Menschen die deutsche Kultur und Identität bedrohen.\n3. MOBILISIERUNG: Der Begriff wird eingesetzt, um Ängste vor dem Verlust der eigenen Identität und Kultur zu schüren und politische Unterstützung für rechtspopulistische und rechtsextreme Ziele zu gewinnen. Dies geschieht oft durch die Verbreitung von Falschinformationen und Verschwörungstheorien.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/izr/2019/2/download/heimaten-gestern-heute.pdf?__blob=publicationFile&v=2","sourceName":"Deutscher Bund Heimatschutz"},{"sourceUrl":"https://www.naturfreunde.de/heimat-und-die-naturfreunde-eine-historische-zeitschriften-analyse","sourceName":"Bund Heimatschutz"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Die-Deutschen-und-der-Heimat-Begriff/!5246134/","sourceName":"Thüringer Heimatschutz"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Die-Deutschen-und-der-Heimat-Begriff/!5246134/","sourceName":"NPD"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Die-Deutschen-und-der-Heimat-Begriff/!5246134/","sourceName":"Pegida"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Die-Deutschen-und-der-Heimat-Begriff/!5246134/","sourceName":"Frei.Wild"},{"sourceUrl":"https://taz.de/Die-Deutschen-und-der-Heimat-Begriff/!5246134/","sourceName":"Blaue Narzisse"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/heimatbegriff-in-der-kulturgeschichte-das-grosse-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk - Heimatbegriff in der Kulturgeschichte"},{"sourceUrl":"https://zeitgeschichte-digital.de/doks/files/1113/docupedia_jaeger_heimat_v1_de_2017.pdf","sourceName":"Zeitgeschichte Digital - Jaeger, Heimat"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_rechtsextremer_Kampfbegriffe","sourceName":"Wikipedia: Liste rechtsextremer Kampfbegriffe"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1901,"popularity":0},{"year":1930,"popularity":24},{"year":1931,"popularity":59},{"year":1933,"popularity":94},{"year":1935,"popularity":100},{"year":1936,"popularity":96},{"year":1937,"popularity":78},{"year":1938,"popularity":42},{"year":1940,"popularity":7},{"year":1943,"popularity":19},{"year":1945,"popularity":20},{"year":1947,"popularity":20},{"year":1956,"popularity":0},{"year":1984,"popularity":0},{"year":2015,"popularity":3},{"year":2020,"popularity":4},{"year":2024,"popularity":4},{"year":2025,"popularity":5},{"year":2026,"popularity":2}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatschutz","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/Bundesarchiv_Bild_146-2008-0333%2C_K%C3%B6nigsplatz%2C_Festakt_der_Einwohnerwehren.jpg","caption":"For documentary purposes the German Federal Archive often retained the original image captions, which may be erroneous, biased, obsolete or politically extreme. Festakt der Einwohnerwehren, Königsplatz 26.9.20 (Landeshauptmann [Georg] Escherich)","license":"CC BY-SA 3.0 de","attribution":"Bundesarchiv, Bild 146-2008-0333 / CC-BY-SA 3.0","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/Bundesarchiv_Bild_146-2008-0333%2C_K%C3%B6nigsplatz%2C_Festakt_der_Einwohnerwehren.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerischer_Heimatschutz","title":"Bayerischer Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Heimatschutz","title":"Deutscher Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatschutz_%28Bundeswehr%29","title":"Heimatschutz (Bundeswehr)"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatschutzarchitektur","title":"Heimatschutzarchitektur"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatschutzbataillon","title":"Heimatschutzbataillon"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatschutzgesetz","title":"Heimatschutzgesetz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatschutzministerium","title":"Heimatschutzministerium"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hessisches_Ministerium_des_Innern%2C_f%C3%BCr_Sicherheit_und_Heimatschutz","title":"Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Landesverein_S%C3%A4chsischer_Heimatschutz","title":"Landesverein Sächsischer Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rkischer_Heimatschutz","title":"Märkischer Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Heimatschutz","title":"Schweizer Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Steirischer_Heimatschutz","title":"Steirischer Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringer_Heimatschutz","title":"Thüringer Heimatschutz"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Verein_f%C3%BCr_Heimatschutz_1922_Kranenburg","title":"Verein für Heimatschutz 1922 Kranenburg"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Heimatschutz","title":"Österreichischer Heimatschutz"}],"imageUrl":"/images/illus_heimatschutz.png"},{"id":"herrenmensch-v1","term":"Herrenmensch","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"Nationalsozialistische Ideologen","date_of_quote":"1930er Jahre","context":"Der Begriff wurde in der NS-Zeit verwendet, um die angebliche Überlegenheit der 'arischen Rasse' zu beschreiben und die Unterdrückung und Vernichtung anderer Gruppen zu rechtfertigen.","description":"Der Begriff 'Herrenmensch' hat seine Wurzeln in der Philosophie des 19. Jahrhunderts, insbesondere bei Friedrich Nietzsche, der ihn jedoch nicht im rassistischen Sinne verwendete. Im Nationalsozialismus wurde der Begriff pervertiert und zum Kernbestandteil der rassistischen Ideologie. Er diente dazu, die angebliche Überlegenheit der 'arischen Rasse' zu propagieren und die Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung anderer Bevölkerungsgruppen, insbesondere Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Menschen mit Behinderung, zu legitimieren. Nach 1945 wurde der Begriff aufgrund seiner tiefen Verankerung im NS-Regime weitgehend geächtet. Allerdings taucht er in abgewandelter Form oder als Zitat in rechtsextremen Kreisen immer wieder auf, um an die NS-Ideologie anzuknüpfen und rassistische Ressentiments zu schüren. Die Verwendung des Begriffs ist auch heute noch ein deutliches Zeichen für eine Nähe zum Nationalsozialismus.","nsProof":"Der Begriff 'Herrenmensch' wurde im Nationalsozialismus zentral propagiert und in zahlreichen Reden, Schriften und Propagandamaterialien verwendet. Alfred Rosenberg, einer der führenden NS-Ideologen, popularisierte den Begriff in seinem Buch 'Der Mythos des 20. Jahrhunderts'. Die Verwendung des Begriffs ist untrennbar mit der NS-Rassenideologie und den damit verbundenen Verbrechen verbunden. (Siehe z.B. Rosenberg, Alfred. Der Mythos des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen Verlag, 1930.)","strategicPurpose":"1. LEGITIMIERUNG: Die angebliche Überlegenheit der 'arischen Rasse' wird als naturgegeben dargestellt, um die Diskriminierung und Verfolgung anderer Gruppen zu rechtfertigen. Dies untergräbt das Prinzip der Gleichheit aller Menschen.\n2. ENTMACHTUNG: Durch die Abwertung anderer Gruppen als 'Untermenschen' wird deren politische und gesellschaftliche Teilhabe aktiv verhindert. Dies gefährdet die Demokratie, die auf der Gleichberechtigung aller Bürger basiert.\n3. MOBILISIERUNG: Der Begriff dient als emotionaler Appell an die 'Herrenmenschen', ihre vermeintliche Überlegenheit zu verteidigen und gegen 'Feinde' vorzugehen. Dies kann zu Gewalt und Hass führen und die gesellschaftliche Ordnung destabilisieren.","sources":[{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://www.dwds.de/r/?q=Herrenmensch&corpus=zeitungen&norm=date+class","sourceName":"DWDS — Wortverlaufskurve für 'Herrenmensch'"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":21},{"year":1902,"popularity":30},{"year":1910,"popularity":40},{"year":1912,"popularity":76},{"year":1915,"popularity":45},{"year":1918,"popularity":41},{"year":1921,"popularity":43},{"year":1922,"popularity":48},{"year":1929,"popularity":55},{"year":1931,"popularity":58},{"year":1933,"popularity":59},{"year":1935,"popularity":55},{"year":1938,"popularity":58},{"year":1940,"popularity":58},{"year":1945,"popularity":100},{"year":1949,"popularity":75},{"year":1956,"popularity":40},{"year":1964,"popularity":74},{"year":1972,"popularity":38},{"year":1975,"popularity":39},{"year":1978,"popularity":41},{"year":1979,"popularity":43},{"year":1988,"popularity":54},{"year":1996,"popularity":64},{"year":1997,"popularity":65},{"year":1998,"popularity":63},{"year":2010,"popularity":29},{"year":2011,"popularity":30},{"year":2012,"popularity":29},{"year":2015,"popularity":29},{"year":2017,"popularity":30},{"year":2018,"popularity":29},{"year":2020,"popularity":7},{"year":2023,"popularity":7},{"year":2025,"popularity":8}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenmensch","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5f/Adolf_Hitler_-_Nazismo.png","caption":"Adolf Hitler was a German politician and strategist very influential in his time in the society of his country. 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Dies diente und dient als Rechtfertigung für Diskriminierung, Verfolgung und Völkermord.","description":"Der Begriff \"Herrenrasse\" ist ein zentrales Element der nationalsozialistischen Ideologie. Er wurzelt in rassistischen Theorien des 19. Jahrhunderts, wurde aber von den Nationalsozialisten pervertiert und instrumentalisiert, um ihre Vorstellung einer hierarchischen Ordnung der Völker zu untermauern. Die \"arische Rasse\" wurde als überlegen dargestellt, während andere Gruppen, insbesondere Juden, Sinti und Roma, als minderwertig und lebensunwert diffamiert wurden. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend geächtet, findet aber in rechtsextremen Kreisen weiterhin Verwendung, oft in abgewandelter Form oder als Codewort. Die Verwendung des Begriffs oder ähnlicher Konzepte dient dazu, rassistische Ressentiments zu schüren und eine vermeintliche Überlegenheit bestimmter Gruppen zu konstruieren.","nsProof":"Der Begriff \"Herrenrasse\" ist untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden. Alfred Rosenberg, einer der führenden NS-Ideologen, propagierte die Vorstellung einer \"nordischen Rasse\" als Herrenrasse in seinem Buch \"Der Mythos des 20. Jahrhunderts\" (1930). Diese Ideologie diente als Grundlage für die Rassenpolitik des NS-Regimes und die Verfolgung und Vernichtung von Millionen Menschen. (Rosenberg, Alfred. Der Mythos des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen Verlag, 1930.)","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Durch die Abwertung anderer Gruppen als \"minderwertig\" wird deren Legitimität als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft in Frage gestellt. Dies dient dazu, Diskriminierung und Verfolgung zu rechtfertigen.\n2. LEGITIMIERUNG DER EIGENEN MACHT: Die Konstruktion einer \"Herrenrasse\" dient dazu, die eigene Machtposition zu legitimieren und zu festigen. Die vermeintliche Überlegenheit wird als Rechtfertigung für Herrschaft und Ausbeutung dargestellt.\n3. SCHAFFUNG EINER GRUPPENIDENTITÄT: Der Begriff \"Herrenrasse\" dient dazu, eine starke Gruppenidentität zu schaffen und die Anhänger der Ideologie zu mobilisieren. 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He was leader of the Nazi Party, holding the position of Chancellor of the Reich and Führer of Nazi Germany in the year 1934 to 1945. He is considered the dictator of the German Reich, bei","license":"CC BY 4.0","attribution":"Kadumago","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5f/Adolf_Hitler_-_Nazismo.png"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenvolk_und_Herrenrasse","title":"Herrenvolk und Herrenrasse"}],"imageUrl":"/images/illus_herrenrasse_v1.png"},{"id":"hiwi","term":"Hiwi","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"**Unbekannt**","date_of_quote":"2023","context":"Der Begriff \"Hiwi\" wird heute vor allem im akademischen Kontext als Abkürzung für \"wissenschaftliche Hilfskraft\" verwendet. Allerdings wird zunehmend darauf hingewiesen, dass diese Abkürzung aus der NS-Zeit stammt, wo sie für \"Hilfswillige\" stand. Diese Bezeichnung wurde für Kriegsgefangene verwendet, die im Zweiten Weltkrieg zur Zwangsarbeit auf deutscher Seite eingesetzt wurden. Die Verwendung des Begriffs ist umstritten, da er eine perfide Begrifflichkeit für Zwangsarbeiter darstellt, die keineswegs \"willig\" waren. Einige Universitäten bevorzugen daher die Verwendung der Abkürzung SHK für studentische Hilfskräfte, um eine mögliche Assoziation mit der NS-Zeit zu vermeiden. Die Sensibilität für die historische Belastung des Wortes \"Hiwi\" wächst, um eine unbedachte Verwendung und mögliche Verharmlosung der NS-Vergangenheit zu verhindern.","description":"Der Begriff \"Hiwi\" entstand während des Zweiten Weltkriegs als Abkürzung für \"Hilfswilliger\". Er bezeichnete ursprünglich sowjetische Kriegsgefangene und Zivilisten, die sich freiwillig oder unter Zwang zur Unterstützung der deutschen Wehrmacht meldeten. \nIm NS-Sprachgebrauch diente \"Hiwi\" zur Verschleierung der tatsächlichen Situation dieser Menschen, die oft unter Zwang und unter prekären Bedingungen arbeiteten. Heutzutage wird die NS-Vergangenheit des Begriffs zunehmend thematisiert, was zu einer kritischen Auseinandersetzung mit seiner Verwendung führt. Einige Institutionen bevorzugen alternative Bezeichnungen wie \"studentische Hilfskraft\" (SHK), um eine mögliche Verbindung zur NS-Zeit zu vermeiden.","nsProof":"Der Begriff \"Hiwi\" ist im Kontext der NS-Sprache durch seine Verwendung zur Bezeichnung von Zwangsarbeitern und Kollaborateuren belastet. Matthias Heine thematisiert in seinem Buch \"Verbrannte Wörter. Wo wir noch reden wie die Nazis – und wo nicht\" die Problematik solcher NS-kontaminierten Begriffe. Viktor Klemperer analysiert in \"LTI. Die unbewältigte Sprache\" die subtile Wirkung von NS-Sprache und ihre Fähigkeit, ideologische Inhalte zu transportieren. Die Verwendung des Begriffs \"Hiwi\" in der NS-Zeit diente der Verschleierung und Verharmlosung der Zwangsarbeit, was ihn bis heute problematisch macht.","strategicPurpose":"1. VERHARMLOSUNG: Durch die Verwendung des Begriffs \"Hiwi\" im akademischen Kontext wird die NS-Vergangenheit des Wortes verharmlost und die tatsächliche Bedeutung als Bezeichnung für Zwangsarbeiter verschleiert.\n2. NORMALISIERUNG: Die unreflektierte Verwendung des Begriffs trägt zur Normalisierung von NS-belasteten Begriffen bei und kann die Sensibilität für die historischen Konnotationen des Wortes reduzieren.\n3. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Die Verwendung des Begriffs kann unbeabsichtigt zu einer Relativierung der NS-Verbrechen beitragen, indem die Zwangsarbeit und Ausbeutung von Menschen im Zweiten Weltkrieg in den Hintergrund rückt.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.esquire.de/news/gesellschaft/verbrannte-worte-10-worte-ns-nazis-nationalsozialismus","sourceName":"Esquire — Vorsicht, Nazi-Vokabular! 10 Worte mit rechtsextremer Herkunft, die man nicht mehr nutzen sollte"},{"sourceUrl":"https://www.deutschlandfunk.de/campusabc-h-wie-hiwi-100.html","sourceName":"Deutschlandfunk — Campus ABC: H wie Hiwi"},{"sourceUrl":"https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/nationalsozialismus/nazi-sprache-warum-wir-nicht-entartet-und-gleichschaltung-sagen-sollten_id_10548437.html","sourceName":"Focus — Nazi-Sprache: Warum wir nicht entartet und Gleichschaltung sagen sollten"},{"sourceUrl":"https://www.geschichte.hu-berlin.de/de/bereiche-und-lehrstuehle/dtge-20jhd/dokumente/publikationen/publikationen-buggeln/Buggeln_Wildt_Einleitung.pdf/@@download/file/Buggeln_Wildt_Einleitung.pdf","sourceName":"HU Berlin — Einleitung.pdf"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1943,"popularity":14},{"year":1945,"popularity":14},{"year":1948,"popularity":49},{"year":1953,"popularity":65},{"year":1954,"popularity":69},{"year":1955,"popularity":48},{"year":1956,"popularity":52},{"year":1959,"popularity":88},{"year":1960,"popularity":86},{"year":1964,"popularity":74},{"year":1966,"popularity":64},{"year":1967,"popularity":87},{"year":1970,"popularity":90},{"year":1974,"popularity":57},{"year":1984,"popularity":31},{"year":1989,"popularity":50},{"year":1990,"popularity":56},{"year":1991,"popularity":55},{"year":2003,"popularity":15},{"year":2010,"popularity":18},{"year":2011,"popularity":21},{"year":2015,"popularity":18},{"year":2020,"popularity":11},{"year":2023,"popularity":12},{"year":2024,"popularity":12},{"year":2025,"popularity":12},{"year":2026,"popularity":8}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Hiwi","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/Feodor_Fedorenko_%281907-1987%29.jpg","caption":"Fyodor Fedorenko, Treblinka extermination camp guard trained by Nazi Germany at Trawniki near Lublin during World War II on the territory of occupied Poland. 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Die NS-Propaganda zielte darauf ab, ein Feindbild zu konstruieren und die Bevölkerung gegen kritische Stimmen aufzubringen. Die Verwendung des Begriffs „Journaille“ diente somit als rhetorisches Mittel zur Entmenschlichung und Ausgrenzung von Journalisten, die als Bedrohung für das NS-Regime wahrgenommen wurden. Diese Strategie trug maßgeblich zur Gleichschaltung der Medien und zur Unterdrückung der freien Meinungsäußerung bei.","description":"Der Begriff „Journaille“ stammt ursprünglich aus dem Französischen und wurde im Deutschen zunächst abwertend für Boulevardjournalisten verwendet. Karl Kraus brachte den Ausdruck um 1902 in Umlauf. In den 1930er-Jahren wurde der Begriff von den Nationalsozialisten unter **Joseph Goebbels** aufgegriffen und ideologisch instrumentalisiert, um gegen missliebige Journalisten und Medien zu hetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Begriff zunächst in den Hintergrund, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung, insbesondere im Kontext rechtspopulistischer und verschwörungstheoretischer Strömungen. Heute wird „Journaille“ wieder verstärkt verwendet, um Journalisten pauschal zu diffamieren und das Vertrauen in die Medien zu untergraben. Die Verwendung des Begriffs ist somit ein Beispiel für die Kontinuität antidemokratischer Denkmuster und die Instrumentalisierung von Sprache zur Diffamierung Andersdenkender.","nsProof":"Die NS-Instrumentalisierung des Begriffs „Journaille“ ist durch zahlreiche historische Quellen belegt, darunter Reden und Schriften von **Joseph Goebbels** und anderen NS-Funktionären. Die Verwendung des Begriffs im Kontext der NS-Propaganda wird in der Forschungsliteratur ausführlich analysiert, beispielsweise in Studien zur NS-Sprache und zur Geschichte der Medien im Nationalsozialismus. Die Diffamierung von Journalisten als „Journaille“ war Teil einer systematischen Kampagne zur Gleichschaltung der Medien und zur Unterdrückung der freien Meinungsäußerung. Die Kontinuität dieser Denkmuster bis in die Gegenwart wird in aktuellen Studien zur politischen Kommunikation und zur Verbreitung von Desinformation untersucht. (Vgl. z.B. Longerich, Peter: Goebbels. Biographie. München: Siedler, 2010.)","strategicPurpose":"1. DIFFAMIERUNG: Durch die Verwendung des Begriffs „Journaille“ werden Journalisten pauschal abgewertet und als unseriös oder gar korrupt dargestellt. Dies dient dazu, das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien zu untergraben und die Glaubwürdigkeit kritischer Berichterstattung zu schwächen.\n2. SPALTUNG: Der Begriff wird verwendet, um eine künstliche Trennung zwischen „den Medien“ und „dem Volk“ zu erzeugen. Indem Journalisten als Teil einer vermeintlichen Elite dargestellt werden, soll eine Solidarisierung mit den Betroffenen verhindert und die Gesellschaft polarisiert werden.\n3. EINSCHÜCHTERUNG: Die Diffamierung von Journalisten als „Journaille“ kann dazu dienen, kritische Berichterstattung zu verhindern oder zu erschweren. Journalisten, die sich angegriffen fühlen, könnten sich aus Angst vor weiteren Angriffen selbst zensieren oder weniger kritisch berichten.","sources":[{"sourceUrl":"https://journalistikon.de/journalist/","sourceName":"journalistikon.de – Journalist"},{"sourceUrl":"https://www.fluter.de/woher-kommt-der-begriff-luegenpresse","sourceName":"fluter.de – Woher kommt der Begriff Lügenpresse"},{"sourceUrl":"https://www.dwds.de/wb/Journaille","sourceName":"DWDS – Journaille"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1907,"popularity":39},{"year":1914,"popularity":0},{"year":1928,"popularity":48},{"year":1933,"popularity":92},{"year":1935,"popularity":44},{"year":1938,"popularity":28},{"year":1945,"popularity":18},{"year":1948,"popularity":31},{"year":1949,"popularity":40},{"year":1952,"popularity":46},{"year":1955,"popularity":39},{"year":1956,"popularity":37},{"year":1957,"popularity":40},{"year":1959,"popularity":77},{"year":1962,"popularity":81},{"year":1963,"popularity":83},{"year":1965,"popularity":80},{"year":1966,"popularity":52},{"year":1969,"popularity":50},{"year":1970,"popularity":43},{"year":1975,"popularity":24},{"year":1980,"popularity":26},{"year":1982,"popularity":24},{"year":1992,"popularity":95},{"year":2010,"popularity":17},{"year":2015,"popularity":16},{"year":2016,"popularity":14},{"year":2020,"popularity":10},{"year":2021,"popularity":9},{"year":2024,"popularity":8},{"year":2025,"popularity":7},{"year":2026,"popularity":2}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Journaille","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/Persfotografie%2C_Nederland%2C_SFA001014079.jpg","caption":"Omschrijving: Persfotografie, Nederland. Persfotografen, waarvan sommigen een trapleer bij zich hebben, bij opening van de Staten Generaal op het Binnenhof te Den Haag / 's-Gravenhage. Links staan op statief een aantal filmcamera's met cameramannen. Rechts is nog net het opschrift \"movie\" op een vra","license":"Public domain","attribution":"Unknown authorUnknown author","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/12/Persfotografie%2C_Nederland%2C_SFA001014079.jpg/960px-Persfotografie%2C_Nederland%2C_SFA001014079.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus","title":"Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Sprache_des_Nationalsozialismus","title":"Sprache des Nationalsozialismus"},{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/System_%28Nationalsozialismus%29","title":"System (Nationalsozialismus)"}],"imageUrl":"/images/illus_journaille.png"},{"id":"kampfzeit-v1","term":"Kampfzeit","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"Verschiedene rechtsextreme Akteure","date_of_quote":"2015","context":"Der Begriff wird in rechtsextremen Foren und Publikationen verwendet, um eine Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs zu beschreiben, in der vermeintlich 'deutsche' Werte und Traditionen verteidigt werden müssen.","description":"Der Begriff 'Kampfzeit' beschreibt eine Periode des Kampfes und der Auseinandersetzung. 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Zahlreiche NS-Publikationen und Reden belegen die Verwendung des Begriffs im Kontext der nationalsozialistischen Ideologie. Obwohl der Begriff nicht ausschließlich im NS geprägt wurde, ist seine heutige Verwendung durch Rechtsextreme stark NS-kontaminiert, da er bewusst an die propagandistische Aufladung der NS-Zeit anknüpft. Siehe z.B. Goebbels' Reden und Publikationen (Referenz: Goebbels, Joseph: Die Zeit ohne Beispiel. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1939/40. München: Zentralverlag der NSDAP, 1941).","strategicPurpose":"1. MOBILISIERUNG: Durch die Beschwörung einer 'Kampfzeit' wird ein Gefühl der Dringlichkeit und Bedrohung erzeugt, das die Anhänger zur aktiven Teilnahme an rechtsextremen Aktivitäten motivieren soll. Dies ist demokratiegefährdend, da es zu einer Radikalisierung und Gewaltbereitschaft führen kann.\n2. LEGITIMIERUNG: Der Begriff dient dazu, rechtsextreme Ideologien und Handlungen als notwendige Reaktion auf eine vermeintliche Bedrohung darzustellen. Dies untergräbt die demokratischen Werte der Toleranz und des Respekts vor Andersdenkenden.\n3. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Die gemeinsame Erfahrung einer 'Kampfzeit' soll die Anhänger zusammenschweißen und eine starke Gruppenidentität schaffen. Dies kann zu einer Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft und einer Verfestigung extremistischer Überzeugungen führen.\n4. GESCHICHTSREVISIONISMUS: Durch die Wiederbelebung eines NS-belasteten Begriffs wird versucht, die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren und die eigene Ideologie in eine vermeintlich positive historische Tradition zu stellen. 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München.- Adolf Hitler und NSDAP-Reichsschatzmeisters Franz Xaver Schwarz. 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November 1938","context":"Die \"Kristallnacht\", auch Novemberpogrome genannt, ereignete sich am 9. und 10. November 1938. Sie markierte einen Wendepunkt in der Verfolgung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland. Unter dem Vorwand der Vergeltung für den Mord an einem deutschen Diplomaten in Paris inszenierte die NS-Führung unter **Joseph Goebbels** einen reichsweiten Pogrom gegen jüdische Bürger, ihre Geschäfte, Synagogen und Wohnhäuser. Die Ereignisse wurden von der SA, SS und anderen NS-Organisationen durchgeführt und von der Bevölkerung teilweise unterstützt oder geduldet. Die Polizei griff nicht ein oder schritt nur zögerlich ein. Die \"Kristallnacht\" war ein klarer Bruch mit der Rechtsordnung und ein Vorbote des Holocaust.","description":"Der Begriff \"Kristallnacht\" wurde von der NS-Propaganda geprägt, um die Pogrome vom 9. auf den 10. November 1938 zu beschreiben. Er spielt zynisch auf die vielen zerbrochenen Glasscheiben jüdischer Geschäfte und Synagogen an, die während der Ausschreitungen zerstört wurden. Die Bezeichnung verharmlost die Gewalt und den Terror, denen jüdische Bürger ausgesetzt waren. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst beibehalten, aber zunehmend kritisiert. Heute wird er von vielen Historikern und Gedenkstätten abgelehnt, da er die tatsächliche Brutalität der Ereignisse verschleiert und die Opfer verhöhnt. Stattdessen wird oft der Begriff \"Novemberpogrome\" verwendet, um die Ereignisse angemessener zu benennen. Trotz der Kritik wird der Begriff \"Kristallnacht\" weiterhin verwendet, insbesondere in rechtsextremen Kreisen, um die Ereignisse zu relativieren oder zu leugnen.","nsProof":"Die Verwendung des Begriffs \"Kristallnacht\" ist NS-kontaminiert, da er von der NS-Propaganda geschaffen wurde, um die Pogrome zu verharmlosen und zu verschleiern (vgl. Victor Klemperer, LTI – Notizbuch eines Philologen). Die Bezeichnung dient dazu, die staatlich organisierte Gewalt als spontanen Ausbruch zu inszenieren und die Verantwortung der NS-Führung zu verschleiern. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten belegen die NS-Instrumentalisierung des Begriffs (z.B. Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden). Die Verwendung des Begriffs, insbesondere ohne kritische Einordnung, kann daher als Relativierung der NS-Verbrechen interpretiert werden.","strategicPurpose":"1. FUNKTION: Verharmlosung der NS-Verbrechen: Der Begriff \"Kristallnacht\" lenkt von der systematischen Verfolgung und Ermordung der Juden ab, indem er die Pogrome als \"Nacht des zerbrochenen Glases\" darstellt und so die Brutalität und den Terror herunterspielt.\n2. FUNKTION: Verschleierung der Täter: Die Bezeichnung verschleiert die staatliche Organisation und Planung der Pogrome durch die NS-Führung und stellt sie als spontanen Ausbruch dar, wodurch die Verantwortung der Täter relativiert wird.\n3. FUNKTION: Relativierung des Holocaust: Durch die Verharmlosung der \"Kristallnacht\" wird der Holocaust als singuläres Ereignis dargestellt, wodurch die Kontinuität der NS-Verbrechen und die systematische Vernichtungspolitik verschleiert werden.","sources":[{"sourceUrl":"https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung-und-verfolgung/novemberpogrome-1938.html","sourceName":"DHM — Die Novemberpogrome 1938 (Online-Artikel)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938","sourceName":"Wikipedia — Novemberpogrome 1938 (Online-Artikel)"},{"sourceUrl":"https://www.fritz-bauer-institut.de/fileadmin/editorial/publikationen/paedagogik/unterrichtsmodule/UM-06_Zeitzeugen.pdf","sourceName":"Fritz Bauer Institut — Unterrichtsmodule UM-06 Zeitzeugen (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.jgk.geschichte.uni-muenchen.de/muenchner-beitraege/2010_2/2010_2.pdf","sourceName":"Münchner Beiträge zur Jüdischen Geschichte und Kultur — Jüdische Geschichte und Kultur (PDF)"},{"sourceUrl":"https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1997_1_1_pohl.pdf","sourceName":"IFZ München — Zeitschrift für Zeitgeschichte 1997_1_1_pohl (PDF)"},{"sourceUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Sprache_des_Nationalsozialismus","sourceName":"Wikipedia: Kategorie Sprache des Nationalsozialismus"},{"sourceUrl":"https://www.campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/","sourceName":"Campact Blog: Nazi-Sprech"},{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"},{"sourceUrl":"https://bkastl.de/36c3/","sourceName":"Matthias Heine: Verbrannte Wörter (Transkript/36c3)"},{"sourceUrl":"https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42744/zehn-stigmavokabeln/","sourceName":"bpb: Zehn Stigmavokabeln"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1945,"popularity":55},{"year":1947,"popularity":53},{"year":1950,"popularity":54},{"year":1951,"popularity":52},{"year":1956,"popularity":66},{"year":1957,"popularity":73},{"year":1964,"popularity":89},{"year":1965,"popularity":91},{"year":1966,"popularity":88},{"year":1967,"popularity":66},{"year":1974,"popularity":27},{"year":1975,"popularity":56},{"year":1977,"popularity":57},{"year":1978,"popularity":60},{"year":1981,"popularity":71},{"year":1982,"popularity":46},{"year":1986,"popularity":60},{"year":2007,"popularity":5},{"year":2015,"popularity":6},{"year":2016,"popularity":5},{"year":2022,"popularity":4},{"year":2025,"popularity":3},{"year":2026,"popularity":1}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Kristallnacht","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/SIMPLICISSIMUS_German_satirical_magazine_1930_Goebbels_Drawing_illustration_by_Thomas_Theodor_Heine_of_Nazi_mice_dancing_round_SA_boots._No_known_copyright_restrictions.jpg","caption":"Simplicissimus (German weekly, illustrated, satirical magazine) 1930-12-29:\nLine drawing by illustrator Thomas Theodor Heine (1867 – 1948) showing \"nazi mice\" with swastika armbands parading and crawling on and around the boots of a uniformed man: Goebbels's mice victory over Remarque; Such a scanda","license":"CC BY-SA 4.0","attribution":"Thomas Theodor Heine (1867 – 1948)","thumbnailUrl":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3f/SIMPLICISSIMUS_German_satirical_magazine_1930_Goebbels_Drawing_illustration_by_Thomas_Theodor_Heine_of_Nazi_mice_dancing_round_SA_boots._No_known_copyright_restrictions.jpg/960px-thumbnail.jpg"},"relatedLinks":[{"url":"https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938","title":"Novemberpogrome 1938"}],"imageUrl":"/images/illus_kristallnacht.png"},{"id":"nationale-erhebung-v1","term":"Nationale Erhebung","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"Rechtsextreme Gruppierungen, AfD-Politiker","date_of_quote":"2015","context":"Der Begriff wird in rechtsextremen Kreisen und von AfD-Politikern verwendet, um eine vermeintliche 'Wiederherstellung' nationaler Souveränität und kultureller Identität zu fordern, oft im Kontext von Migrationsdebatten und Kritik an der EU.","description":"Description: Der Begriff 'Nationale Erhebung' beschreibt ursprünglich einen Aufstand oder eine Revolte im nationalen Kontext. Im Nationalsozialismus wurde er jedoch ideologisch aufgeladen und zur Propagierung des 'nationalen Erwachens' und der 'Volksgemeinschaft' missbraucht. Er diente als Euphemismus für die Machtergreifung und die damit einhergehende Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend vermieden, erlebt aber seit den 2010er Jahren eine Renaissance in rechtsextremen Kreisen. Hier wird er verwendet, um eine vermeintliche 'Wiederherstellung' nationaler Größe und Identität zu fordern, oft im Zusammenhang mit migrationskritischen Positionen. Die Verwendung des Begriffs ist problematisch, da er unweigerlich Assoziationen zum Nationalsozialismus weckt und dessen ideologische Aufladung transportiert. Die Primärquelle deutet auf eine Schwierigkeit bei der automatischen Analyse des Begriffs hin, was seine subtile und kontextabhängige Verwendung unterstreicht.\nNS Proof: Die Verwendung des Begriffs im Nationalsozialismus ist durch zahlreiche Quellen belegt. Götz Aly beschreibt in 'Hitlers Volksstaat' (2005) die Instrumentalisierung des Begriffs zur Legitimierung der NS-Herrschaft. Claudia Koonz analysiert in 'Die Gewissen der Täter' (2000) die psychologischen Mechanismen, die zur Akzeptanz der NS-Ideologie beitrugen, einschließlich der Verwendung beschönigender Begriffe wie 'Nationale Erhebung'. Die 'Enzyklopädie des Nationalsozialismus' (Herausgegeben von Wolfgang Benz, 1997) dokumentiert die systematische Verwendung des Begriffs in der NS-Propaganda.","nsProof":"Die Verwendung des Begriffs im Nationalsozialismus ist durch zahlreiche Quellen belegt. Götz Aly beschreibt in 'Hitlers Volksstaat' (2005) die Instrumentalisierung des Begriffs zur Legitimierung der NS-Herrschaft. Claudia Koonz analysiert in 'Die Gewissen der Täter' (2000) die psychologischen Mechanismen, die zur Akzeptanz der NS-Ideologie beitrugen, einschließlich der Verwendung beschönigender Begriffe wie 'Nationale Erhebung'. Die 'Enzyklopädie des Nationalsozialismus' (Herausgegeben von Wolfgang Benz, 1997) dokumentiert die systematische Verwendung des Begriffs in der NS-Propaganda.","strategicPurpose":"1. IDEOLOGISCHE VERHARMLOSUNG: Durch die Verwendung eines historisch belasteten Begriffs wird versucht, die NS-Zeit zu relativieren und eine Kontinuität zur Gegenwart herzustellen. Dies dient der Normalisierung rechtsextremen Gedankenguts.\n2. EMOTIONALE MOBILISIERUNG: Der Begriff weckt Assoziationen mit nationaler Stärke und Einheit, was zur emotionalen Mobilisierung von Anhängern beiträgt. Dies geschieht oft durch die Beschwörung einer vermeintlichen 'Bedrohung' der nationalen Identität.\n3. DIFFUSION VON NS-GEDANKENGUT: Die Verwendung des Begriffs dient der subtilen Verbreitung von NS-Gedankengut, indem er in einem neuen Kontext verwendet wird, aber dennoch die ursprüngliche ideologische Aufladung transportiert. Dies erschwert die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie.\n4. SCHAFFUNG EINER 'WIR'-IDENTITÄT: Der Begriff dient der Abgrenzung von 'den Anderen' und der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der eigenen Gruppe. Dies geschieht oft durch die Konstruktion eines Feindbildes und die Beschwörung einer gemeinsamen nationalen Identität.","sources":[{"sourceUrl":"https://en.wikipedia.org/wiki/Glossary_of_Nazi_Germany","sourceName":"Wikipedia: Glossary of Nazi Germany"}],"usageData":[{"year":1900,"popularity":2},{"year":1906,"popularity":4},{"year":1907,"popularity":5},{"year":1910,"popularity":6},{"year":1922,"popularity":8},{"year":1930,"popularity":50},{"year":1931,"popularity":68},{"year":1936,"popularity":100},{"year":1937,"popularity":79},{"year":1940,"popularity":93},{"year":1942,"popularity":94},{"year":1945,"popularity":70},{"year":1947,"popularity":40},{"year":1956,"popularity":17},{"year":1957,"popularity":20},{"year":1960,"popularity":22},{"year":1965,"popularity":36},{"year":1967,"popularity":37},{"year":1969,"popularity":37},{"year":1972,"popularity":54},{"year":1976,"popularity":71},{"year":1977,"popularity":72},{"year":1979,"popularity":54},{"year":1984,"popularity":53},{"year":1985,"popularity":56},{"year":1986,"popularity":54},{"year":1987,"popularity":58},{"year":1988,"popularity":56},{"year":1991,"popularity":53},{"year":1992,"popularity":52},{"year":1993,"popularity":55},{"year":1996,"popularity":62},{"year":1998,"popularity":61},{"year":2004,"popularity":48},{"year":2005,"popularity":44},{"year":2008,"popularity":40},{"year":2009,"popularity":33},{"year":2015,"popularity":10},{"year":2016,"popularity":12},{"year":2019,"popularity":13},{"year":2020,"popularity":0},{"year":2021,"popularity":1},{"year":2025,"popularity":1}],"quiz":null,"wikipediaUrl":null,"wikipediaImage":null,"relatedLinks":[],"imageUrl":"/images/illus_nationale_erhebung_v1.png"},{"id":"nordische-rasse-v1","term":"Nordische Rasse","category":"green","categoryLabel":"Rückläufig","speaker":"Nationalsozialistische Ideologen, Rechtsextreme","date_of_quote":"1920er - 1945 (Kernzeit), Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen bis heute","context":"Wurde im Nationalsozialismus als hierarchisch höchste und 'reinste' Untergruppe der 'arischen Rasse' propagiert. Dient heute in rechtsextremen Kreisen als Code für 'weiße' Bevölkerungsgruppen und zur Abgrenzung von 'nicht-weißen' Menschen.","description":"Der Begriff 'Nordische Rasse' entstammt der rassistischen Anthropologie des 19. Jahrhunderts, insbesondere den Schriften von Arthur de Gobineau und Houston Stewart Chamberlain. Diese Autoren konstruierten eine Hierarchie der 'Rassen', in der die 'Nordische Rasse' als Trägerin von Zivilisation und Kultur idealisiert wurde. Im Nationalsozialismus wurde diese Ideologie aufgegriffen und pervertiert. Die 'Nordische Rasse' wurde zum Inbegriff des 'arischen Herrenmenschen' erklärt und zur Rechtfertigung von Diskriminierung, Verfolgung und Völkermord an anderen Bevölkerungsgruppen missbraucht. Nach 1945 wurde der Begriff in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung weitgehend verworfen, erlebt aber in rechtsextremen und neonazistischen Kreisen eine Wiederbelebung, oft als verschleierte Umschreibung für 'weiße' Menschen, um rassistische Ideologien zu transportieren, ohne direkt an die NS-Zeit zu erinnern. Die Verwendung des Begriffs ist daher stets als Ausdruck rassistischer und menschenverachtender Ideologien zu werten.","nsProof":"Die Ideologie der 'Nordischen Rasse' war ein zentrales Element der nationalsozialistischen Rassenlehre. Alfred Rosenberg, einer der führenden NS-Ideologen, propagierte die Überlegenheit der 'Nordischen Rasse' in seinem Buch 'Der Mythus des 20. Jahrhunderts' (Rosenberg, 1930). Zahlreiche Gesetze und Verordnungen des NS-Regimes, wie die Nürnberger Gesetze von 1935, basierten auf der rassistischen Unterscheidung zwischen 'Ariern' und 'Nicht-Ariern', wobei die 'Nordische Rasse' als Idealbild des 'Ariers' diente. Die systematische Verfolgung und Ermordung von Juden, Sinti und Roma sowie anderen Minderheiten wurde mit der angeblichen 'Reinheit' der 'Nordischen Rasse' gerechtfertigt. (Aly, Götz. 'Hitlers Volkstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus.' Fischer, 2005. Klee, Ernst. 'Das Personenlexikon zum Dritten Reich.' Fischer, 2007.)","strategicPurpose":"1. LEGITIMIERUNG: Die Konstruktion einer 'Nordischen Rasse' dient der Legitimierung von Ungleichheit und Diskriminierung. Indem bestimmte Bevölkerungsgruppen als 'höherwertig' dargestellt werden, wird die Unterdrückung und Ausbeutung anderer Gruppen gerechtfertigt. Dies untergräbt das Prinzip der Gleichheit aller Menschen und gefährdet die Demokratie.\n2. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Der Begriff dient der Identitätsstiftung innerhalb rechtsextremer Kreise. Er schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Überlegenheit gegenüber anderen Gruppen. Diese Gruppenbildung kann zu einer Radikalisierung der Mitglieder und zu einer Abwendung von demokratischen Werten führen.\n3. DEHUMANISIERUNG: Die Abwertung anderer Bevölkerungsgruppen als 'minderwertig' oder 'nicht-nordisch' dient der Dehumanisierung. Dies erleichtert die Akzeptanz von Gewalt und Verfolgung gegenüber diesen Gruppen. Die Dehumanisierung ist ein zentrales Element extremistischer Ideologien und stellt eine Gefahr für die Menschenwürde dar.\n4. REKRUTIERUNG: Die Ideologie der 'Nordischen Rasse' kann als Köder für neue Anhänger dienen, insbesondere für junge Menschen, die auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit sind. Die vermeintliche Überlegenheit der 'Nordischen Rasse' kann ein Gefühl von Stolz und Macht vermitteln und so zur Anziehungskraft rechtsextremer Ideologien beitragen.","sources":[],"usageData":[{"year":1900,"popularity":0},{"year":1917,"popularity":1},{"year":1932,"popularity":50},{"year":1933,"popularity":81},{"year":1936,"popularity":100},{"year":1937,"popularity":98},{"year":1939,"popularity":66},{"year":1940,"popularity":37},{"year":1945,"popularity":15},{"year":1958,"popularity":5},{"year":1959,"popularity":4},{"year":1963,"popularity":2},{"year":1964,"popularity":3},{"year":1965,"popularity":2},{"year":1977,"popularity":3},{"year":1981,"popularity":3},{"year":1982,"popularity":4},{"year":1985,"popularity":5},{"year":1998,"popularity":4},{"year":2002,"popularity":100},{"year":2009,"popularity":2},{"year":2015,"popularity":1},{"year":2025,"popularity":0}],"quiz":null,"wikipediaUrl":"https://de.wikipedia.org/wiki/Nordische_Rasse","wikipediaImage":{"url":"https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/Bilder_deutscher_Rassen_1_Nordische_f%C3%A4lische_westische_Rasse_Nazi_racial_pseudoscience_poster_c.1935_wall_chart_portraits_E.Froehlich_Leipzig_%28Tableau_p%C3%A9dagogique_nazi_n1_National_Library_of_France_gallica.bnf.fr_europeana.eu%29_PD.jpg","caption":"Bilder deutscher Rassen 1; Nordische Rasse; Fälische Rasse; Westische Rasse. \nPoster showcasing 'German races': Nordic race, Falic, and Western, from a Nazi racial pseudoscience wall chart illustrated with portraits by E. 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Jahrhundert zurückreicht, aber seine verheerendste Instrumentalisierung erfuhr er im Nationalsozialismus. Dort diente er als zentrale Diffamierungsformel, um politische Gegner, Juden, Andersdenkende und vermeintliche 'Schädlinge am Volkskörper' zu stigmatisieren, zu verfolgen und schließlich zu ermorden. Die NS-Propaganda nutzte den Begriff, um ein Klima der Angst und des Hasses zu schüren und die Bevölkerung zur Denunziation und Gewalt gegen Andersdenkende aufzustacheln. Nach 1945 wurde der Begriff zwar geächtet, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung in rechtsextremen und populistischen Kreisen, die ihn nutzen, um ihre Gegner zu delegitimieren und eine vermeintliche 'Volksgemeinschaft' gegen 'Eliten' und 'Fremde' zu mobilisieren. Die Verwendung des Begriffs ist daher untrennbar mit der NS-Ideologie verbunden und stellt eine Gefahr für die Demokratie dar.","nsProof":"Der Begriff 'Volksverräter' wurde im Nationalsozialismus systematisch zur Diffamierung und Verfolgung von Juden, politischen Gegnern und anderen Minderheiten eingesetzt. Dies ist durch zahlreiche historische Dokumente und wissenschaftliche Arbeiten belegt (z.B. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Judenverfolgung. DOI: 10.1515/9783486597396). Obwohl der Begriff älteren Ursprungs ist, wurde er durch die NS-Propaganda ideologisch aufgeladen und mit rassistischen und antisemitischen Inhalten gefüllt, was ihn bis heute NS-kontaminiert macht.","strategicPurpose":"1. DELEGITIMIERUNG: Der Begriff dient dazu, politische Gegner und Andersdenkende als 'Verräter' zu stigmatisieren und ihnen die Legitimität abzusprechen, am politischen Diskurs teilzunehmen. Dies untergräbt die freie Meinungsäußerung und die demokratische Willensbildung.\n2. MOBILISIERUNG: Der Begriff appelliert an ein vermeintliches 'Volksempfinden' und schürt Ressentiments gegen 'Eliten' und 'Fremde'. Dies dient dazu, die Anhänger zu mobilisieren und eine 'Wir-gegen-Die'-Mentalität zu erzeugen.\n3. EINSCHRÄNKUNG DES DISKURSRAUMS: Durch die Verwendung des Begriffs wird eine Atmosphäre der Angst und Einschüchterung geschaffen, die dazu führt, dass sich Menschen scheuen, ihre Meinung zu äußern oder sich für bestimmte Positionen einzusetzen. 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