"Bombenholocaust"
NS-KernvokabularDer Begriff 'Bombenholocaust' ist eine geschichtsrevisionistische Bezeichnung, die die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 durch alliierte Streitkräfte mit dem Holocaust, dem systematischen Völkermord an sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten, gleichsetzt. Ursprünglich von der NS-Propaganda unter Goebbels lanciert, um alliierte Kriegsverbrechen zu konstruieren und von der deutschen Schuld abzulenken, wurde die Erzählung in der DDR-Zeit fortgeführt und in den 2000er Jahren von der rechtsextremen NPD wiederbelebt. Heute wird der Begriff vor allem von Neonazis und Rechtsextremen wie Björn Höcke verwendet, um ein deutsches Opfernarrativ zu konstruieren, die deutsche Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu relativieren und den Holocaust zu verharmlosen. Die Gleichsetzung ignoriert die fundamental unterschiedliche Natur der Ereignisse: Der Holocaust war ein ideologisch motivierter Vernichtungskrieg, während die Bombardierung Dresdens ein (wenn auch verheerender) Akt der Kriegsführung war.
Wird verwendet, um die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg mit dem Holocaust gleichzusetzen und Deutschland als Opfer darzustellen.
Der Begriff wurde zwar nicht direkt im NS geprägt, aber die dahinterstehende Opfer-Erzählung wurde von Goebbels Propaganda-Ministerium initialisiert. Die Gleichsetzung mit dem Holocaust ist eine bewusste Relativierung der NS-Verbrechen und somit NS-kontaminiert. Siehe auch: Bundesregierung Verfassungsschutzbericht 2005; Geschichte statt Mythen; Deutschlandfunk Interview.
Strategische Funktion
Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)
Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).
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