"Umvolkung"
NS-instrumentalisiertDer Begriff 'Umvolkung' hat eine wechselhafte Geschichte, die bis in die 1920er Jahre zurückreicht. Der jungkonservative 'Volkstheoretiker' Max Hildebert Boehm unterschied drei Bedeutungen: Assimilation, 'Volkstumswechsel' und 'Entdeutschung'. Im Nationalsozialismus wurde 'Umvolkung' im Kontext der 'Heimholung' deutscher Minderheiten und der Vertreibung anderer Volksgruppen instrumentalisiert. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst vermieden, erlebte aber in den 1990er Jahren in extrem rechten Medien eine Renaissance. Heute wird er oft durch Begriffe wie 'Großer Austausch' oder 'Bevölkerungsaustausch' ersetzt, um die angebliche 'Umvolkung' zu beschreiben und gegen Zuwanderung zu hetzen.
Der Begriff wird von der extremen Rechten verwendet, um die vermeintliche Ersetzung der einheimischen Bevölkerung durch Zuwanderer zu beschreiben. PI-News definiert es als 'aggressive gegen die einheimische Bevölkerung gerichtete Umvolkungspolitik'. Martin Sellner spricht vom 'Großen Austausch' und 'Remigration' im Zusammenhang damit.
Der Begriff wurde im Nationalsozialismus im Rahmen der Bevölkerungspolitik und der 'Germanisierung' besetzter Gebiete verwendet. Obwohl er nicht ausschließlich im NS geprägt wurde, ist er durch seine Verwendung in diesem Kontext NS-kontaminiert. Die NS-Ideologie nutzte den Begriff, um die Vertreibung und Vernichtung anderer Volksgruppen zu rechtfertigen. (Kellershohn, Helmut. Von „Umvolkung“ zu „Remigration“. 2024)
Strategische Funktion
Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)
Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).
Quiz: Wahre Bedeutung
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