"Altparteien"
NS-kontaminiertDer Begriff 'Altparteien' ist älter als die NS-Zeit, wurde aber im Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen und diskreditierend verwendet, um die Parteien der Weimarer Republik, insbesondere SPD, Zentrum und DDP/DStP, zu diffamieren. Nach 1945 erlebte er eine Wiederbelebung, zunächst in den 1980er Jahren durch die Grünen, die ihn jedoch anders konnotierten. Heute wird er vor allem von rechtspopulistischen Parteien genutzt, um etablierte Parteien zu delegitimieren und sich als vermeintliche Alternative zu positionieren. Die NS-Kontaminierung liegt in der propagandistischen Verwendung zur Diffamierung demokratischer Kräfte und der Zerstörung des Vertrauens in das politische System.
Der Begriff 'Altparteien' wird von der AfD und anderen Parteien am rechten Rand des politischen Spektrums verwendet, um etablierte Parteien wie CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne pauschal zu kritisieren und zu delegitimieren. Er dient dazu, diese Parteien als unfähig und korrupt darzustellen.
UMSTRITTEN: Trotz häufiger Behauptung in der Presse ist 'Altparteien' politolinguistisch NICHT als NS-Kernbegriff bestätigt (sehr geringe Gebrauchsfrequenz 1933–1945 laut Diskursmonitor). Erster Beleg 1928 in antifaschistischer Zeitschrift 'Die Weltbühne'. Die NSDAP verwendete bevorzugt 'Systemparteien'.
Strategische Funktion
Die Verwendung des Begriffs 'Altparteien' bezweckt heute:
Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)
Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).
Quiz: Wahre Bedeutung
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