"Innerer Reichsparteitag"
NS-instrumentalisiertDie Redewendung 'Innerer Reichsparteitag' entstand in den 1930er Jahren als ironische Parodie auf die Reichsparteitage der NSDAP, die als pompöse Machtdemonstrationen inszeniert wurden. Trotz des parodistischen Ursprungs transportiert die Phrase eine Verbindung zum Nationalsozialismus. Nach 1945 wurde sie weiterhin verwendet, oft in einem abmildernden oder ironischen Kontext, was jedoch die Gefahr birgt, die Gräueltaten des NS-Regimes zu verharmlosen. Die Verwendung des Begriffs in den Medien und durch Politiker zeigt, dass er bis heute präsent ist, jedoch oft ohne das Bewusstsein für seine problematische Herkunft. Eckart Dietzfelbinger vom Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg betont, dass die Persistenz der Phrase die Wirkungsmächtigkeit der NS-Parteitage verdeutlicht. Das 'Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten' belegt die Entstehung der Redewendung in Bezug auf die Reichsparteitage.
Verwendung durch eine ZDF-Moderatorin während der Fußball-WM 2010 und durch Wolfgang Kubicki (FDP) in Bezug auf die Kandidatur von Bernd Buchholz.
Die Redewendung entstand als Parodie auf die Reichsparteitage der NSDAP. Obwohl nicht im NS-Sinne positiv konnotiert, ist sie NS-kontaminiert, da sie direkt auf NS-Veranstaltungen Bezug nimmt und deren propagandistische Inszenierung widerspiegelt. Die Verwendung des Begriffs, selbst in ironischer Absicht, birgt die Gefahr, die NS-Zeit zu verharmlosen oder zu relativieren. (Vgl. 'Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten')
Strategische Funktion
Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)
Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).
Quiz: Wahre Bedeutung
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