"Der Krake"
Antisemitische BildmetapherDie Metapher des Kraken, eines Tintenfischs mit langen, umschlingenden Tentakeln, wird seit dem späten 19. Jahrhundert verwendet, um politische, wirtschaftliche oder soziale Kräfte als heimlich kontrollierend und bedrohlich darzustellen. Ursprünglich wurde sie in Karikaturen verwendet, um den Imperialismus darzustellen. In der NS-Zeit wurde das Bild des Kraken antisemitisch instrumentalisiert, indem Juden als Krake dargestellt wurden, die die Weltwirtschaft kontrollieren. Nach 1945 blieb die Metapher in rechtsextremen Kreisen und Verschwörungstheorien präsent. Sie wird verwendet, um ein Gefühl der Bedrohung durch vermeintlich unsichtbare Mächte zu erzeugen und Feindbilder zu konstruieren. Victor Hugo und Jules Verne trugen zur Popularisierung des Kraken als Seeungeheuer bei, bevor er politisch instrumentalisiert wurde. Klaus Theweleit analysierte die geschlechterpolitischen Konnotationen des Kraken im 19. Jahrhundert.
Wird verwendet, um Einzelpersonen, Organisationen oder Systeme als heimlich kontrollierend, manipulativ und bedrohlich darzustellen, oft im Kontext von Verschwörungstheorien.
Die antisemitische Verwendung des Kraken-Bildes ist durch Karikaturen in der NS-Zeitung 'Der Stürmer' belegt, in denen Juden als Krake mit Geldsäcken in den Tentakeln dargestellt wurden (Quelle: fexbw.de/krakenbild-antisemitismus-feindbilder/). Joseph Goebbels warnte vor einer "Überfremdung des deutschen Geisteslebens durch das Judentum", was den antisemitischen Kontext der Zeit verdeutlicht (Quelle: campact.de/blog/2025/04/nazi-sprech-propaganda-nazibegriffe/).
Strategische Funktion
Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)
Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).
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