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"judenfrei"

NS-Vokabular
Von: Adolf Hitler (NSDAP), Heinrich Himmler (NSDAP)
Datum: 1933

Nutzungshäufigkeit

judenfrei"
Das "Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).

asozial (Graph)Der Krake (Graph)
Hintergrund:
Der Begriff 'judenfrei' entstand im späten 19. Jahrhundert im Kontext völkischer und antisemitischer Bewegungen, die eine 'Reinigung' Deutschlands von jüdischen Einflüssen forderten. Ab 1933 wurde der Begriff von den Nationalsozialisten systematisch zur Propagierung der Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung der Juden verwendet. Nach 1945 verschwand der Begriff weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs, erlebte aber in den letzten Jahrzehnten eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen, die ihn zur Verharmlosung der NS-Verbrechen und zur Verbreitung von Antisemitismus nutzen. Die Verwendung des Begriffs ist ein klarer Ausdruck von Antisemitismus und dient dazu, die NS-Ideologie zu verharmlosen. Der Begriff ist eng verwandt mit anderen NS-Euphemismen wie 'Endlösung' und 'Sonderbehandlung', die ebenfalls zur Verschleierung der Verbrechen dienten.
Kontext:
Der Begriff 'judenfrei' wurde ab 1933 von Nationalsozialisten systematisch verwendet, um Gebiete zu bezeichnen, in denen Juden entweder vertrieben oder ermordet worden waren. Es war ein zentraler Bestandteil der NS-Propaganda und diente dazu, die Bevölkerung zur Unterstützung der antisemitischen Politik zu mobilisieren. Die Verwendung des Begriffs intensivierte sich im Laufe des Zweiten Weltkriegs, als die systematische Vernichtung der Juden in den besetzten Gebieten vorangetrieben wurde. Nach dem Krieg wurde der Begriff lange Zeit vermieden, erlebt aber in jüngster Zeit eine Wiederbelebung in rechtsextremen Kreisen. Die Verwendung des Begriffs ist ein klarer Ausdruck von Antisemitismus und dient dazu, die NS-Ideologie zu verharmlosen.
NS-Nachweis

Der Begriff 'judenfrei' ist untrennbar mit der NS-Ideologie und dem Holocaust verbunden. Er wurde in zahlreichen Dokumenten und Reden von NS-Funktionären verwendet, um die Vertreibung und Vernichtung der Juden zu rechtfertigen. Victor Klemperer analysiert in seiner 'LTI' die Verwendung des Begriffs im Kontext der NS-Sprache. Das 'Vokabular des Nationalsozialismus' von Cornelia Schmitz-Berning dokumentiert die systematische Verwendung des Begriffs in der NS-Propaganda. Zahlreiche Studien des Instituts für Zeitgeschichte belegen die zentrale Rolle des Begriffs bei der Planung und Durchführung des Holocaust.

Strategische Funktion

1. AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, Juden als Fremdkörper in der Gesellschaft darzustellen und ihre Ausgrenzung zu legitimieren. Dies schafft eine Atmosphäre der Feindseligkeit und Gewalt.
2. VERHARMLOSUNG: Die Verwendung des Begriffs verharmlost die Gräueltaten des Holocaust und relativiert die Verantwortung der Täter. Dies dient dazu, die NS-Ideologie zu rehabilitieren.
3. MOBILISIERUNG: Der Begriff mobilisiert rechtsextreme Kräfte und dient als Erkennungszeichen für Gleichgesinnte. Dies stärkt die rechtsextreme Szene und gefährdet die Demokratie.
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