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"Ur-Deutscher"

NS-instrumentalisiert
Von: Nationalsozialisten, Rechtsextreme
Datum: 1930er Jahre (NS-Zeit), vereinzelt bis heute
Hintergrund:
Der Begriff "Ur-Deutscher" suggeriert eine unverfälschte, ursprüngliche deutsche Identität, die historisch nicht haltbar ist. Er wurde im Nationalsozialismus instrumentalisiert, um eine rassische Hierarchie zu konstruieren und die "arische Rasse" als überlegen darzustellen. Laut Schmitz-Berning's "Vokabular des Nationalsozialismus" und Klemperers "LTI" diente er der ideologischen Untermauerung des NS-Regimes. Nach 1945 wurde der Begriff weitgehend vermieden, erlebt aber in rechtsextremen Kreisen eine Renaissance, wo er zur Abgrenzung von Migranten und zur Beschwörung einer vermeintlich verlorenen deutschen Identität dient. Die Forschung (Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft) zeigt, dass solche Begriffe oft zur Konstruktion nationaler Identitäten missbraucht werden.
Kontext:
Wurde im Nationalsozialismus verwendet, um eine vermeintlich reine, ursprüngliche deutsche Identität zu konstruieren. Heute wird der Begriff von Rechtsextremen genutzt, um eine homogene deutsche Volksgemeinschaft zu beschwören und Minderheiten auszugrenzen.
Einordnung

Der Begriff wurde im Nationalsozialismus ideologisch aufgeladen und zur Konstruktion einer vermeintlich reinen "arischen Rasse" verwendet. Schmitz-Berning's "Vokabular des Nationalsozialismus" und Victor Klemperers "LTI" belegen die Verwendung im NS-Sprachgebrauch. Obwohl der Begriff ältere Wurzeln haben mag (siehe DGUF-Artikel zur Urgeschichte), wurde er durch die NS-Ideologie nachhaltig kontaminiert.

Strategische Funktion

1. AUSGRENZUNG: Der Begriff dient dazu, Menschen mit Migrationshintergrund oder anderer kultureller Prägung als nicht zugehörig zur deutschen Volksgemeinschaft zu definieren. Dies untergräbt die Gleichwertigkeit aller Menschen und gefährdet die Integration.
2. IDEOLOGISCHE EINHEIT: Die Beschwörung einer vermeintlich gemeinsamen "ur-deutschen" Identität soll eine homogene Volksgemeinschaft konstruieren und Andersdenkende oder Minderheiten marginalisieren. Dies gefährdet die Vielfalt und den Pluralismus in der Gesellschaft.
3. HISTORISCHE VERFÄLSCHUNG: Der Begriff ignoriert die komplexe und vielfältige Geschichte Deutschlands und suggeriert eine statische, unveränderliche Identität. Dies verzerrt das Geschichtsbild und kann zu einer Ablehnung von Veränderungen und Fortschritt führen.

Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)

Das "Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).

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Quiz: Wahre Bedeutung

Was bedeutet der Begriff "Ur-Deutscher" tatsächlich? Wähle die korrekte Aussage aus.

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