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"Volkstod"

NS-Kernvokabular
Von: Neonazis, Rechtsextreme, Identitäre Bewegung
Datum: Variiert, häufig seit den 1990ern bis heute
Hintergrund:
Der Begriff 'Volkstod' ist ein zentrales Element der rechtsextremen Ideologie und hat seine Wurzeln im Nationalsozialismus. Er suggeriert, dass das deutsche Volk durch äußere Einflüsse und politische Entscheidungen systematisch vernichtet werde. Bereits in der NS-Zeit wurde der Begriff verwendet, um rassistische und antisemitische Propaganda zu verbreiten und die Entrechtung und Verfolgung von Minderheiten zu rechtfertigen. Nach 1945 wurde der Begriff zunächst gemieden, erlebte aber in den 1990er Jahren eine Renaissance in der extremen Rechten. Heute dient er als Kampfbegriff, um Ängste vor dem Verlust der nationalen Identität zu schüren, Ressentiments gegen Migranten zu erzeugen und zu einer aggressiven Abgrenzung von anderen Kulturen aufzurufen. Die Verwendung des Begriffs zielt darauf ab, eine vermeintliche Bedrohungslage zu konstruieren und die Anhänger zu mobilisieren.
Kontext:
Wird in rechtsextremen Kreisen verwendet, um vor dem angeblichen 'Aussterben' des deutschen Volkes durch Migration, niedrige Geburtenraten und 'Überfremdung' zu warnen. Oft in Verbindung mit Verschwörungstheorien über einen 'Bevölkerungsaustausch'.
NS-Nachweis

Der Begriff 'Volkstod' wurde zwar nicht im Kern-NS-Vokabular geprägt, erfuhr aber im Umfeld völkischer Ideologien und in der NS-Zeit eine deutliche Aufladung und Instrumentalisierung. Die Vorstellung eines 'Volkstodes' diente als Rechtfertigung für rassistische Politik und die Verfolgung von Minderheiten. Auch wenn der Begriff selbst nicht in allen akademischen NS-Lexika explizit aufgeführt ist, ist seine ideologische Nähe und Verwendung im Kontext nationalsozialistischer Propaganda unbestreitbar. (Siehe z.B. Benz, Wolfgang: Dimension des Völkermords. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik. München: Oldenbourg, 1991. Und Kühnl, Reinhard: Formen bürgerlicher Ideologie. Liberalismus, Faschismus. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1971.)

Strategische Funktion

1. MOBILISIERUNG: Erzeugt ein Gefühl der Bedrohung und des drohenden Untergangs, um Anhänger zu radikalisieren und zu Aktionen zu bewegen. Die Angst vor dem 'Volkstod' dient als emotionaler Anker für rechtsextreme Ideologien.
2. DELEGITIMIERUNG: Diskreditiert demokratische Institutionen und politische Gegner, indem ihnen vorgeworfen wird, den 'Volkstod' durch ihre Politik zu fördern oder zu billigen. Dies untergräbt das Vertrauen in den Rechtsstaat und die politische Ordnung.
3. OPFERROLLE: Inszeniert die eigene Gruppe als Opfer einer vermeintlichen Verschwörung, um Sympathien zu gewinnen und die eigene Ideologie zu rechtfertigen. Die Behauptung, das eigene Volk stehe vor dem Aussterben, dient als moralische Rechtfertigung für aggressive und ausgrenzende Maßnahmen.
4. IDENTITÄTSSTIFTUNG: Schafft eine starke 'Wir'-gegen-'Sie'-Dichotomie, indem die eigene Gruppe als Hüter der nationalen Identität und Kultur dargestellt wird, die vor äußeren Einflüssen geschützt werden muss. Dies stärkt den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe und grenzt sie von anderen ab.

Nutzungshäufigkeit (1920 - Heute)

Das "Nazisprech"-Kriterium

Dieser Graph visualisiert das typische Wiederaufleben historisch belasteter Begriffe: Wenig genutzt vor 1920, extrem populär während der NS-Diktatur (1933-1945), danach weitgehend tabuisiert und verschwunden, bis zur bewussten Reaktivierung durch rechtsextreme Akteure in der jüngeren Gegenwart (ab 2015).

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Quiz: Wahre Bedeutung

Was bedeutet der Begriff "Volkstod" tatsächlich? Wähle die korrekte Aussage aus.

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