"Ur-Deutscher"
NS-instrumentalisiertDer Begriff "Ur-Deutscher" suggeriert eine unverfälschte, ursprüngliche deutsche Identität, die historisch nicht haltbar ist. Er wurde im Nationalsozialismus instrumentalisiert, um eine rassische Hierarchie zu konstruieren und die "arische Rasse" als überlegen darzustellen. Laut Schmitz-Berning's "Vokabular des Nationalsozialismus" und Klemperers "LTI" diente er der ideologischen Untermauerung des NS-Regimes. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend vermieden, erlebt aber in rechtsextremen Kreisen eine Renaissance, wo er zur Abgrenzung von Migranten und zur Beschwörung einer vermeintlich verlorenen deutschen Identität dient. Die Forschung (Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft) zeigt, dass solche Begriffe oft zur Konstruktion nationaler Identitäten missbraucht werden.
Wurde im Nationalsozialismus verwendet, um eine vermeintlich reine, ursprüngliche deutsche Identität zu konstruieren. Heute wird der Begriff von Rechtsextremen genutzt, um eine homogene deutsche Volksgemeinschaft zu beschwören und Minderheiten auszugrenzen.
Der Begriff wurde im Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen und zur Konstruktion einer vermeintlich reinen "arischen Rasse" verwendet. Schmitz-Berning's "Vokabular des Nationalsozialismus" und Victor Klemperers "LTI" belegen die Verwendung im NS-Sprachgebrauch. Obwohl der Begriff ältere Wurzeln haben mag (siehe DGUF-Artikel zur Urgeschichte), wurde er durch die NS-Ideologie nachhaltig kontaminiert.
Strategische Funktion
Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)
Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).
Quiz: Wahre Bedeutung
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