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"Herrenmensch"

Rückläufig
Von: Nationalsozialistische Ideologen
Datum: 1930er Jahre

Nutzungshäufigkeit

Herrenmensch"
Das "Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).

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Hintergrund:
Der Begriff 'Herrenmensch' hat seine Wurzeln in der Philosophie des 19. Jahrhunderts, insbesondere bei Friedrich Nietzsche, der ihn jedoch nicht im rassistischen Sinne verwendete. Im Nationalsozialismus wurde der Begriff pervertiert und zum Kernbestandteil der rassistischen Ideologie. Er diente dazu, die angebliche Überlegenheit der 'arischen Rasse' zu propagieren und die Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung anderer Bevölkerungsgruppen, insbesondere Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Menschen mit Behinderung, zu legitimieren. Nach 1945 wurde der Begriff aufgrund seiner tiefen Verankerung im NS-Regime weitgehend geächtet. Allerdings taucht er in abgewandelter Form oder als Zitat in rechtsextremen Kreisen immer wieder auf, um an die NS-Ideologie anzuknüpfen und rassistische Ressentiments zu schüren. Die Verwendung des Begriffs ist auch heute noch ein deutliches Zeichen für eine Nähe zum Nationalsozialismus.
Kontext:
Der Begriff wurde in der NS-Zeit verwendet, um die angebliche Überlegenheit der 'arischen Rasse' zu beschreiben und die Unterdrückung und Vernichtung anderer Gruppen zu rechtfertigen.
Einordnung

Der Begriff 'Herrenmensch' wurde im Nationalsozialismus zentral propagiert und in zahlreichen Reden, Schriften und Propagandamaterialien verwendet. Alfred Rosenberg, einer der führenden NS-Ideologen, popularisierte den Begriff in seinem Buch 'Der Mythos des 20. Jahrhunderts'. Die Verwendung des Begriffs ist untrennbar mit der NS-Rassenideologie und den damit verbundenen Verbrechen verbunden. (Siehe z.B. Rosenberg, Alfred. Der Mythos des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen Verlag, 1930.)

Strategische Funktion

1. LEGITIMIERUNG: Die angebliche Überlegenheit der 'arischen Rasse' wird als naturgegeben dargestellt, um die Diskriminierung und Verfolgung anderer Gruppen zu rechtfertigen. Dies untergräbt das Prinzip der Gleichheit aller Menschen.
2. ENTMACHTUNG: Durch die Abwertung anderer Gruppen als 'Untermenschen' wird deren politische und gesellschaftliche Teilhabe aktiv verhindert. Dies gefährdet die Demokratie, die auf der Gleichberechtigung aller Bürger basiert.
3. MOBILISIERUNG: Der Begriff dient als emotionaler Appell an die 'Herrenmenschen', ihre vermeintliche Überlegenheit zu verteidigen und gegen 'Feinde' vorzugehen. Dies kann zu Gewalt und Hass führen und die gesellschaftliche Ordnung destabilisieren.
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