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"Nacht-und-Nebel-Aktion"

NS-Kernvokabular
Von: Nationalsozialisten
Datum: 7. Dezember 1941
Hintergrund:
Die 'Nacht-und-Nebel-Aktion' bezeichnete die Praxis des NS-Regimes, Gegner aus besetzten Gebieten Westeuropas nach Deutschland zu verschleppen, zu isolieren und spurlos verschwinden zu lassen. Grundlage war der von Adolf Hitler am 7. Dezember 1941 erlassene 'Nacht-und-Nebel'-Erlass (offiziell: 'Richtlinien für die Verfolgung von Straftaten gegen das Reich oder die Besatzungsmacht in den besetzten Gebieten'). Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, ordnete im Februar 1942 an, dass das Verschwindenlassen der Beschuldigten und die Geheimhaltung über ihren Verbleib abschreckend wirken solle. Im internen NS-Jargon wurden die Opfer als 'NN-Häftlinge' bezeichnet. Nach 1945 wurde der Begriff in den Nürnberger Prozessen verwendet, um die systematische Verschleppung und das Verschwindenlassen zu beschreiben. Heute wird der Begriff gelegentlich verwendet, um plötzliche, undurchsichtige Aktionen zu beschreiben, wobei der historische Kontext oft ausgeblendet wird.
Kontext:
Bezeichnung für die geheime Entführung und das Verschwindenlassen von Widerstandskämpfern aus besetzten Gebieten während des Zweiten Weltkriegs, initiiert durch den 'Nacht-und-Nebel'-Erlass Hitlers.
Einordnung

Der Begriff und die zugehörige Praxis sind untrennbar mit dem NS-Regime verbunden. Der 'Nacht-und-Nebel'-Erlass vom 7. Dezember 1941 (Adolf Hitler) und die Anordnungen von Wilhelm Keitel im Februar 1942 dokumentieren die systematische Planung und Durchführung des Verschwindenlassens von Personen. Die Nürnberger Prozesse von 1946 bestätigten die Verwendung und Bedeutung des Begriffs im Kontext der NS-Verbrechen. (GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus, 2015)

Strategische Funktion

1. EINSCHÜCHTERUNG: Durch das spurlose Verschwindenlassen von Personen sollte die Bevölkerung in den besetzten Gebieten eingeschüchtert und jeglicher Widerstand unterdrückt werden. Die Ungewissheit über das Schicksal der Verschwundenen erzeugte Angst und Schrecken.
2. GEHEIMHALTUNG: Die Geheimhaltung des Verfahrens diente dazu, die Gräueltaten des NS-Regimes zu verbergen und die internationale Kritik zu minimieren. Die fehlende Transparenz ermöglichte es, die Menschenrechte der Opfer zu missachten.
3. DEHUMANISIERUNG: Die Opfer wurden durch die Bezeichnung 'NN-Häftlinge' entmenschlicht und ihrer Individualität beraubt. Dies erleichterte die Durchführung der grausamen Maßnahmen und trug zur Rechtfertigung der Verbrechen bei.

Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)

Das "Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).

Denkmal der Schande (Graph)National befreite Zone (Graph)

Quiz: Wahre Bedeutung

Was bedeutet der Begriff "Nacht-und-Nebel-Aktion" tatsächlich? Wähle die korrekte Aussage aus.

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